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Riesterrente: Verbraucherzentrale kritisiert hohe Kosten bei Riesterverträgen

Riesterrente  

Kosten zehren an Riester-Zulagen

03.09.2008, 12:47 Uhr | jdc, AFP , dpa-tmn

Riester-Rentenversicherungen sind besonders teuer (Foto: Archiv)Riester-Rentenversicherungen sind besonders teuer (Foto: Archiv) Die Verbraucherzentrale Baden-Württemberg hat viele Riesterverträge als zu teuer kritisiert. Staatliche Zulagen würden durch die Kosten der Verträge teilweise aufgezehrt, teilte die Verbraucherzentrale mit. Dies zeige die Beratungspraxis. Demnach würden Versicherte, die wegen der Kosten den Anbieter wechseln wollen, außerdem bei solch einem Schritt ihr eingezahltes Kapital nahezu vollständig verlieren.

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Riester-Rentenversicherungen besonders teuer

Die Zulagen kämen sogar "in der Masse" nicht der Altersvorsorge zugute, sagt Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale. Denn viele Verbraucher hätten Produkte, die nicht kostengünstig sind. Dazu zählten vor allem die Rentenversicherungen, aber auch Fondssparpläne. Bei den untersuchten Beispielen handelt es sich ausschließlich um Rentenversicherungen. Es können aber auch Bank- und Fondssparpläne im Rahmen der Riester-Regelung gefördert werden.


Beispielrechnung: Knapp 80.000 Euro weniger Ertrag

Für den Fall einer 28-jährigen Frau haben die Verbraucherschützer ausgerechnet, dass sie bei Einzahlungen von 2100 Euro pro Jahr in eine fondsgebundene Rentenversicherung bis zum 64. Lebensjahr ein Kapital von rund 200.000 Euro anhäufen würde. Die Kosten schmälerten die Summe aber auf rund 122.000 Euro. Die Rente wäre ohne Kosten also um mehr als die Hälfte höher. Dabei wurde anhand der Einzahlungen und der Angaben aus dem Vertrag der Frau auf die Gesamtlaufzeit hochgerechnet.

Kostenquote von 44 Prozent

In einem anderen Beispiel war die eingezahlte Jahresbeitragssumme von 1188 Euro - pro Monat 99 Euro - mit 519 Euro Abschluss- und Verwaltungskosten belastet. Das ist eine Kostenquote von rund 44 Prozent, wie Nauhauser vorrechnet. Wer angesichts einer solchen Jahresstandmitteilung sein Recht auf einen Anbieterwechsel in Anspruch nimmt, könne im schlimmsten Fall aber sogar fast das gesamte eingezahlte Kapital verlieren.

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Vertragswechsel kann teuer werden

Das zeige ein Fall, in dem 88 Prozent der eingezahlten Summe aus Beiträgen und Zulagen bei der Übertragung weg waren. Dabei hatte ein 30-jähriger Mann seinen Riester-Anbieter nach drei Jahren Laufzeit gewechselt. "Dass bei einem Anbieterwechsel 88 Prozent der eingezahlten Beiträge aufgrund von Vertragskosten verschwunden sind, ist ein Skandal", sagte Niels Nauhauser. Dennoch rät er Sparern mit teurem Vertrag, möglichst früh durch einen Anbieterwechsel die Weichen besser zu stellen.

Versicherer: Beratung kostet Geld

In Deutschland gibt es der Verbraucherzentrale zufolge rund elf Millionen Riester-Sparer. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) in Berlin betont angesichts der Berechnungen, es könne nicht sein, dass die Dienstleistung der Versicherer umsonst zu haben ist: "Beratung muss etwas kosten", sagte Sprecher Peter Schwark.

Abschlusskosten werden auf die ersten fünf Jahre verteilt

In den meisten Fällen seien außerdem Jahresmitteilungen aus den ersten Vertragsjahren betrachtet worden. In diesen sei die Kostenquote höher, weil die Abschlusskosten bei Rentenversicherungen auf die ersten fünf Jahre gestreckt einbehalten werden.

Verbraucherschützer kritisiert Gesetzgeber

Verbraucherschützer Nauhauser kritisiert mangelnde Vorgaben durch den Gesetzgeber: "Wenn man die Altersvorsorge privatisiert, muss man auch darauf achten, dass der Markt funktioniert." Er forderte die Politik zur Einführung konkreter Kostenobergrenzen für Riesterverträge auf. Dies müsse auch für Guthaben gelten, das im Zuge eines Anbieterwechsels übertragen werden soll. Die Riesterrente wurde vom Gesetzgeber geschaffen, um die private Vorsorge staatlich zu fördern. Der Erhalt der eingezahlten Beiträge und der staatlichen Zulagen ist bei Riester-Verträgen garantiert.

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