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Renditen: Lebensversicherungen besser als gedacht

Renditen: Lebensversicherungen besser als gedacht

23.01.2012, 14:56 Uhr | Bernhard Vetter, bv, t-online.de

Renditen: Lebensversicherungen besser als gedacht. Bei Lebensversicherungen lohnt sich der genaue Vergleich (Quelle: imago images)

Bei Lebensversicherungen lohnt sich der genaue Vergleich (Quelle: imago images)

Lebensversicherungen sind einerseits umstritten, andererseits aber immer noch sehr beliebt. Verbraucherschützer bemängeln oft geringe Renditen und hohe Provisionen, die die Verträge zumindest in den ersten Jahren zu einem Verlustgeschäft machen, zumal viele Kunden die Laufzeit nicht durchhalten. Die Anbieter weisen dagegen auf die dringend nötige private Vorsorge hin, wenn im Alter die gesetzliche Rente nicht ausreicht. Und nicht zuletzt waren die Lebensversicherungen ins Gerede gekommen, weil zu Jahresbeginn der Garantiezins gesenkt wurde, was die Verträge scheinbar unattraktiver macht.

Die Lebensversicherung ist aber - zumindest in einigen Sparten und bei einigen Anbietern - besser als ihr Ruf, findet der Branchendienst "map-Report". Er hat Gesellschaften und Verträge unter die Lupe genommen und festgestellt, dass 2012 sogar gelegentlich bessere Konditionen angeboten werden als 2011. Vor allem bei den Risikolebensversicherungen bekommen die Kunden meist deutlich mehr Absicherung fürs gleiche Geld. Aber auch bei Kapitallebensversicherungen und privaten Rentenversicherungen sind die Ablaufleistungen punktuell gestiegen.

Auch kleine Anbieter können interessant sein

Für Interessenten bedeutet das, unbedingt mehrere Anbieter zu vergleichen und auch kleinere, unbekannte Unternehmen mit einzubeziehen. Das ist nicht immer einfach, wie Manfred Poweleit, der Herausgeber des "map-Reports", beklagt: Viele Gesellschaften hätten auf seine Fragen nicht geantwortet und tauchten deshalb in der Übersicht nicht auf. Wohl zu Unrecht: "Im Landkreis Uelzen sitzt eine Versicherungsgruppe, der wir offensichtlich mehr zutrauen als sich die Gruppe selbst", schreibt Poweleit. WWK, Provinzial Rheinland und Generali hätten nach Jahren ihre Datenlieferung eingestellt.

Mit einer Lebensversicherung lassen sich laut "map-Report" dieses Jahr im Mittel 3,91 Prozent an Rendite erzielen, 0,16 Prozentpunkte weniger als 2011. Eine private Rentenversicherung rentiert bei 4,07 Prozent (2011: 4,21 Prozent), wenn ein sofortiger Rentenbeginn nach Einmalzahlung vereinbart wurde, sowie mit 3,92 Prozent (2011: 4,08 Prozent) bei späterem Beginn der Rentenzahlung (aufgeschobene Leibrente). - Alle Zahlen im Überblick.

Einige Anbieter 2012 mit verbesserten Leistungen

Bei einer Laufzeit von zwölf Jahren für eine Kapitallebensversicherung mit Todesfallschutz ermittelte der "map-Report" immerhin bei acht von 47 Anbietern für 2012 höhere Leistungen als für 2011. Bei 20-jähriger Laufzeit waren es sieben und bei der häufig vorkommenden 30-jährigen Laufzeit sogar zehn Gesellschaften, bei denen die Beispielrechnung höher ausfiel. Bei den sofort beginnenden Rentenversicherungen verbesserten sich vier, bei den aufgeschobenen acht Anbieter.

Starke Verbesserungen gibt es auch bei der Risikolebensversicherung. Hier spielt die gesetzliche Mindestverzinsung von aktuell 1,75 Prozent naturgemäß nur eine geringe Rolle. Dennoch haben 19 von 60 Anbietern die Leistungen verbessert. Ein Musterkunde mit 1200 Euro Jahresbeitrag erhält nun eine durchschnittliche Todesfallleistung von 606.768 Euro, zuvor waren es nur 579.428 Euro. Beim Berufsunfähigkeitsschutz (BUZ), einer häufig abgeschlossenen Zusatzleistung bei Lebensversicherungen, ermäßigten sich die Prämien für eine 750-Euro-Rente leicht von 53,66 Euro auf 53,41 Euro im Monat.

Versicherer senken die Kosten

Die Zahlen sind laut "map-Report" mit gestiegenen Überschüssen der Lebensversicherer zu erklären. Trotz sinkender Zinsen erwirtschafteten die Gesellschaften 2010 insgesamt 12,2 Milliarden Euro, 400 Millionen mehr als zuvor. Das lag unter anderem an gesunkenen Kosten. Zahlen für 2011 werden im April erwartet.

Hier geht's zu den Tabellen.

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