Sie sind hier: Home > Finanzen > Altersvorsorge > Rentenbesteurung >

Riestern für Berufseinsteiger

Riesterrente  

Riestern für Berufseinsteiger

20.04.2009, 14:38 Uhr | jdc, dpa-tmn

Die Riesterrente lohnt sich dank Extra-Bonus besonders für junge Sparer (Quelle: imago images)Die Riesterrente lohnt sich dank Extra-Bonus besonders für junge Sparer (Quelle: imago images) Auf Plakatwänden, in Fernsehspots und Zeitschriftenanzeigen: Überall wird Jugendlichen eingebläut, dass sie für das Alter vorsorgen sollen. Am besten sollten sie "riestern", heißt es immer wieder. Dieses Wort verweist auf die nicht leicht zu durchschauenden Angebote staatlich geförderter Altersvorsorge. Welche Produkte zu einem Azubi, einem Studenten oder Berufsanfänger passen, ist nicht auf den ersten Blick erkennbar.

Schritt für Schritt erklärt - Die Riesterrente
Abgeltungsteuer - Mit Riester Steuern sparen
Finanzkrise - Wie sicher ist meine Altersvorsorge?
Ratgeber - Was Sparer zum Wohn-Riester wissen müssen

Vier Riester-Varianten

Mehrere Riester-Förderungen stehen zur Auswahl: Der Staat fördert Banksparpläne, Rentenversicherungen, das Eigenheim-Sparen und Aktienfonds-Sparpläne. Wie viele Experten rät Achim Tiffe vom Institut für Finanzdienstleistungen (iff) in Hamburg trotz Wirtschaftskrise und Kursstürzen weiter zu Fondssparplänen.
Langfristig gesehen böten Fonds hohe Renditen und einen gewissen Schutz vor einer möglichen Inflation. Allerdings sei es sinnvoll, sich auf vergleichsweise verlässliche Fondsanteile zu beschränken: "Dass es alle DAX-Unternehmen in 30 Jahren nicht mehr gibt, ist sehr unwahrscheinlich."

Begrüßungsbonus von 200 Euro für junge Sparer

Selbst wenn die Kurse weiter talwärts rutschen, müssen sich junge Riester-Anleger keine Sorgen machen, sagt Karina Lück von der Deutschen Rentenversicherung in Berlin. Denn mindestens die eingezahlte Summe und die staatlichen Zulagen bekomme jeder garantiert zurück. Das bietet Sicherheit. Und die Zulagen sind das, was Riester-Angebote so lohnenswert macht: 154 Euro schießt der Staat einem Sparer pro Jahr zu, dazu kommen 185 Euro für jedes Kind. Für Nachwuchs, der ab 2008 zur Welt gekommen ist, gibt es sogar 300 Euro jährlich. Und wer bis zum 25. Geburtstag abschließt, erhält als Begrüßungsbonus einmalig 200 Euro.

Riestern ab 5 Euro im Monat

Um Anspruch auf die Riester-Zulagen zu haben, müssen Berufseinsteiger nur vier Prozent ihres Vorjahres-Bruttoeinkommens anlegen. Wer kein Vorjahreseinkommen hatte, kann mit 5 Euro pro Monat beginnen. Der jährliche Antrag auf Zulagen erübrigt sich mit einem Dauerzulagenantrag, der dem Anbieter am besten beim Vertragsabschluss übergeben wird. Ein weiteres Argument für Riester-Anlagen ist laut Lück, dass sie "Hartz-IV-sicher" sind. Das bedeutet, dass junge Menschen im Fall von Arbeitslosigkeit ihre Altersvorsorge nicht aufbrauchen müssen, bevor sie staatliche Leistungen erhalten.

Riester-Rentenversicherungen nichts für Berufseinsteiger

Nicht alle Riester-Produkte eignen sich allerdings für Berufsanfänger. Von Riester-Rentenversicherungen sollten sie eher Abstand nehmen, raten manche Verbraucherschützer. Erk Schaarschmidt von der Verbraucherzentrale Brandenburg in Potsdam sieht in ihnen sogar "Subventionsprodukte für die Versicherungswirtschaft". Die Kosten der Verträge seien hoch, die Policen zu unflexibel.

Flexible Riester-Banksparpläne

Weil sie feststellen, dass ein Abschluss für sie nicht das Richtige oder der Monatsbeitrag zu hoch war, kündigen laut Schaarschmidt sehr viele Anleger ihre Verträge vorzeitig und verlieren damit viel Geld. Rentenversicherungen lohnen sich eher als langfristige Vorsorge - ein Abschluss sollte daher genau geprüft werden. Flexibel und sehr sicher seien dagegen Riester-Banksparpläne. Neben den staatlichen Garantien und Zulagen böten sie sichere, wenn auch bescheidene Zinsen.

Immer auf dem Laufenden - Der Altersvorsorge & Rente Newsletter

Experten raten noch vom Wohn-Riester ab

Vom Wohn-Riester rät Tiffe jungen Leuten ab. Selbst wer schon in jungen Jahren weiß, dass er sich mit einer Immobilie längere Zeit an einen bestimmten Ort binden will, fahre besser mit einer klassischen Finanzierung. "Wir haben das durchgerechnet, und sind zu dem Ergebnis gekommen, dass eine klassische Finanzierung günstiger ist." Die bisherigen Produkte seien zu teuer.

Langsam anfangen

Für welche Art der Altersvorsorge sich Berufsanfänger auch entscheiden: Sie sollten langsam anfangen. Es sei der klassische Fehler, dass sich junge Leute übernehmen, sagt Achim Tiffe vom Institut für Finanzdienstleistungen in Hamburg. "Zuerst machen viele gar nichts und dann schließen sie einen Vertrag über 300 Euro im Monat ab, zu dem sie ein Vermittler wegen der Provision drängt." Nach zwei bis drei Jahren brechen die meisten ab. Erfolgsversprechender sei langfristig eine Strategie der kleinen Schritte: "Mit 20 Euro im Monat anfangen, dann 50 und irgendwann 100." Die Karriere bestimmt das Tempo. Der Zeitpunkt zum Aufstocken sei eine Gehaltserhöhung.

Mehr zum Thema Riesterrente:
Riesterrente - Deutschland muss vermutlich Riesterrente ändern
Riesterrente - Aktiendebakel macht Riester-Fondssparern Sorgen
Geförderte Altersvorsorge - Riesterrente trotzt Krise
Riesterrente - Warum Riester-Fonds klemmen
Altersvorsorge - Frühstarter fahren später die reichste Ernte ein
Archiv -

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

myToysbonprix.deOTTOUniceftchibo.deLIDLBabistadouglas.deBAUR

shopping-portal