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Mitarbeiterbeteiligung wird künftig stärker gefördert

Geldanlage  

Mitarbeiterbeteiligung wird künftig stärker gefördert

10.02.2010, 17:44 Uhr | bab, dapd, AFP, dpa-tmn, dpa

Mitarbeiterbeteiligung wird stärker gefördert (Quelle: t-online.de)Mitarbeiterbeteiligung wird stärker gefördert (Quelle: t-online.de) Arbeitnehmer können sich künftig stärker steuerbefreit an ihren Unternehmen beteiligen. Der Bundesrat stimmte am Freitag dem so genannten Mitarbeiterkapitalbeteiligungs-Gesetz zu. Die Neuregelung komme zwar in einem schwierigen konjunkturellen Umfeld, hieß es in einer Mitteilung des Bundesarbeitsministeriums in Berlin, das Gesetz ziele aber auf eine mittel- und langfristige Wirkung.

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360 Euro steuerfrei

Künftig steigt der Fördersatz für vermögenswirksame Leistungen, die in Beteiligungen angelegt werden, von 18 auf 20 Prozent. Parallel werden die Einkommensgrenzen im Vermögensbildungsgesetz auf 20.000 Euro für Ledige und 40.000 Euro für Ehepaare erhöht. Diese Grenze legt fest, bis zu welcher Höhe des Einkommens die staatliche Förderung gewährt wird. Beschäftigte können von ihrer Firma zudem nun direkt Anteile von jährlich bis zu 360 Euro (statt bisher 135 Euro) erhalten. Dieser Erwerb ist steuer- und abgabenfrei und muss laut Gesetz allen Arbeitnehmern offenstehen, die länger als ein Jahr in dem Unternehmen beschäftigt sind.

Scharfe Regeln für Mitarbeiterfonds

Neben der Anlage im eigenen Unternehmen werden auch indirekte Beteiligungen über noch einzurichtende Mitarbeiterfonds gefördert. Das darin angesammelte Kapital muss zu 60 Prozent in die beteiligten Unternehmen investiert werden. 40 Prozent dürfen in gängige Anlagewerte fließen. Zudem gibt es komplexe Schutzmechanismen, die einen zu hohen Investmentanteil derivater Finanzinstrumente verhindern sollen.

Lobgesang aus der Politik

"Die Chance, unmittelbar am Erfolg des Unternehmens teilzuhaben, kann die Leistungsbereitschaft und das Verantwortungsbewusstsein der Arbeitnehmer erhöhen", warb der nordrhein-westfälische Arbeitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) in der Länderkammer für die Neuregelung. Das stärke auch das Verständnis dafür, wenn es dem Unternehmen einmal nicht so gut gehe. Dass gerade bei Kapitalanlagen die langfristige Perspektive zähle, sei eine der Lehren aus der Finanz- und Wirtschaftskrise, hieß es aus den Reihen der beteiligten Politiker weiter.

Wirtschaft bleibt skeptisch

Es gibt jedoch nicht nur Lob. Viele Vertreter der Wirtschaft sehen das Gesetz skeptisch oder üben sogar offene Kritik. Wie zum Beispiel Martin Wansleben, Hauptgeschäftsführer des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), der das Gesetz Mitte vergangenen Jahres als "überflüssig" bezeichnete. Wansleben und andere Kritiker verweisen auf den freien Kapitalmarkt, wo Mitarbeiter auch ohne neues Gesetz Aktien und Fonds erwerben könnten.



Eine Million Belegschaftsaktionäre

Bei seiner Kritik vergisst Wansleben jedoch, dass der Kauf von Wertpapieren am freien Kapitalmarkt nicht selten mit hohen Kosten verbunden ist. Viele Großunternehmen bieten ihren Mitarbeitern deshalb bereits jetzt intern Aktienkaufprogramme an, da Belegschaftsaktionäre als verhältnismäßig treue Investoren gelten, die selten Ärger bereiten. Als Gegenleistung gibt es die Anteilsscheine billiger. Abschläge von bis zu 50 Prozent des Nominalwerts sind hier keine Seltenheit. Eine Million dieser Belegschaftsaktionäre gibt es deshalb bereits in Deutschland.

Staat schießt zu

Der Staat fördert diese Kapitalbeteiligung von Mitarbeitern an Unternehmen nach der neuen Regelung mit einer Steuerbefreiung von 360 Euro. Erhält der Mitarbeiter beispielsweise eine Aktie mit einem Kurswert von 100 für 50 Euro, können sieben Anteile erworben werden, ohne die Grenze zu überschreiten. Bei weiteren verbilligten Anteilen muss der Rabatt als geldwerter Vorteil versteuert werden. Darüber hinaus bieten die Belegschaftsaktien noch einen zusätzlichen Vorteil: Investieren Mitarbeiter bis zu einem Höchstbetrag von 400 Euro von ihrem Nettoeinkommen, legt der Staat zukünftig 20 statt 18 Prozent oben drauf. In Zahlen: noch einmal 80 Euro.

Rendite lockt bei hohem Risiko

Dank dieser Vorteile ist mit Belegschaftsaktien nach sechs Jahren Haltedauer eine durchschnittliche Jahresrendite von elf Prozent möglich, ergibt eine Modellrechnung der Gesellschaft für innerbetriebliche Zusammenarbeit (GiZ) in Kassel, ein auf Mitarbeiterbeteiligung spezialisiertes Beratungsunternehmen. Das klingt attraktiv, doch Beschäftigte sollten nicht ihr ganzes Vermögen in Belegschaftsaktien stecken. Denn es gibt auch ein großes Risiko. Geht das Unternehmen pleite, erwischt es die Beschäftigten doppelt. Arbeitsplatz und Vermögen sind futsch. Es sollte deshalb nicht das gesamte verfügbare Kapital in solche Beteiligungen gesteckt werden.

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