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Rentenniveau: Blüm giftet gegen Riester

Rentenniveau: Blüm giftet gegen Riester

01.09.2011, 09:17 Uhr | dapd, dpa bv, dapd, dpa, t-online.de

Rentenniveau: Blüm giftet gegen Riester. Streit um Rentenniveau: Frühere Arbeitsminister Blüm und Riester (Quelle: dapd)

Streit um Rentenniveau: Frühere Arbeitsminister Blüm und Riester (Quelle: dapd)

Der frühere Bundesarbeitsminister Norbert Blüm (CDU) hat seinem Amtsnachfolger Walter Riester (SPD) die Schuld dafür gegeben, dass das Rentenniveau sinkt. "Das ist eine Folge der rot-grünen Rentenreform aus dem Jahr 2001", sagte Blüm der "Westdeutschen Zeitung". Die Regierung Schröder hatte die Riester-Rente als Ergänzung eingeführt - und dafür das Rentenniveau reduziert. "Da wurden der Rentenversicherung vier Prozent weggenommen und an die Versicherungskonzerne transferiert, um die Riester-Rente zu finanzieren." Eben diese vier Prozent fehlten der Rentenkasse nun, um ein angemessenes Niveau zu halten, sagte Blüm.

"Das ist wie ein Auto mit zu wenig Benzin im Tank - wenn dann irgendwann der Motor stottert, liegt das am fehlenden Benzin, nicht am Motor", sagte Blüm. Er kritisierte außerdem, die Beiträge für die Riester-Verträge würden von den Versicherungen in Hedge Fonds eingezahlt, die für die Entlassung vieler Arbeitnehmer verantwortlich seien. Deren Beiträge fehlten dann in der Rentenkasse, was ein Teufelskreis und eine "besonders üble Pointe" sei.

Rentenniveau soll bis 2025 um zehn Prozent sinken

Die "Neue Passauer Presse" hatte unter Berufung auf Zahlen des Bundesarbeitsministeriums berichtet, das Niveau der gesetzlichen Rente werde bis zum Jahr 2025 um zehn Prozent sinken. Während das aktuelle Sicherungsniveau bei 50,8 Prozent vor Steuern liege, werde es im Jahr 2025 nur noch 45,2 Prozent betragen. Die Zahlen stammten aus der Antwort auf eine schriftliche Frage der Linksfraktion.

Das Sicherungsniveau vor Steuern gibt das Verhältnis zwischen der Rente, die ein Durchschnittsverdiener nach 45 Jahren erhält, und dem aktuellen Durchschnittseinkommen an. Das Ministerium geht nach diesen Angaben davon aus, dass sich das Durchschnittseinkommen von derzeit 30.268 Euro auf 46.700 Euro im Jahr 2025 erhöht. Das ist eine Steigerung um 54 Prozent. Die Renten erhöhen sich im selben Zeitraum lediglich um knapp 34 Prozent. Die Folge ist, dass das Rentenniveau sinkt.

Ministerium rät zu privater Vorsorge

Ein Ministeriumssprecher wies auf Anfrage darauf hin, dass auf das sinkende Rentenniveau seit Jahren aufmerksam gemacht werde. Die Zahlen seien daher keine Überraschung. Auch im jüngsten Rentenbericht der Bundesregierung finden sich diese Hinweise. Deshalb rate man zur zusätzlichen Altersvorsorge mit der staatlich geförderten Riester-Rente.

Auch durch die abnehmende Bevölkerung in Deutschland stehen den Rentnern zunächst immer weniger Beitragszahler zur Verfügung - zumindest solange die geburtenstarken Jahrgänge sich im Rentenbezug befinden und nachfolgende geburtenschwache Jahrgänge die Beiträge im Umlageverfahren aufbringen müssen. Erst in einigen Jahrzehnten, wenn sowohl Beitragszahler als auch Rentenempfänger zu geburtenschwachen Jahrgängen gehören, wäre das System wieder ausgeglichen.

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