Sie sind hier: Home > Finanzen > Altersvorsorge > Riester-Rente >

Riesterrente: Riester-Sparer schenken dem Staat fast eine Milliarde Euro

Riesterrente  

Riester-Sparer schenken dem Staat fast eine Milliarde Euro

28.10.2010, 14:06 Uhr | dpa-AFX, jdc, dpa-AFX, t-online.de

Riesterrente: Riester-Sparer schenken dem Staat fast eine Milliarde Euro. 2007 haben Riester-Sparer  rund 977 Millionen Euro dem Staat geschenkt (Foto: Archiv)

2007 haben Riester-Sparer rund 977 Millionen Euro dem Staat geschenkt (Foto: Archiv) (Quelle: t-online.de)

Knapp 14 Millionen Sparer in Deutschland nutzen die Riesterrente für ihre Altersvorsorge. Doch jedes Jahr verschenken die Riester-Sparer hunderte von Millionen Euro an den Staat, weil sie die Zulagen für die staatliche geförderte Altersvorsorge nicht abrufen. Insgesamt hätten Sparer mit einem Riester-Vertrag im Jahr 2007 auf rund 977 Millionen Euro an möglichen Zulagen verzichtet. Dies ist das Ergebnis des "Vorsorgeatlas Deutschland", der vom Forschungszentrum Generationenverträge der Universität Freiburg im Auftrag der Fondsgesellschaft Union Investment erstellt wurde. Insgesamt könnten 56 Prozent aller Sparer noch deutlich mehr Geld vom Staat bekommen.

Drei Millionen Sparer beantragten die Zulage nicht

In der Studie wurde sowohl die Zulagenbeantragung als auch die Zulagenausschöpfung untersucht. "Ohne die Ausnützung der Zulagen falle die Auszahlung je nach Verzinsung um 40.000 bis 80.000 Euro niedriger aus", sagte Hans-Joachim Reinke, Vorstandsvorsitzender von Union Investment. Der größte Teil der entgangenen Förderung sei darauf zurückzuführen, dass Riester-Sparer den erforderlichen Zulagenantrag erst gar nicht stellen. Dies habe im Jahr 2007 rund ein Viertel der Sparer betroffen, also knapp drei Millionen Menschen. Dadurch hätten sie auf Grund- und Kinderzulagen in Höhe von 664 Millionen Euro verzichtet. Riester-Zulagen können noch zwei Jahre nach Ende des jeweiligen Beitragsjahres beantragt werden. Somit lief für das Jahr 2007 die Frist Ende 2009 ab.

Sparraten werden nicht angepasst

Weitere 313 Millionen Euro seien aufgrund der mangelnden Ausschöpfung der Zulagen nicht abgerufen worden. Zur Inanspruchnahme der maximalen Zulage setzt auch die Einzahlung des notwendigen Mindesteigenbeitrags voraus. Bernd Raffelhüschen, Direktor des Forschungszentrums Generationenverträge, sieht in zwei Bereichen Handlungsbedarf. "Zunächst sollten Riester-Sparer die Möglichkeit des Dauerzulagenantrages nutzen. Darüber hinaus sollten sie die Sparraten regelmäßig mit dem Einkommen abgleichen und entsprechend dynamisieren. Denn wenn sich das Einkommen aufgrund von Gehaltserhöhung oder Sonderzahlungen ändert, müssen auch die Sparraten angepasst werden."

"Nur die Hälfte aller Riester-Sparer macht alles richtig"

Besonders häufig verzichten laut der Studie Riester-Sparer in den östlichen Bundesländern auf die Antragsstellung oder bleiben unter der Grenze des Mindesteigenbeitrags blieben. "Vor dem Hintergrund, dass es in den östlichen Bundesländern überdurchschnittlich viele Riester-Verträge gibt, ist dieses Ergebnis überraschend", sagte Raffelhüschen. Überraschend ist zudem die Erkenntnis, dass Menschen mit hohem Einkommen eher auf Zulagen verzichten, als Menschen mit niedrigem Einkommen. Zudem verzichten Männer etwas häufiger als Frauen auf die Zulagen. "Nur die Hälfte aller Riester-Sparer macht demnach alles richtig", sagte Raffelhüschen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
15,- € Gutschein für Sie - nur bis zum 22.09.2019
bei MADELEINE

shopping-portal