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Rente mit 67: Massive Kritik an Ursula von der Leyen

Rentendiskussion  

Massive Kritik an von der Leyens Vorschlägen

15.04.2010, 17:23 Uhr | apn

 Rente mit 67: Massive Kritik an Ursula von der Leyen. Von der Leyen in der Kritik für ihre Vorschläge zur Rente mit 67 (Foto: rtr)

Von der Leyen in der Kritik für ihre Vorschläge zur Rente mit 67 (Foto: rtr)

Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen hat mit Äußerungen zur Rente mit 67 für Aufregung gesorgt. Kritik entzündete sich vor allem daran, dass die CDU-Politikern älteren Handwerkern geraten hatte, Büroarbeiten zu übernehmen. Die wurde von IG-BAU-Chef Klaus Wiesehügel, der VdK-Präsidentin Ulrike Mascher und dem rheinland-pfälzischen Ministerpräsidenten und früheren SPD-Vorsitzenden Kurt Beck am Mittwoch prompt abgelehnt. Der Arbeitsrechtler Guido Raddatz äußerte dagegen Verständnis für die Position der Ministerin. Von der Leyen hatte zuvor erneut Ausnahmeregelungen bei der Rente mit 67 abgelehnt und stattdessen mehr Flexibilität gefordert. "Wir müssen einfach kreativer denken. Ob Dachdecker oder Bäcker, niemand muss mit 66 noch genau dasselbe machen, was er mit 16 gelernt hat", sagte die CDU-Politikerin der "Rheinischen Post". "Wer Berufserfahrung hat, kann auch Büroarbeit in seiner Branche übernehmen."

Von der Leyen "beunruhigt" über die SPD

Von der Leyen zeigte sich "beunruhigt" über die Haltung der SPD zur Rente mit 67: "Ich setze aber auf die Kräfte der Vernunft in den Spitzen von Partei und Fraktion, die sehen, dass es auch um Generationengerechtigkeit und die Glaubwürdigkeit von Sozialpolitik in einer alternden Gesellschaft geht."

IG BAU: "Äußerungen lebensfremd"

Die IG BAU kritisierte die Äußerungen der CDU-Politikerin als lebensfremd. Wenn sie Beschäftigten, die körperlich hart arbeiteten und es bis zur Rente nicht schafften, rate, in andere Berufe zu wechseln, gehe das an der Arbeitswirklichkeit völlig vorbei, sagte der IG-BAU-Bundesvorsitzende Wiesehügel. "Dachdecker, Maurer, Eisenflechter oder Betongießer ins Büro verpflanzen zu wollen, wird nicht funktionieren." Woher die Ministerin diese Jobs nehmen und wie sie die Arbeitgeber zu einem solchen Jobwechsel motivieren wolle, "bleibt schleierhaft", sagte Wiesehügel. Zudem sei der Vorschlag eine Missachtung der Lebensleistung körperlich hart arbeitender Menschen.

Beck: "Quatsch mit Soße"

Ex-SPD-Chef Beck, der Ausnahmen bei der Rente mit 67 befürwortet, bezeichnete von der Leyens Vorschlag als "Quatsch mit Soße" und "fern der Realität". Jemand, der 40 Jahre auf dem Bau gearbeitet habe, könne nicht einfach so im Büro eingesetzt werden, sagte der rheinland-pfälzische Ministerpräsident in Mainz. Es werde weiterhin flexible Übergangslösungen in die Rente mit 67 geben müssen. Beck verwies auf seine Vorschläge eines individuellen Rentenkontos für solche Fälle, von denen dann die Abschläge der Rentenkassen ausgeglichen werden könnten.

Sozialverband nimmt Ministerin-Vorschläge nicht ernst

Die Präsidentin des Sozialverbandes VdK, Mascher, bezeichnete von der Leyens Pläne für ältere Arbeitnehmer als "realitätsfern". "Ich kann diese Äußerungen kaum als konkrete Vorschläge ernst nehmen. Ich fürchte, die Ministerin ist ziemlich weit weg von der Praxis in der Arbeitswelt", sagte Mascher der "Leipziger Volkszeitung". Es mache keinen Sinn, die Rente mit 67 mit "bunten Ideen" zu verteidigen, wenn derzeit viele Arbeitnehmer kaum die Chance haben, bis 65 zu arbeiten.

Arbeitsmarkt verteidigt von der Leyens Plädoyer

Dagegen verteidigte der Berliner Arbeitsmarktexperte Guido Raddatz von der Leyens Plädoyer für die Rente mit 67. "Die demografische Entwicklung lässt uns doch kaum eine andere Wahl: Der Fachkräftemangel kommt. Auf ältere Arbeitnehmer, besonders die fachlich gut qualifiziert sind, können wir künftig kaum verzichten", sagte der Diplom-Volkswirt von der Stiftung Marktwirtschaft dem Blatt. Wer sich rechtzeitig weiterbilde, sei daher künftig auch noch im Alter auf dem Arbeitsmarkt gefragt.



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