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Bolivien senkt das Rentenalter

Bolivien senkt das Rentenalter

06.12.2010, 10:22 Uhr | AFP, AFP, t-online.de

Bolivien senkt das Rentenalter . Alte Aymara-Indianerin in Bolivien: Rente künftig schon ab 55 bis 58 Jahren (Foto: imago)

Alte Aymara-Indianerin in Bolivien: Rente künftig schon ab 55 bis 58 Jahren (Foto: imago) (Quelle: imago images)

Viele Länder in Europa und anderen Teilen der Welt erhöhen derzeit das Renteneintrittsalter. In Deutschland soll es allmählich auf 67 steigen, einige denken sogar bereits über 69 Jahre nach. Das südamerikanische Bolivien geht allerdings den genau umgekehrten Weg: Das Parlament in La Paz verabschiedete am Freitag ein Gesetz, wonach die Bolivianer schon mit 58 statt wie bisher mit 65 Jahren in Rente gehen können. Mütter von mehr als drei Kindern dürfen künftig sogar schon ab 55 Jahren den Ruhestand genießen. Gleichzeitig werden mit dem Gesetz zwei private Rentenkassen verstaatlicht.

Betroffen von der Verstaatlichung sind das spanische Finanzinstitut Banco Bilbao Vizcaya Argentina (BBVA) und das Schweizer Finanzinstitut Zurich. Sie verwalteten bislang die Renten von 1,3 Millionen der insgesamt rund zehn Millionen Bolivianer mit Beiträgen in Höhe von umgerechnet 3,3 Milliarden Euro. Das neue Gesetz sieht außerdem vor, dass die Zahlungen der Arbeitgeber in die Rentenkasse um drei Prozent erhöht werden und die Beiträge der Arbeitnehmer um 0,5 Prozent steigen. Arbeitnehmer, die mehr als 13.000 Bolivianos (1320 Euro) und damit mehr als das 19-fache des Mindestlohns in dem armen Andenstaat verdienen, müssen zudem einen Solidarbeitrag in die Rentenkasse einzahlen.

Über die Reform wurde zwei Jahre lang verhandelt

Über die Reform, die die Privatisierung der Rentenversicherung in den 90er Jahren rückgängig macht, hatte Boliviens linksgerichteter Staatschef Evo Morales zwei Jahre lang mit den Gewerkschaften verhandelt. Die Opposition warnte, die Neuerungen hätten wahrscheinlich nur kurzfristig Bestand. Morales hatte aber keine Probleme, die Reform von Abgeordnetenhaus und Senat absegnen zu lassen, da der sozialistische Staatschef in beiden Parlamentskammern eine Mehrheit hat.

Der Wirtschaftswissenschaftler Guillermo Aponte vom privaten Institut Fondación Milenio kritisierte, die Reform laufe dem globalen Trend zuwider. Weltweit hätten mindestens 47 Länder, darunter Deutschland, Japan, Australien und Kolumbien, das Renteneintrittsalter heraufgesetzt oder seien dabei, dies zu tun. Befürworter der Rentenreform hielten dem entgegen, dass in Bolivien die Lebenserwartung mit 66 Jahren deutlich geringer ist als in Industriestaaten.

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