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ERGO soll Riester-Kunden zu hohe Kosten berechnet haben

Versicherungen  

ERGO soll Riester-Kunden zu hohe Kosten berechnet haben

09.06.2011, 12:39 Uhr | dpa-AFX, t-online.de, dpa-AFX

ERGO soll Riester-Kunden zu hohe Kosten berechnet haben. Der Versicherungskonzern ERGO steht wohl vor dem nächsten Skandal (Foto: imago)

Der Versicherungskonzern ERGO steht wohl vor dem nächsten Skandal (Foto: imago)

Der Versicherungskonzern ERGO kommt nicht zur Ruhe: Das Unternehmen, das jüngst wegen eines Sex-Skandals in die Schlagzeilen geriet, soll mindestens 70.000 Riester-Kunden zu hohe Verwaltungskosten berechnet haben und daran bis zu 160 Millionen Euro verdient haben. Das berichtete das "Handelsblatt" unter Berufung auf ehemalige Generalvertreter, die selbst tausende solcher Policen abgeschlossen haben sollen und der Zeitung den Vorwurf an Eides statt versicherten.

Die Verträge wurden laut der Zeitung noch von der Hamburg-Mannheimer-Versicherung geschlossen, die inzwischen in der ERGO-Gruppe aufgegangen ist. Die Hamburg-Mannheimer war erst vor wenigen Wochen in die Kritik geraten: Die Vertriebsorganisation des Versicherers hatte 2007 mit ihren 100 besten Mitarbeitern eine Feier veranstaltet, an der auch Prostituierte teilnahmen, deren Dienste von anwesenden ERGO-Mitarbeitern in Anspruch genommen wurden.

Kaiser-Rente: Kunden abgezockt?

Die nun geschädigten Kunden seien Riester-Sparer, die in den Jahren 2005 und 2006 eine sogenannte Kaiser-Rente abgeschlossen hätten. 215.000 Verträge habe die Hamburg-Mannheimer in den beiden Jahren insgesamt abgeschlossen. In rund einem Drittel davon seien in den Angeboten der Kaiser-Rente jedoch die Kosten geringer ausgewiesen als nachher in den Verträgen. Die Verträge sind nach der Werbefigur - "Herr Kaiser" - benannt.

Ein ehemaliger Generalvertreter der Hamburg Mannheimer gebe an, er sei 2009 von einem Kunden auf einen Fehler aufmerksam gemacht worden, der standardmäßig geschehen sei: "Die Verwaltungskosten wichen um vier Prozentpunkte von den Kosten ab, die den Kunden in den Anträgen dargestellt worden waren. Ein Durchschnittskunde (Monatsbeitrag 80 Euro) wurde mit seiner Police auf diese Weise im Vertragszeitraum um rund 2300 Euro schlechter gestellt als angeboten. Diese Differenz basierte auf einer fehlerhaften Prospektierung."

ERGO spricht von Einzelfällen

ERGO-Sprecherin Alexandra Klemme bestritt auf Anfrage der Zeitung die Vorwürfe und sprach von Einzelfällen. Es habe zum Jahreswechsel 2004 auf 2005 einen Tarifwechsel bei Riester-Verträgen gegeben, bei dem "die Kostensätze an den tatsächlichen Bedarf angepasst wurden". Obwohl man den Vertrieb informiert habe, könne es dazu gekommen sein, dass ein Vermittler ein altes Formular verwendet habe. Dennoch seien die Berechnungen für den Kunden korrekt gewesen, weil im Beratungsgespräch die aktuelle Version der Angebotssoftware verwendet worden sei.

Mehrere Generalvertreter bestreiten nach Zeitungsangaben diese Darstellung und sind sich sicher, dass massenhaft fehlerhafte Verträge im Umlauf sind. Ein Generalvertreter sagte der Zeitung: "Ich schätze die Zahl der betroffenen Kunden auf mindestens 70.000, es können aber auch 100.000 sein."

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