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Entscheidung fürs Leben

Rüruprente  

Entscheidung fürs Leben

20.06.2008, 17:32 Uhr | Financial Times Deutschland

Die Rüruprente - ein Vertrag auf Lebenszeit (Foto: imago)Die Rüruprente - ein Vertrag auf Lebenszeit (Foto: imago) Bei der Rüruprente raten die Experten zur Vorsicht. Trotz der umfangreichen Steuervorteile - viele Verträge lassen in Sachen Rendite und Flexibilität zu wünschen übrig. Die Rüruprente wird immer beliebter. Im ersten Quartal 2008 brachten Versicherungsvermittler knapp 67.900 Policen unter die Leute, rund 30 Prozent mehr als im Vorjahr. Damit steigt die Zahl der Rüruprentenversicherungen auf rund 670.000 Stück. Die Policen sind aber längst nicht für jeden geeignet.

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Rüruprente soll Selbständige unterstützen

Mit der Rüruprente, auch Basisrente genannt, möchte der Staat in erster Linie die mehr als vier Millionen Selbstständigen in Deutschland beim Aufbau der Altersvorsorge unterstützen. Auch gut verdienende Angestellte profitieren von der Förderung. Die Rürup-Sparer können einen jährlich wachsenden Teil der Einzahlungen von der Steuer absetzen. Derzeit sind es 66 Prozent, bis zum Jahr 2025 soll dieser Anteil auf 100 Prozent ansteigen. Allerdings werden die Renten Schritt für Schritt stärker besteuert. Der Satz hängt vom Jahr des Rentenbeginns ab. Wer nach 2040 in Ruhestand geht, muss seine Einkünfte voll versteuern.

Rüruprente recht unflexibel

"Vor allem für Ältere lohnt es sich, eine Rüruprente abzuschließen", sagt Thomas Bieler von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Sie können viel Geld auf einen Schlag in ihren Vertrag stecken und damit schnell einen großen Kapitalstock aufbauen. Steuerbegünstigte Einzahlungen von jährlich bis zu 20.000 Euro sind möglich. Trotz der umfangreichen Steuervorteile will die Entscheidung für einen Rürup-Vertrag gut überlegt sein. Denn das Geld, das Vorsorgewillige in die Basisrente investieren, ist nur für die Altersvorsorge gedacht. Es ist nicht übertragbar, nicht beleihbar, nicht kapitalisierbar und auch nicht vererbbar.

Wechsel des Vertrages nicht vorgesehen

"Ein Rürup-Vertrag ist eine echte Lebensentscheidung", sagt Hermann-Josef Tenhagen, Chefredakteur der Zeitschrift Finanztest, die 38 klassische Rüruprentenversicherungen unter die Lupe genommen hat. Die Möglichkeit, vom einmal gewählten Anbieter zu einem mit besseren Konditionen zu wechseln, sei nicht vorgesehen. Das ist problematisch, denn die Renditeunterschiede zwischen den einzelnen Verträgen sind groß.

Rendite-Vorteile prüfen lassen

So bekommt der 40-jährige männliche Modellkunde von Finanztest, der jährlich 6000 Euro einzahlt und mit 65 Jahren in Rente gehen will, beim Testsieger Cosmosdirekt eine monatliche garantierte Rente von 821 Euro. Bei der Barmenia gibt es bei gleicher Einzahlleistung dagegen nur 722 Euro im Monat. Hochgerechnet auf 25 Jahre Rentenbezug kommen so fast 30.000 Euro an Differenz zwischen den beiden Angeboten zustande. Mögliche Überschussbeteiligungen eingerechnet, beträgt der Unterschied sogar 70.000 Euro.

Steuerberater vor Abschluss konsultieren

Versicherungsberater Andreas Rebhan aus Kevelaer rät, sich nicht nur von Modellrechnungen leiten zu lassen, sondern einen Steuerberater zu konsultieren. "Erst dann kann gesagt werden, ob und wann die Rürup-Variante tatsächlich aufgrund der steuerlichen Behandlung Rendite-Vorteile bringt oder ob man aufgrund seiner finanziellen Situation lieber zu Alternativen greift, die flexibler sind", sagt er. Seiner Meinung nach wird die Rüruprente dem beruflichen Auf und Ab ihrer Klientel nicht gerecht.

Problem: Von der Selbständigkeit in die Festanstellung

So ist denkbar, dass sich ein Unternehmer nach Jahren der Selbstständigkeit wieder eine Festanstellung sucht. Sein Rürup-Vertrag kann dann ganz schnell unrentabel werden, da er die Beiträge zur gesetzlichen Rente von seinem maximal möglichen steuerlich geförderten Rürup-Beitrag abziehen muss. Die Möglichkeit zu kündigen, die Einzahlungen zu entnehmen und die Förderung zurückzuzahlen, hat der Kunde nicht.

Kaum flexible Verträge

Umso wichtiger ist es, dass die Versicherer dem Kunden maximale Flexibilität bieten. Laut der Untersuchung von Finanztest sieht es in diesem Punkt aber ziemlich schlecht aus. Bei manchen Gesellschaften können die Kunden ihren Vertrag erst beitragsfrei stellen, wenn eine gewisse Mindestrente erreicht ist. Die LVM verlangt beispielsweise, dass ein Rentenanspruch von mindestens 50 Euro im Monat erreicht sein muss. Ein Kunde, der 25 Jahre lang jährlich 1200 Euro einzahlt, muss unter diesen Bedingungen acht Jahre warten, bevor er seinen Vertrag ruhen lassen kann. Stellt er vorher seine Beitragszahlungen ein, ist das gesamte eingezahlte Kapital futsch.

Weiter mit Teil 2: Vorteile eines Rürup-Fonds

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