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Lebensversicherungen: Geld zurück für Millionen Ex-Kunden

Lebensversicherungen: Geld zurück für Millionen Ex-Kunden

28.01.2013, 07:54 Uhr | t-online.de, dapd

Lebensversicherungen: Geld zurück für Millionen Ex-Kunden. Der BGH hat Klauseln zum Stornoabzug in Lebensversicherungspolicen gekippt (Quelle: dpa)

Der BGH hat Klauseln zum Stornoabzug in Lebensversicherungspolicen gekippt (Quelle: dpa)

Kämpfen lohnt sich: Nachdem sie sich jahrelang mit mickrigen Rückkaufswerten abspeisen lassen mussten, haben Millionen Frühstorno-Kunden jetzt beste Aussichten, mehr Geld für gekündigte oder auf Eis gelegte Lebens- und Rentenversicherungen zu bekommen. Die ersten Verbraucher, die in den vergangenen Wochen ihre Ansprüche eingefordert hatten, bekamen von Versicherern bereits tausende Euro wegen falsch abgerechneter Policen erstattet, wie die Verbraucherzentrale Hamburg berichtet.

BGH-Urteile stärken Verbraucher

Mit vier Urteilen in Serie hatte der Bundesgerichtshof (BGH) von Juli bis Dezember 2012 Klauseln zum Stornoabzug bei gekündigten und beitragsfrei gestellten Verträgen für unrechtmäßig erklärt. Versicherte bekamen bisher von ihrem eingezahlten Geld häufig so gut wie nichts mehr zurück.

Der Grund dafür: Von den Beiträgen werden zuerst Gebühren und Provisionen abgezogen. Beitragsfrei gestellte Verträge verlieren nach Stornoabzug ebenfalls erheblich an Wert. Die höchsten Zivilrichter sahen darin eine Benachteiligung und verdonnerten die Assekuranzen zu höheren Rückkaufswerten.

Gekippe Rechenpraxis in ganzer Branche üblich

Nach den verbraucherfreundlichen BGH-Entscheidungen kündigte der Marktführer Allianz zu Jahresanfang 117 Millionen Euro Entschädigung für über 900.000 betroffene Kunden an. Auch seine Abzugspraxis bei Frühstornos war zuvor vom Oberlandesgericht Stuttgart für unwirksam erklärt worden.

Was die Urteile so brisant macht: Die gekippten Rechenmethoden werden nicht nur von den beklagten Assekuranzen Signal Iduna, Deutscher Ring, Generali, Ergo und Allianz verwendet. Sie sind quer durch die Branche üblich, wie der Vorstandsvorsitzende des Bunds der Versicherten (BdV), Axel Kleinlein, erläutert. Darauf könnten Frühstorno-Kunden jetzt grundsätzlich bauen und Geld zurückverlangen.

Kunden erhalten Hunderte Euro zurück

Pro gekündigtem oder auf Eis gelegtem Vertrag seien im Schnitt 500 Euro Nachschlag drin, schätzt die Hamburger Verbraucherschützerin Kerstin Becker-Eiselen. Ein Beispiel: Ein Kunde zahlte 100 Euro monatlich für eine Kapitallebensversicherung. Er kündigte nach 18 Monaten. Statt null Euro Rückkaufswert kann er jetzt knapp die Hälfte seiner Einzahlungen zurückverlangen, rund 850 Euro, wie die Hamburger Versicherungsexperten vorrechnen.

Die Verbraucherzentrale in der Hansestadt, die die BGH-Urteile erkämpfte, geht von insgesamt zwölf Milliarden Euro aus, die Versicherer ehemaligen Kunden schulden. Automatisch kriegt allerdings kein Betroffener Geld zurück. Frühstorno-Kunden müssen selbst aktiv werden, ihre alten Unterlagen heraussuchen und sich dann rasch beim Versicherer melden, rät Becker-Eiselen.

Auf Fristen achten

Ob die Geld-zurück-Forderung Aussicht auf Erfolg hat, hängt entscheidend vom Termin der Vertragskündigung ab, denn Ansprüche verfallen in der Regel nach drei Jahren. Die Verjährungsfrist beginnt ab dem 1. Januar des Jahres, das auf die Kündigung folgt. Das bedeutet konkret: Wer 2009 oder früher ausstieg, hat kaum mehr Chancen auf Erstattung.

Wer 2010 kündigte, muss seine Ansprüche bis spätestens Ende 2013 anmelden. Storno-Kunden aus 2011 müssen bis Ende 2014 handeln, die aus dem Jahr 2012 bis Ende 2015. So mancher Ex-Versicherungsnehmer könne allerdings noch Ansprüche für Altverträge ab 1995 einfordern, erklären die Hamburger Verbraucherschützer.

Versicherte müssen selbst aktiv werden

Wichtig: Auch Ex-Kunden der Allianz, die zwischen 2001 und Ende 2007 Verträge abschlossen und danach wieder kündigten, müssen in Eigeninitiative Geld zurückfordern. Von sich aus erstattet die Gesellschaft keinen Euro - nur an Kunden, die ihren Vertrag lediglich beitragsfrei stellen ließen. "Aber längst nicht alle Verbraucher fordern ihre Ansprüche auch ein", sagt Becker-Eiselen.

Weil die Materie juristisch knifflig ist, bietet die Hamburger Verbraucherzentrale einen Musterbrief für Erstattungsforderungen unter www.vzhh.de an. Angesichts von vielen Tausend Ratsuchenden, Waschkörben voll Schreiben und der damit verbundenen Zusatzarbeit verlangen die Verbraucherschützer einen Obolus von 90 Cent pro Musterbrief.

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