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Unethische Geldanlage: Riesterrente von Rüstungskonzernen

Unethische Geldanlage  

Riesterrente von Rüstungskonzernen

15.12.2010, 16:13 Uhr | dpa-tmn, dpa-tmn

Unethische Geldanlage: Riesterrente von Rüstungskonzernen. Machen Riester-Anbieter investieren in Hersteller von Streubomben (Foto: dpa)

Machen Riester-Anbieter investieren in Hersteller von Streubomben (Foto: dpa) (Quelle: dpa)

Wenn Anleger ein "Bomben-Investment" angeboten bekommen, dann halten es viele Sparer für ein übertriebenes Werbeversprechen der Finanzindustrie. Jetzt hat eine Untersuchung der Stiftung Warentest gezeigt, dass Riester-Sparer tatsächlich damit rechnen müssen, dass ihr Geld unter Umständen bei Waffenherstellern landet. Demzufolge können nur 12 von über 170 befragten Firmen tatsächlich ausschließen, Geld bei Rüstungsunternehmen angelegt zu haben. Viele Banken und Versicherungen wollten keine Angaben darüber machen, wo die Kundengelder angelegt würden, berichtet die Zeitschrift "Finanztest" (Ausgabe 1/2011).

Riester-Fonds investieren in geächtete Streubomben

Ethik als Richtlinie für die Anlage spiele bei Riester-Rentenversicherungen kaum eine Rolle, erklärte die Stiftung. So fanden die Tester in einigen Riester-Fonds Aktien von US-amerikanischen Waffenproduzenten. Einige der Unternehmen produzieren den Angaben zufolge auch Streubomben. Streubomben sind international seit August 2010 geächtet. In Deutschland ist die Herstellung solcher Waffen seit Juni 2009 sogar verboten.

Indirekte Geldanlagen

Viele Versicherungen wollten den Testern nichts Genaues über ihre Investments verraten. Sie teilten lediglich mit, das Geld in großen Indizes anzulegen. Doch in einigen der Indizes seien auch Waffenhersteller gelistet, erklärt "Finanztest". Auch die meisten Banken ließen sich nicht in die Karten schauen. Sie wollten gar keine Angaben zu ihrer Geschäftspraxis machen.

Ethische Riester-Angebote vorhanden

Allerdings gebe es auch gute Beispiele. Einige der Fondssparpläne, eine klassische Rentenversicherung, eine fondsgebundene Rentenversicherung und ein Banksparplan überzeugten die Tester. Sie seien sowohl unter ethischen als auch unter finanziellen Gesichtspunkten zu empfehlen.

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