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Deutschland hat die größte Rentenlücke in den OECD-Ländern

Deutschland hat die größte Rentenlücke in den OECD-Ländern

17.12.2012, 14:10 Uhr | AFP, t-online.de

Deutschland hat die größte Rentenlücke in den OECD-Ländern. Frauen müssen mit einer deutlich geringeren Rente auskommen als Männer (Quelle: imago/wolterfoto)

Frauen müssen mit einer deutlich geringeren Rente auskommen als Männer (Quelle: imago/wolterfoto)

Deutschland hat das größte Rentengefälle in den Ländern der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD): Frauen erhalten hierzulande im Schnitt nur die Hälfte der durchschnittlichen Rente von Männern. Zu dem Ergebnis kommt die neue OECD-Studie zur "Gleichstellung der Geschlechter". Weil zwei Drittel der deutschen Rentner aber Frauen seinen, sei die Rentenlücke ein wesentlicher Grund dafür, dass zehn Prozent von ihnen in Altersarmut lebten.

Lohngefälle sorgt für Rentenlücke

Die niedrigen Renten sind laut OECD eine Folge von niedrigeren Einkommen im Erwerbsleben und kürzeren Beitragszeiten der Frauen. In Deutschland ist das Lohngefälle zwischen Männern und Frauen im internationalen Vergleich besonders hoch. Für mittlere Einkommen liegt es bei 22 Prozent und damit deutlich über dem OECD-Durchschnitt von 16 Prozent. Die Hälfte dieses Unterschieds ist der Untersuchung zufolge auf die verstärkte Teilzeitarbeit von Frauen in Deutschland zurückzuführen.

Der Anteil der erwerbstätigen Frauen in Deutschland liegt mit 68 Prozent zwar über dem OECD-Durchschnitt von 60 Prozent. Allerdings arbeiten vor allem Mütter oft nur Teilzeit. Bei den 25- bis 54-Jährigen mit Kindern in Schule oder Ausbildung sind es 62 Prozent, während es beispielsweise in Frankreich nur 26 Prozent sind.

Chefsessel selten von Frauen besetzt

An die Spitze der deutschen Unternehmen schaffen es in Deutschland nur selten Frauen. Lediglich 28 Prozent der deutschen Führungskräfte und weniger als sechs Prozent der Vorstands- und Aufsichtsratsmitglieder sind der OECD-Studie zufolge Frauen.

Dabei sind gerade junge Frauen sogar besser ausgebildet als Männer. In Deutschland haben 27 Prozent der Frauen zwischen 25 und 34 Jahren einen Abschluss von einer Universität, einer Fachschule oder einen Meisterbrief. Bei den Männern dieser Altersgruppe liegt der Anteil nur bei 25 Prozent. Allerdings gibt es weiterhin deutliche Unterschiede bei der Art der Abschlüsse: Im Jahr 2009 entfielen nur 16 Prozent der Informatikabschlüsse auf Frauen, dafür aber 70 Prozent der Abschlüsse im Gesundheits- und Sozialwesen.

Kritik an Betreuungsgeld

Die OECD kritisierte auch das Betreuungsgeld für Eltern, die ihre Kleinkinder zu Hause betreuen wollen. Diese Leistung könnte Mütter "verstärkt motivieren, zu Hause zu bleiben und so die ohnehin schon erheblichen Unterschiede zwischen Männern und Frauen auf dem deutschen Arbeitsmarkt verfestigen", erklärte die Organisation. Insgesamt fehle in Deutschland vielerorts ein "qualitativ hochwertiges und erschwingliches Betreuungsangebot".

Arbeitgeberpräsident Dieter Hundt rechnet indes für das kommende Jahr mit einer wachsenden Wirtschaft und steigenden Löhnen. Die gute Lohnentwicklung der Jahre 2011 und 2012 werde sich im kommenden Jahr fortsetzen, sagte Hundt der "Rheinischen Post". "Wenn es den Unternehmen gut geht, sollen davon auch die Mitarbeiter profitieren", fügte er hinzu.

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