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Beamtenversorgung: Deutschland droht Pensionslawine

Deutschland droht eine Pensionslawine

10.01.2011, 13:24 Uhr | cs mit AFP, t-online.de, AFP

Auf die Steuerzahler in Deutschland rollt unaufhaltsam eine gigantische Pensionslawine zu. So warnt der Bund der Steuerzahler vor einem dramatischen Anstieg der Ausgaben für Pensionäre. "Wenn die Politik sich nicht an die Privilegien traut, drohen Steuererhöhungen zur Finanzierung der immer schwerer werdenden Pensionslasten", sagte Verbandspräsident Karl Heinz Däke der "Welt am Sonntag" (WamS). Laut dem Blatt steigen die Ausgaben für pensionierte Beamte allein in den kommenden zehn Jahren voraussichtlich um 40 Prozent.

Ungelöste Probleme mit Pensionen

Winfried Fuest vom Institut der Deutschen Wirtschaft (IW) sieht in der Beamtenversorgung seit langem ein Problem, das bislang noch nicht gelöst wurde. "Die Schere zwischen Rentner und Pensionären geht immer mehr auseinander, weil an den Vergünstigungen nicht gerüttelt wird", sagte der Ökonom der "WamS". Und Fuest steht mit dieser Meinung nicht alleine da. Auch Bernd Raffelhüschen vom Freiburger Forschungszentrum für Generationsgerechtigkeit moniert, dass die Rentenreformen der vergangenen Jahre nicht eins zu eins auf die Pensionäre übertragen wurden. Auch er befürchtet einen dramatischen Anstieg der Pensionslasten.

Jetzt räche sich, dass in den siebziger und achtziger Jahren der Staat seinen Beamtenapparat kräftig ausgebaut habe. So steige in den kommenden 30 Jahren die Zahl der Pensionäre um 60 Prozent von derzeit einer Million auf dann 1,6 Millionen - kaum zu bewältigen durch die Bundesländer. Denn die Länder beschäftigen drei von vier Beamten in Deutschland. Und die Länder sind gezwungen zu sparen: Ab 2020 verpflichtet die Schuldenbremse sie, ihre Neuverschuldung auf Null zu senken. "Ohne Einsparungen bei den Pensionen ist das nicht zu schaffen", erläutert Fuest.

Pensionäre bekommen verhältnismäßig mehr

Zu der drastisch steigenden Zahl pensionierter Beamte kommt noch das verhältnismäßig hohe Vergütungsniveau der ehemaligen Staatsdiener. Laut Fuest kommen sie mit ihrer Pension auf 71,75 Prozent des letzten Bruttoverdienstes. Das Rentenniveau mache derzeit dagegen nur noch 46,4 Prozent aus. Und der Ökonom hat auch konkrete Modellrechnungen parat. Demnach hat ein Beamter nach nur fünfjähriger Amtszeit einen Anspruch auf die Mindestpension von 1365 Euro im Monat. Dagegen kommt ein Standardrentner nach 45 Beitragsjahren in der gesetzlichen Rentenversicherung im Schnitt lediglich auf 1224 Euro.

Hinzu kommen Bevorzugungen bei der Krankenkasse. Außerdem berechnet sich die Höhe der Pension am Verdienst der letzten zwei Arbeitsjahre, wo bei Beamten das Gehalt in der Regel am höchsten ist. Die gesetzliche Rente orientiert sich dagegen am durchschnittlichen Einkommen während des gesamten Berufslebens.

Pensionäre mussten auch Einbußen hinnehmen

Allerdings mussten auch die Pensionäre in den vergangenen Jahren Einbußen hinnehmen. So wurde etwa beim Weihnachtsgeld gespart. Außerdem senkte die Bundesregierung das Versorgungsniveau der Pensionäre von ehemals 75 auf jetzt 71,75 Prozent des letzten Gehalts. Für Raffelhüschen ist dies aber nicht genug. So gebe es bei der Reform des Pensionen erheblichen Nachholbedarf. Er schlägt etwa vor, die gesetzliche Altersgrenze für Beamte schneller anzuheben. Das heißt, die Pension mit 67 soll schneller als die Rente mit 67 kommen. Auch solle das Versorgungsniveau der Pensionäre weiter abgesenkt werden. Dies könne auf 60 Prozent des Bruttoeinkommens fallen. Immer noch deutlich höher als das Rentenniveau. Und zu guter letzt will der Ökonom den Beamtenapparat schrumpfen.

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