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Altersvorsorge: Junge Leute verschätzen sich bei der Vorsorge

Umfrage  

Junge Leute verschätzen sich bei der Vorsorge

07.05.2010, 17:40 Uhr | apn, dapd

Altersvorsorge: Junge Leute verschätzen sich bei der Vorsorge. Jeder fünfte Jugendliche macht sich kaum Gedanken über Altersvorsorge (Foto: imago)

Jeder fünfte Jugendliche macht sich kaum Gedanken über Altersvorsorge (Foto: imago)

Junge Leute schätzen einer Studie zufolge ihr Wissen über Altersversorgung falsch ein. So sagten in einer Befragung von TNS Infratest mehr als ein Drittel, sie könnten die Begriffe Riesterrente und betriebliche Altersvorsorge erklären. Fragt man sie dann aber nach dem Ausdruck Bruttoentgeltumwandlung, haben nur 12 Prozent überhaupt davon gehört. Zugleich ist ihnen das Risiko der Altersarmut bewusst, aber nur wenige können genug für die private Vorsorge zurücklegen. Für die Studie im Auftrag von Metallrente, dem Versorgungswerk der IG Metall und des Arbeitgeberverbandes Gesamtmetall, befragte TNS Infratest 2500 junge Leute. Danach äußerten 61 Prozent die Befürchtung, sie könnten im Alter nur eine Mindestversorgung erhalten: Dabei war der Anteil junger Frauen deutlich höher als der der Männer.

Jeder fünfte spart nicht fürs Alter

78 Prozent erklärten, sie wollten für ihre Zukunftsvorsorge so viel Geld wie möglich beiseite legen. "Das bedeutet im Umkehrschluss allerdings auch, dass 22 Prozent der Jugendlichen es nicht für notwendig oder möglich erachten, sich darum zu kümmern", heißt es in der Studie weiter. Mehr als die Hälfte der Jugendlichen (51 Prozent) spart regelmäßig, weitere 31 Prozent ab und zu, und 16 Prozent sparen nicht. Bei den Spargründen stehen an erster Stelle größere Anschaffungen, gefolgt von Vorsorge für unvorhersehbare Lebensfälle. Bereits auf Platz drei folgt mit 55 Prozent die Altersvorsorge. Allerdings hält nach Einschätzung der Forscher häufig Geldknappheit junge Leute von ausreichender Vorsorge ab sowie "der Hedonismus, der neben der bewussten verantwortlichen Lebensplanung eine gewisse Rolle in der jugendlichen Mentalität spielt".

Verunsicherte Anleger

Die Finanzkrise hat das Vertrauen vieler in Banken und Versicherungen erschüttert - so stimmten rund 60 Prozent der Aussage zu: "Man weiß nicht mehr, wem man in so weitreichenden Fragen wie der Altersvorsorge vertrauen kann." Eine große Mehrheit wünscht sich deshalb mehr Kontrolle des Staates: 77 Prozent erklärten, sie würden sich sicherer fühlen, wenn der Staat die Produkte der Banken und Versicherungen besser überwachen würde.

Schulfach "Ökonomische Bildung" gefordert

53 Prozent der Befragten erklärten, sie würden sich in finanziellen Fragen "gut" oder "sehr gut" auskennen. "Weniger gute" finanzielle Kompetenz bescheinigen sich 43 Prozent, und mehr als ein Drittel der Jugendlichen fühlt sich von den verfügbaren Informationen über finanzielle Dinge überfordert. Der Jugendforscher Klaus Hurrelmann, der die Studie wissenschaftlich begleitete, fordert deshalb die Einführung eines Schulfachs "Ökonomische Bildung". Die Fähigkeiten Jugendlicher in Finanzdingen müsse deutlich erhöht werden. Die meisten jungen Leute wünschen sich dies auch, wie aus der Befragung hervorgeht.

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