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Rentenniveau sinkt bis 2025 um zehn Prozent

Rentenniveau sinkt bis 2025 um zehn Prozent

31.08.2011, 14:51 Uhr | dpa, dpa

Rentenniveau sinkt bis 2025 um zehn Prozent. Das Rentenniveau in Deutschland sinkt bis 2025 (Quelle: imago images)

Das Rentenniveau in Deutschland sinkt bis 2025 (Quelle: imago images)

Das Niveau der gesetzlichen Rente wird bis zum Jahr 2025 einem Zeitungsbericht zufolge um zehn Prozent sinken. Während das aktuelle Sicherungsniveau bei 50,8 Prozent vor Steuern liege, werde es im Jahr 2025 nur noch 45,2 Prozent betragen, berichtet die "Passauer Neue Presse" unter Berufung auf Zahlen des Bundesarbeitsministeriums. Sie stammten aus der Antwort auf eine schriftliche Frage der Linksfraktion.

Renten steigen deutlich langsamer als Löhne

Das Sicherungsniveau vor Steuern gibt das Verhältnis zwischen der Rente, die ein Durchschnittsverdiener nach 45 Jahren erhält, und dem aktuellen Durchschnittseinkommen an. Das Ministerium geht nach diesen Angaben davon aus, dass sich das Durchschnittseinkommen von derzeit 30.268 Euro auf 46.700 Euro im Jahr 2025 erhöht. Das ist eine Steigerung um 54 Prozent. Die Renten erhöhen sich im selben Zeitraum lediglich um knapp 34 Prozent. Die Folge ist, dass das Rentenniveau sinkt.

Ministerium ist nicht überrascht

Ein Ministeriumssprecher wies auf Anfrage darauf hin, dass auf das sinkende Rentenniveau seit Jahren aufmerksam gemacht werde. Die Zahlen seien daher keine Überraschung. Auch im jüngsten Rentenbericht der Bundesregierung finden sich diese Hinweise. Deshalb rate man zur zusätzlichen Altersvorsorge mit der staatlich geförderten Riester-Rente.

Linkspartei fordert gesetzliche Mindestrente

Linksparteichef Klaus Ernst erneuerte in der Zeitung seine Forderung nach einer gesetzlichen Mindestrente: "Die Renten sind im freien Fall. Es muss eine verbindliche Untergrenze geben, die Altersarmut verhindert." Niemand dürfe im Alter weniger als 850 Euro im Monat haben. Von kommender Woche an will Bundesarbeitsministerin Ursula von der Leyen (CDU) über die Vermeidung von Altersarmut im Rahmen des "Regierungsdialogs Rente" sprechen. Derzeit gelten etwa 2,4 Prozent oder 400 000 Rentner als arm und sind auf staatliche Unterstützung angewiesen.

Grünen wollen Garantierente

Angesichts wachsender Altersarmut fordern die Grünen unterdessen eine Garantierente, mehr altersgerechte Wohnungen und Mindestlöhne. Die Abgeordnete Katrin Göring-Eckardt kritisierte, die Bundesregierung beschränke ihren geplanten Regierungsdialog zum Thema auf die Rente. "Altersarmut muss umfassend bekämpft werden", forderte sie in Berlin. Antworten der Regierung auf eine Anfrage der Grünen im Bundestag seien völlig unzureichend.

"Wenn man mit offenen Augen durch die Großstädte geht, sieht man zunehmend alte Menschen, die Altglas aus dem Müll holen", sagte Rentenexperte Wolfgang Strengmann-Kuhn. Seit vier Jahren sei die Zahl der armen Alten stark angestiegen, auf zuletzt mehr als 2,4 Millionen. Bereits mehr als jede fünfte alleinstehende Frau beziehe im Alter ein Einkommen unter der offiziellen Armutsgrenze von 929 Euro. In den kommenden Jahren werde Altersarmut zunehmen, besonders stark im Osten, wo viele Langzeitarbeitslose vor der Rente stünden, so die Grünen. Bereits heute sei jeder achte Rentner armutsgefährdet, mahnte Göring-Eckardt unter Berufung auf das Institut für Wirtschaftsforschung in Halle.

Garantierente soll steuerfinanziert werden

Die Grünen forderten die Einführung einer steuerfinanzierten Garantierente, nach der alle mit mindestens 30 Versicherungsjahren eine Rente von mindestens 30 Entgeltpunkten bekommen sollten, derzeit 824 Euro. Auch prekäre Beschäftigungsverhältnisse müssten bekämpft werden - auch wenn zum Beispiel der Bezug eines Mindestlohns von 7,50 Euro über 50 Jahre hinweg gerade einmal für eine existenzsichernde Rente reichen würde. Zudem müsse der Bau von Millionen fehlender altersgerechter Wohnungen weiter gefördert und medizinische Versorgung von armen Senioren gesichert werden.

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