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Neue Lebensversicherungen zunehmend uninteressant

Neue Lebensversicherungen zunehmend uninteressant

11.10.2012, 08:50 Uhr | dpa-AFX, t-online.de

Neue Lebensversicherungen zunehmend uninteressant. Lebensversicherung: Vor allem neue Policen leiden unter den niedrigen Zinsen (Quelle: imago images)

Lebensversicherung: Vor allem neue Verträge leiden unter den niedrigen Zinsen (Quelle: imago images)

Die niedrigen Zinsen machen den Lebensversicherern zunehmend zu schaffen. Besitzer älterer Verträge müssen sich zwar keine Sorgen machen, aber der Abschluss einer neuen Lebensversicherung lohnt sich kaum noch. Was die Gesellschaften an zusätzlichen Überschüssen erwirtschaften, müssen sie in die Altverträge stecken, um deren höheren Garantiezins zu erfüllen. Der ist mit risikolosen Anlagen wie Anleihen derzeit nicht zu erwirtschaften. Damit bleibt für die Neuverträge noch weniger übrig, obwohl deren Garantiezins bereits auf 1,75 Prozent gesunken ist.

Die Ratingagentur Standard & Poor's (S&P), die sich den Sektor mal genauer angesehen hat, empfiehlt den Konzernen einen Strategieschwenk. Statt auf die sichere, aber zunehmend niedrigere Rendite mit länger laufenden Anlagen zu setzen, sollten mehr fondsgebundene Verträge ohne Garantien angeboten werden. Notfalls müsse auch die Gewinnbeteiligung gekürzt werden, sagte S&P-Analyst Christian Badorff in Frankfurt. Für die Kunden bedeutet das in Zukunft mehr Unsicherheit, denn sie können die Erträge ihrer Lebensversicherungen nur noch schlecht einschätzen.

Lebensversicherungen vorerst sicher

Um die Erwirtschaftung des Garantiezinses macht sich S&P vorerst keine Sorgen. In den kommenden fünf Jahren laufe selbst unter extremen Annahmen keiner der rund 30 von S&P hierzulande bewerteten Anbieter Gefahr, die eingegangenen Garantiezinsen nicht mehr bezahlen zu können. Im Schnitt bewertet die Agentur die Bonität der von ihr beobachteten Lebensversicherer mit der Note "A". Der Ausblick für die Unternehmen ist insgesamt jedoch negativ, während die Schaden- und Unfallversicherer mit einem stabilen Ausblick besser dastehen.

Das geringe Zinsniveau schlägt erst nach und nach auf das Anlagevermögen der Versicherer und ihrer Kunden durch. Sobald einzelne Anlagen auslaufen, müssen die Unternehmen die Gelder zu den aktuellen Konditionen neu anlegen. Nach 3,5 Prozent für das Jahr 2011 könnten freiwerdende Mittel im laufenden Jahr nur zu 2,6 bis 3,2 Prozent wieder angelegt werden.

Strohfeuer bei Kapitalanlage-Ergebnissen

"Aufgrund der niedrigen Zinsen reduziert sich für Lebensversicherungen die Marge zwischen der Kapitalanlagerendite einerseits und dem Garantiezins andererseits", sagte Badorff. Um die Garantien für Lebensversicherungen gegen die niedrigen Marktzinsen abzusichern, müssten die Unternehmen voraussichtlich die Zinszusatzreserve aufstocken und dazu möglicherweise laufende Anlagen auflösen. Dadurch könnten die Kapitalanlage-Ergebnisse der Branche in diesem Jahr sogar steigen.

Die Kunden müssen sich nach Ansicht von S&P dennoch auf sinkende Überschussbeteiligungen einstellen. Denn die Absicherung der teilweise hohen Zinsgarantien von bis zu 4 Prozent für alte Versicherungspolicen geht zulasten der Überschussbeteiligung jüngerer Lebensversicherungsverträge mit niedrigeren Garantien. Für neu abgeschlossene Verträge liegt der Garantiezins inzwischen nur noch bei 1,75 Prozent. Im Schnitt kommen die bestehenden Verträge nach Einschätzung von S&P noch auf 3,1 Prozent.

Des Weiteren gehören Staatsanleihen und Aktien zu den Zinsanlagen der Lebensversicherer. Da diese Anlageklassen unter Druck geraten, müssen die Versicherer der Ratingagentur zufolge Anleihen und Aktien verkaufen, um Garantien zu halten, meldet die "Financial Times Deutschland".

Junge Policen werden zunehmend belastet

Die "Welt" verwies in diesem Zusammenhang auf eine Rechnung der Société Générale, wonach die Branche in diesem Jahr 0,9 Prozentpunkte ihrer Nettoverzinsung für die Bedienung der Alt-Garantien aufwenden muss. Im nächsten Jahr würden es bereits 1,5 Prozentpunkte sein, wenn sich am aktuellen Zinsniveau nichts ändere, sagte der Versicherungsexperte der französischen Großbank, Carsten Zielke. "Es kommt immer stärker zu einer Umverteilung von Kunden mit relativ jungen Lebensversicherungspolicen zu jenen mit den alten Verträgen", sagt er laut "Welt". Neue Lebensversicherungen seien damit kaum noch attraktiv.

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