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Lebensversicherung: Garantiezins wird 2011 sinken

Lebensversicherung: Sparern droht Rekordtief beim Garantiezins

08.09.2010, 12:26 Uhr | cs

Lebensversicherung: Garantiezins wird 2011 sinken. Der niedrige Leitzins bringt den Garantiezins von Lebensversicherungen unter Druck (Foto: imago)

Der niedrige Leitzins bringt den Garantiezins von Lebensversicherungen unter Druck (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Deutschen Sparern droht ein Rekordtief beim Garantiezins von Lebensversicherungen. Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf die Ratingagentur Assekurata berichtet, werden die Lebensversicherung wohl früher als ihnen lieb sein wird auf den Einbruch der Renditen am Kapitalmarkt reagieren müssen. Bereits kommendes Jahr werden sie wohl ihren Garantiezins senken müssen. Falls dieser unter zwei Prozent fällt, wäre dies ein Rekordtief für alle Sparer in Deutschland. Allerdings sind nur Neuverträge von dem Einbruch des Garantiezinses betroffen - Sparer mit bestehenden Verträgen profitieren noch von höheren Garantiezinsen.

Zinsrückgang bei Staatsanleihen

"Durch den starken Zinsrückgang ist der Druck deutlich gestiegen", sagte der Geschäftsführer der Ratingagentur Assekurata, Reiner Will, im Gespräch mit dem "Handelsblatt". Damit geraten die Garantiezinsen von Lebensversicherungen zunehmend unter Druck. Während sich Versicherte Mitte der 90er Jahre über eine garantierte Verzinsung von vier Prozent freuen konnten, sind die Renditen seitdem im freien Fall. Fällt der Garantiezins tatsächlich unter zwei Prozent - und davon gehen viele Experten aus - würde des Deutschen liebste Altersvorsorge immer unattraktiver.

Dagegen beurteilen die Versicherungen die aktuelle Lage etwas optimistischer: Ergo-Vorstandsmitglied Johannes Lörper erwartet eine Senkung erst für das Jahr 2012. Doch die Versicherungen haben auf die Bestimmung des Leitzins gar keinen unmittelbaren Einfluss. Denn die Höhe dieser für die Versicherungen so wichtigen Kenngrößen setzt des Finanzministeriums fest. Der Zusammenschlusses der Versicherungsmathematiker, die Deutsche Aktuarvereinigung (DAV), empfiehlt dem Haus lediglich die Höhe des Garantiezinses.

Renditeflaute drückt auf Garantiezins

Dabei ist die Bestimmung des Garantiezinses durch die Regeln der Aktuarvereinigung und Paragraf 65 im Versicherungsaufsichtsgesetz (VAG) festgelegt. Demnach muss der Garantiezins gesenkt werden, wenn die Versicherer mit zehnjährigen Bundesanleihen nicht mehr den garantierten Zins erzielen können.

Die Umlaufrendite - eine Kennzahl für die durchschnittliche Rendite aller im Umlauf befindlichen festverzinslichen Bundeswertpapiere - notiert zur Zeit mit unter zwei Prozent auf einem historisch niedrigen Niveau. Sinkt die Umlaufrendite sehr stark, senken Finanzaufsicht und Bundesfinanzministerium in der Regel den Garantiezins für Neuverträge. Deshalb wäre laut Assekurata im Sommer 2011 eine Senkung fällig.

Lebensversicherung verliert an Attraktivität

Derzeit versprechen die Versicherer bei neuen Verträgen einen jährlichen Garantiezins von 2,25 Prozent, zusammen mit der Überschussbeteiligung bekommen Sparer durchschnittlich 4,2 Prozent. Doch es wird für die Assekuranzen immer schwieriger, ihren Kunden eine attraktive Verzinsung anzubieten. Und somit lohnen sich die Versicherungen für die Sparer immer weniger, weil sie schlicht zu niedrige Renditen abwerfen.

Also keine guten Aussichten für die Millionen Versicherten in Deutschland. Denn nach wie vor ist die Kapitallebensversicherung das beliebteste Altersvorsorgeprodukt der Republik. Und das wird durch stetig sinkenden Renditen immer unattraktiver für die Sparer in Deutschland. Denn bereits ein Prozent weniger Rendite schmälert nach einer Ansparzeit von vielen Jahrzehnten den Zinsgewinn deutlich. Laut "Handelsblatt" bringt ein niedriger Garantiezins kaum noch einen Mehrwert, weil die hohen Verwaltungskosten und Provisionen die Rendite zu Großteil auffressen.

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