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Die Zahl der Armutsrentner wächst

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Altersvorsorge  

Die Zahl der Armutsrentner wächst

04.03.2011, 17:21 Uhr | dapd, t-online.de, dapd

Die Zahl der Armutsrentner wächst. Altersarmut: Sozialexperten warnen vor dramatischem Anstieg (Foto: imago)

Altersarmut: Sozialexperten warnen vor dramatischem Anstieg (Foto: imago) (Quelle: imago)

Deutsche Arbeitsmarktexperten warnen vor einer wachsenden Altersarmut aufgrund der zunehmenden Zahl atypischer Arbeitsverhältnisse. Zwar führe nicht jedes befristete Arbeitsverhältnis ins Prekariat, aber bei Teilzeit- und Leiharbeitsverträgen sei die Wahrscheinlichkeit deutlich höher, sagte Arbeitsmarktexperte Thorsten Schulten von der gewerkschaftsnahen Hans-Böckler-Stiftung im Gespräch mit der Nachrichtenagentur dapd. "Eine ökonomische Notwendigkeit für prekäre Arbeitsverhältnisse gibt es nicht." Die Abkehr vom Normalarbeitsverhältnis sei nicht vom Himmel gefallen, "sondern Ergebnis politischen Willens".

Keine Brückenfunktion der Leiharbeit

Zwei Kollegen Schultens, Berndt Keller und Hartmut Seifert, kommen in einer Untersuchung des Wirtschafts- und Sozialwissenschaftlichen Instituts (WSI) der Stiftung ebenfalls zu der Analyse: "Von einer Brückenfunktion" der atypischen Beschäftigungsverhältnisse aus der Arbeitslosigkeit in ein Normalarbeitsverhältnis "kann nicht die Rede sein." Sie verweisen darauf, dass nur in 17 von 100 Fällen auf Leiharbeit eine Vollzeitarbeitsstelle in den nächsten 14 Monaten folgt. Für das Alter stellen sie die These auf: "Die sozialen Risiken verlängern sich in die Nacharbeitsphase."

Die angebliche Dynamik auf dem Arbeitsmarkt insgesamt durch die Zunahme der atypischen Beschäftigungsverhältnisse sieht Schulten nicht. "Man muss sich das Arbeitszeitvolumen insgesamt ansehen", sagte er. Es habe sich nicht nennenswert geändert. Mit Verweis auf die Statistik sagte er: "Der Großversuch im vergangenen Jahrzehnt ist gescheitert."

"Flexicurity" hat keinen Charme mehr

Das damals geprägte Wort der "Flexicurity" hat nach Schultens Ansicht seinen Charme ebenfalls verloren. Es soll einen Arbeitnehmerstatus beschreiben, bei dem der Arbeitgeber hinreichend flexibel beim Einsatz des Arbeitnehmers ist, dieser aber gleichzeitig die soziale Sicherheit des Normalarbeitsverhältnisses behält. Tatsächlich handele es sich meist um "die Flexibilität der Arbeitgeber, den Beschäftigten einsetzen zu können, wann und wo es ihnen am profitabelsten erscheint".

Mindestlohn ein Mittel

Die Rezepte liegen seiner Meinung nach schon seit langem auf dem Tisch: "Mindestlohn, gleiche Bezahlung für gleiche Arbeit und Begrenzung der Befristungsmöglichkeiten." Schulten verwies auf Nachbarstaaten wie Frankreich und die skandinavischen Länder, in denen mit staatlichen Regulierungen weniger "Prekarität" entstehe, also Armut im Hinblick auf die Integration in die Gesellschaft ebenso wie im konkreten materiellen Bereich. Die Gewerkschaften verweisen bei solchen Gelegenheiten gerne darauf, dass in Frankreich Leiharbeiter nicht nur den gleichen Lohn für gleiche Arbeit, sondern vielfach auch noch einen Flexibilitätszuschlag zum Lohn erhalten.

Eines der Hauptprobleme bei atypischen Beschäftigungsverhältnissen ist der Umstand, dass die Beschäftigten nur wenig zur Altersvorsorge beitragen können und das Risiko sehr groß ist, dass aus ihnen "die Armutsrentner von morgen" werden, wie Schulten sagte.

Steuerfinanziertes Grundsicherungssystem gefordert

Die Wissenschaftler der Hans-Böckler-Stiftung plädieren deshalb für ein steuerfinanziertes Grundsicherungssystem. Dass es dafür zu einer Steuererhöhung besonders für die oberen Einkommensklassen kommen muss, sehen sie auch, denn die unteren sind nicht in der Lage, für das entsprechende Steueraufkommen zu sorgen. Das Grundsicherungsniveau sollte erhöht werden, forderte auch Schulten. "Es ist eine politische Entscheidung, ob man das will oder nicht." Er gab sich zuversichtlich, dass der Weg dahin beschritten wird. "Umfragen zeigen, dass es in der Bevölkerung eine hohe Sensibilität für das Thema gibt."

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