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Riester-Rente: Was Sparer zur Wohn-Riester wissen müssen

Riesterrente  

Wohn-Riestern mit Stolperfallen

17.02.2009, 10:54 Uhr | jdc, dapd , t-online.de

Beim Wohn-Riester müssen Häuslebauer einiges beachten (Foto: dpa)Beim Wohn-Riester müssen Häuslebauer einiges beachten (Foto: dpa) Seit fast drei Monaten sind die ersten Wohn-Riester-Produkte zu haben: Als Bausparvertrag, Hypothekendarlehen oder Mix aus Bausparen und tilgungsfreiem Kredit. Wer eine Immobilie kaufen oder bauen will, sollte jedoch genau prüfen, ob und in welcher Variante er die neue staatliche Unterstützung zur Finanzierung mitnehmen könnte, raten Verbraucherschützer. Es lauern einige Fallstricke.

Ratgeber - Was Sparer zu Wohn-Riester wissen müssen
Schritt für Schritt erklärt - Die Riesterrente

Experten raten von Bausparverträgen ab

Statt Miete drückt beim Wohn-Riester im Alter die Steuerlast. Dann holt sich der Fiskus einen Teil der Förderung zurück, wie bei der normalen Geldrente auch. Bausparverträge hält Christiane Kienitz, Baufinanzierungsexpertin der Verbraucherzentrale Hessen, für alles andere als empfehlenswert - auch wenn die Bausparkassen momentan kräftig dafür Werbung machen. Gegen einen mageren Anlagezins sichert man sich zwar günstige Zinsen für später und kann bereits während der Ansparphase die Zulage kassieren. Riester-Bausparer sollten allerdings sehr sicher sein, dass sie später tatsächlich Häuslebauer sind. Wird aus den eigenen vier Wänden nichts, wird aus dem Riester-Modell eine schlechte Geldanlage, gibt Niels Nauhauser von der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg zu bedenken.

Wohn-Riester-Darlehen empfehlenswert

Auch von der Kombilösung sollten potenzielle Immobilienbesitzer eher die Finger lassen. "Zu teuer", winkt Josephine Holzhäuser von der Verbraucherzentrale in Mainz ab. Beim Kombikredit wird ein Bausparvertrag mit einem tilgungsfreien Darlehen vorfinanziert. Überlegenswert sind nach Expertenansicht bislang nur die von Geldinstituten angebotenen Riester-Kredite. Für solche Immobiliendarlehen bekommen Hausbesitzer Zulagen und Steuervorteile wie beim sonstigen Riester-Sparen fürs Alter. Mit der staatlichen Förderung kann das Darlehen getilgt werden. Voraussetzung: Die vier Wände wurden nach 2007 gebaut oder gekauft und werden vom Sparer selbst genutzt. Bezuschusst werden nur Tilgungsanteile. Für Zinsen gibt der Staat nichts dazu.

Keine schlechteren Zinssätze akzeptieren

Diese Art von Wohn-Riester kann dann zum Geschäft werden, wenn der Zinssatz mit dem von klassischen Hypothekenkrediten konkurrieren kann. Sonst frisst der schlechtere Zins die staatliche Geldspritze auf. "Ob sich ein Riester-Darlehen lohnt, hängt vom Einzelfall ab", betont Verbraucherschützerin Kienitz. Je nach Einkommen, Alter, Kinderzahl und Finanzierung fällt die Förderbilanz eines Bauherrn unterschiedlich aus. Bislang sind Riester-Kredit-Angebote der Banken rar.

Teils unflexible Regelungen beim Wohn-Riester

Die Zulagen betragen pro Erwachsenem 154 Euro jährlich, für jedes Kind 185 Euro. Für ab 2008 geborene Kinder sind es 300 Euro pro Jahr. Für die volle Förderung müssen zusammen mit den staatlichen Zulagen vier Prozent des sozialversicherungspflichtigen Einkommens des Vorjahres eingezahlt werden. Der geförderte Höchstbetrag: 2100 Euro. Eine vierköpfige Familie mit einem 2009 geborenen Kind kann beispielsweise 793 Euro Zulage im Jahr bekommen. Bevor sich Interessenten fürs Wohn-Riestern entscheiden, sollten sie sich unbedingt mit den strengen Vorgaben vertraut machen, rät Verbraucherschützerin Holzhäuser. Unflexible Regelungen und Pferdefüße gebe es zuhauf: "Wer lebenslang im Eigenheim wohnt, gut verdient, vorbildlich spart, sich nie vom Partner trennt und nicht früh stirbt, kann profitieren und Geld sparen."

Steuerschuld auch nach dem Tod

Dem Wohn-Riester-Sparer sollte klar sein, dass er seine Schulden spätestens bis zum 68. Lebensjahr abgebaut haben muss. Außerdem sitzt ihm im Rentenalter der Fiskus im Nacken. Der Eigenheimbesitzer zahlt zwar keine Miete. Für die geflossenen Fördergelder samt zwei Prozent Zinsen muss er aber Steuern zahlen, und zwar in Raten, bis zum 85. Lebensjahr. Und das bei geschrumpftem Einkommen als Ruheständler. Wer die Steuersumme auf einen Schlag zu Rentenbeginn parat hat, bekommt 30 Prozent Rabatt. Auch wer sein Häuschen verkauft, wird besteuert und das auf einen Schlag. Ausnahmen: Er steigt mit dieser Summe innerhalb eines Jahres in einen anderen Riester-Vertrag ein oder kauft innerhalb von vier Jahren ein anderes selbst genutztes Objekt. Vor dem Wohn-Riestern sollte man auch an die Kinder denken: Stirbt der Häuslebauer, ist seine Steuerschuld nicht etwa vom Tisch. Zurückzahlen müssen dann die Erben zum Steuersatz des Verstorbenen. "Wohn-Riestern will prinzipiell gut überlegt sein, wer will sich schon so stark festlegen?", gibt Kienitz zu bedenken.

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