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Betriebsrenten: Können DAX-Konzerne bald nicht mehr zahlen?

Betriebsrenten: Können DAX-Konzerne bald nicht mehr zahlen?

14.08.2012, 07:39 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Betriebsrenten: Können DAX-Konzerne bald nicht mehr zahlen?. Wird die Rente zum Leben reichen?  (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wird die Rente zum Leben reichen? (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Betriebsrenten galten bisher als sicher. Jetzt aber bereitet das Dauertief bei den Zinsen vielen Firmen in Deutschland Sorgen. Wie die "Financial Times Deutschland" berichtet, sind die DAX-Konzerne zunehmend alarmiert. Denn in den Rentenkassen der Unternehmen hat sich eine Milliardenlücke aufgetan.

Mini-Zinsen verursachen Milliardenloch

"Die Pensionsverpflichtungen sind ein Riesenproblem für viele Unternehmen", sagte Jörg Schneider, Finanzchef des Rückversicherers Munich Re, der Zeitung. "Sollte die Niedrigzinsphase länger andauern, kann das zu einer ernsten Herausforderung werden", warnte Siemens-Finanzvorstand Joe Kaeser.

Dem Bericht zufolge haben 17 Millionen Beschäftigte in Deutschland eine betriebliche Altersvorsorge. In den Pensionskassen der Firmen klaffte schon seit längerem ein Milliardenloch. Durch die niedrigen Zinsen hätte sich dieses zuletzt stark ausgeweitet.

Verpflichtungen nicht mehr gedeckt

Nach Berechnung der Beratungsfirma Mercer hätten die Gesamtverpflichtungen aller 30 DAX-Konzerne infolge der Niedrigzinsen seit Jahresbeginn um gut 40 Milliarden Euro auf fast 300 Milliarden Euro zugenommen. Die Beratung Towers Watson komme auf einen Zuwachs um 22 Milliarden auf 281 Milliarden Euro.

Dem stehe nur ein dafür reserviertes Anlagevermögen von 174 Milliarden Euro gegenüber. Insgesamt deckten die Unternehmen ihre Pensionsverpflichtungen derzeit zu 62 Prozent mit Kapitalanlagen ab, so Towers Watson. Zu Jahresbeginn waren es noch 66 Prozent. Für die Lücke hafteten die Firmen mit ihrer Bilanz.

Rendite durch Kapitalanlagen reicht nicht aus

"Wir rechnen damit, dass das Niedrigzinsumfeld mittelfristig anhalten wird", sagte Towers-Watson-Experte Thomas Jasper. Pensionskassen wie Lebensversicherer tun sich schwer, mit ihren Kapitalanlagen ausreichend Rendite zu erwirtschaften. "So sinken beispielsweise die Zinssätze für unsere konservative Geldanlagepolitik gegen null", sagte Bernhard Düttmann, Finanzvorstand des Chemiekonzerns Lanxess.

Wirtschaftsflaute erhöht Druck

Die Euro-Krise werde den Druck auf die Firmen in den nächsten Monaten erhöhen, sagte Boston-Consulting-Partner Alexander Roos. Wegen der Minizinsen müssten einige vermutlich für die Betriebsrenten nachschießen. Dazu komme das Problem sinkender Gewinne wegen der schwachen Konjunktur.

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