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Lebensversicherung: Garantiezins kommt ins Wanken

Lebensversicherung: Der Garantiezins kommt ins Wanken

10.08.2010, 18:10 Uhr | cs

Lebensversicherung: Garantiezins kommt ins Wanken. Der niedrige Leitzins bringt den Garantiezins von Lebensversicherungen unter Druck (Foto: imago)

Versicherer müssen ihre Kostenstruktur bei Lebensversicherungen nicht offen legen (Foto: imago)

Die Garantiezinsen von Lebensversicherungen geraten zunehmend unter Druck. Während sich Versicherte Mitte der 90er Jahre über eine garantierte Verzinsung von vier Prozent freuen konnten, sind die Renditen seitdem im freien Fall. "Welt Online" will erfahren haben, dass Neuverträge bald nur noch mit weniger als zwei Prozent zu haben sind. Damit würde des Deutschen liebstes Altersvorsorgeprodukt immer unattraktiver. Wir erklären, wieso die Renditen stetig sinken und was das für Versicherte bedeutet.

Sinkende Umlaufrendite drückt auf den Garantiezins

Ursache für den Zinsschwund sind die historisch niedrigen Umlaufrenditen einerseits und die niedrigen Zinssätze andererseits. Denn die Leitzinsen der EZB sind wegen der Wirtschaftskrise auf einem historischen Tiefstand. Mit billigem Geld versuchten die Währungshüter der Krise Herr zu werden. Was die Banken freut, weil sie sich fast kostenlos mit frischem Kapital versorgen können, drückt bei den Lebensversicherungen auf die Stimmung. Sie suchen für ihre Kundengelder möglichst gewinnbringende Anlagen mit wenig Risiko - und da sind hohe Zinssätze und Umlaufrenditen ein deutlicher Vorteil.

Seit der Finanzkrise sind solche Investments allerdings Mangelware. Denn auch die Umlaufrendite - eine Kennzahl für die durchschnittliche Rendite aller im Umlauf befindlichen festverzinslichen Bundeswertpapiere - kennt zur Zeit nur eine Richtung: nach unten. Dabei ist die Umlaufrendite für die Versicherung ein zentraler Orientierungspunkt. Der Garantiezins der Lebensversicherungen richtet sich nach dieser Kenngröße. Sie notiert mit 2,2 Prozent nahe ihres historischen Tiefpunkts und damit unter der garantierten Verzinsung von 2,25 Prozent.

Garantiezinsen werden wohl angepasst

Sinkt die Umlaufrendite sehr stark, senken Finanzaufsicht und Bundesfinanzministerium in der Regel den Garantiezins für Neuverträge. Darüber hinaus weist "Welt Online" daraufhin, dass immer dann, wenn die Umsatzrendite unter die garantierte Verzinsung fiel, im Anschluss auch der Garantiezins gesenkt wurde - meist um 0,5 Prozentpunkte. Damit wird es für die Assekuranzen immer schwieriger, ihren Kunden eine attraktive Verzinsung anzubieten. Und somit lohnen sich die Versicherungen für die Sparer immer weniger, weil sie schlicht zu niedrige Renditen abwerfen.

Insgesamt verdichten sich zur Zeit die Zeichen, dass die Versicherungen in Bälde ihre Garantiezinsen anpassen müssen. Dies zeigt etwa die Einschätzung der deutschen Finanzmathematiker. Noch im Frühjahr hatten sie sich dafür ausgesprochen, den Garantiezins bei 2,25 Prozent zu halten. "Bei anhaltender Zinsflaute müssen wir für das darauf folgende Jahr eine andere Empfehlung abgeben", so Henning Wergen vom Berufsverband der deutschen Aktuare (DAV) gegenüber dem Online-Portal. In der DAV versammeln sich die Finanzmathematiker der Versicherungen. Auf Grundlage ihrer Ratschläge setzt das Bundesfinanzministerium den Garantiezins für die Assekuranzen fest.

Durchschnittliche Verzinsung markiert Tiefststand

Auch die Versicherungen haben die mögliche Absenkung des Garantiezinses durch das Finanzministeriums bereits auf dem Schirm: "Ich gehe davon aus, dass das kommende DAV-Verfahren auf eine Senkung des Garantiezinses weisen wird", erklärte Johannes Lörper von der Ergo Lebensversicherung gegenüber "Welt Online". Also keine guten Aussichten für die Millionen Versicherten in Deutschland. Denn nach wie vor ist die Kapitallebensversicherung das beliebteste Altersvorsorgeprodukt der Republik. Durch stetig sinkenden Renditen wird es aber immer unattraktiver für Sparer in Deutschland. Denn bereits ein Prozent weniger Rendite schmälert nach einer Ansparzeit von vielen Jahrzehnten den Zinsgewinn deutlich.

Dabei leiden nicht nur Neukunden unter den stetig sinkenden Garantiezinsen. Auch Bestandskunden mussten in den vergangenen Jahren wiederholt Zinsabschläge hinnehmen. Laut "Welt Online" beträgt in diesem Jahr die durchschnittliche Verzinsung von Lebensversicherungen 4,22 Prozent und markiert damit einen historischen Tiefststand. Vorbei die Zeiten, als sich Kunden über eine jährliche Verzinsung von sieben und mehr Prozent freuen konnten.

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