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Riesterrente: Riester-Sparen ähnelt Lotterie

Riesterrente  

Keine Transparenz: Riester-Sparen ähnelt Lotterie

07.12.2009, 17:14 Uhr | AP, jdc, AFP, t-online.de

Riesterrente: Die Wahl eines guten Riester-Vertrages gleicht einer Lotterie (Foto: imago)Die Wahl eines guten Riester-Vertrages gleicht einer Lotterie (Foto: imago) Die Entscheidung für ein staatlich gefördertes Riester-Produkt zur Altersvorsorge gleicht einer Studie zufolge einer Lotterie: Die Verbraucher könnten die Kosten für Abschluss und Verwaltung sowie für einen Vertragswechsel oft kaum erkennen und daher auch nicht vergleichen, heißt es in einer am Montag veröffentlichten Studie der Universität Bamberg für den Verbraucherzentrale Bundesverband (vzbv).

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Viele Riester-Verträge weisen die Kosten nicht richtig aus

Laut dem Gutachten der Uni Bamberg halten nur knapp die Hälfte der Anbieter von Riester-Produkten nutzbare Kosteninformationen für den Verbraucher bereit. Fast 40 Prozent der Angebote weisen die Kosten nicht wie vorgeschrieben in Euro aus oder machen nur teilweise Angaben dazu. Ein Drittel der Angebote enthält demnach keine Angaben zu den Kosten eines Vertragswechsels, und fast ein Viertel keine hinreichenden Angaben zu den Abschluss- und Verwaltungskosten.

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Staatliche Fördergelder wandern vielfach zu den Anbietern

Die Untersuchung zeige zudem "dramatische" Unterschiede zwischen und innerhalb der Produktgruppen, erklärte der vzbv. Als Ergebnis landeten staatliche Fördergelder vielfach nicht bei den Berechtigten, sondern als Provisionen bei den Anbietern.

Öko-Test bemängelt auch intransparente Kostenangaben

Auch ein Test der Zeitschrift "Öko-Test" bemängelt die "nach wie vor völlig intransparenten" Kostenangaben bei Riester-Verträgen. Die Anbieter verschwiegen vor allem oft, dass von den staatlichen Zulagen Abschluss- und Verwaltungskosten abgingen. Sie würden oft einen Großteil der versprochenen Verzinsung von mindestens 2,25 Prozent aufzehren. Die Verwaltungskosten seien bei Riesterrenten fast durchweg höher als bei ungeförderten Versicherungen, ergab der Test.



13 Millionen Riester-Sparer in Deutschland

Rund 13 Millionen Verbraucher hierzulande sparen nach Angaben des Arbeitsministeriums bereits mit einem Riester-Produkt Geld fürs Alter. Der Staat gewährt ihnen eine jährliche Grundzulage von 154 Euro, die Kinderzulage beträgt 185 bis 300 Euro. Seit diesem Jahr erhalten zudem Riester-Sparer unter 25 Jahren einen einmaligen "Berufseinsteigerbonus" von 200 Euro. Die Förderung gibt es seit 2001 für die Anlageformen Rentenversicherung, Aktienfonds und Banksparplan und seit 2008 auch für den Kauf oder das Abbezahlen einer Immobilie.

Verbraucherschützer fordern Vereinfachung der Riesterrente

Angesichts der schlechten Urteile der Studie zu den Riester-Produkten forderte der vzbv, die Produkt- und Kosteninformationen der Angebote müssten alle wesentlichen Informationen verständlich ausweisen und standardisiert werden. Verbrauchern müsse es etwa durch vergleichbare Kosten-Kennziffern zudem ermöglicht werden, auch zwischen verschiedenen Produktgruppen - also etwa einer Rentenversicherung und einem Aktienfonds - zu vergleichen. Die Bundesregierung müsse zudem die anbieterunabhängige Beratung stärken.

"Generalinspektion der Altersvorsorge" nötig

Von der zuständigen Arbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) forderte der vzbv eine "Generalinspektion der Altersvorsorge". Acht Jahre nach Einführung der Riesterrente sei es "höchste Zeit, die Effektivität und Effizienz der Altersvorsorge auf den Prüfstand zu stellen", erklärte vzbv-Chef Gerd Billen. Das Gutachten der Uni Bamberg zeige, wie groß der Handlungsbedarf hier sei.

Die Hälfte der t-online.de-Nutzer riestert nicht

Bei einer laufenden Umfrage unter 14.600 t-online.de-Nutzern gaben knapp 58 Prozent an, dass sie überhaupt nicht riestern. 22,4 Prozent der Riester-Sparer unter den Befragten setzen auf eine geförderte Rentenversicherung. 15,3 Prozent sparen mit Riesterfondssparplänen fürs Alter. Banksparpläne (3 Prozent) sowie Wohn-Riester (1,5 Prozent) werden kaum von t-online.de-Lesern genutzt.

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