Lebensversicherung vor dem Aus? Von wegen

21.02.2013, 17:41 Uhr | dpa, t-online.de

Lebensversicherung vor dem Aus? Von wegen. Für viele Deutsche ist eine Lebensversicherung die klassische Altersvorsorge (Quelle: imago/blickwinkel)

Für viele Deutsche ist eine Lebensversicherung die klassische Altersvorsorge (Quelle: imago/blickwinkel)

Steht die Lebensversicherung vor dem Aus? Versicherer jammern über das Zinstief und basteln an neuen Modellen, während die Geschäfte immer noch brummen. Der Bund der Versicherten hingegen hält die Lebensversicherung für ein Auslaufmodell. Beide jedoch üben harsche Kritik an der Politik des billigen Geldes in der Krise - die am Ende zulasten der Sparer gehe.

Nachfrage steigt weiter

Die Deutschen lieben ihre klassische Lebensversicherung. Allen Diskussionen über Niedrigzins und Bewertungsreserven zum Trotz verzeichnen die Versicherer sogar eine steigende Nachfrage. Marktführer Allianz zum Beispiel schaffte im vergangenen Jahr drei Milliarden Euro Betriebsgewinn in der Leben-Kranken-Sparte. Der Vorsitzende des Bundes der Versicherten, Axel Kleinlein, findet das zum Haareraufen: "Den Versicherern geht es gut, den Kunden schlecht."

Kleinlein sieht die klassische Kapital-Lebensversicherung für Berufsanfänger oder junge Familien kritisch: "Die meisten wissen noch gar nicht, ob sie später zum Beispiel eine Wohnung kaufen oder sich vielleicht selbstständig machen wollen. Aber sie binden sich vertraglich, über Jahrzehnte feste Prämien zu zahlen", sagte Kleinlein.

Schlechte Sparverträge, geringer Schutz im Todesfall

"Drei Viertel der Kunden mit 35 Jahren Laufzeit halten sie nicht durch, sondern kündigen vorher. Und das ist teuer", fügt der Experte hinzu. Die klassische Lebensversicherung kopple meist einen schlechten Sparvertrag mit einem zu geringen Schutz im Todesfall. Inzwischen wurde auch noch der Garantiezins für Neuverträge auf 1,75 Prozent gesenkt.

"Da bleibt meist nicht viel mehr übrig als der eingezahlte Beitrag", sagte Kleinlein. Allianz, Ergo und andere Lebensversicherer in Deutschland wollen in Kürze mit neuen Lebensversicherungen auf den Markt, mit garantiertem Erhalt der eingezahlten Beiträge statt mit jahrzehntelanger Zinsgarantie auf den Sparanteil, der in der Regel etwa 90 Prozent der Prämie ausmacht. Für Kleinlein nur Augenwischerei: "Das ist nur alter schlechter Wein in dreckigen Schläuchen."

Krisenpolitik schadet Sparern

In einem Punkt immerhin ist der Lobbyist der Versicherten mit den Versicherern einig: Beide kritisieren, dass die Schuldenberge der Staaten zu Lasten der Sparer abgebaut werden. "Die Vorschriften erzwingen Kapitalanlagen, die weder zum Wohl der Unternehmen noch ihrer Kunden sind", sagt Kleinlein.

Da würden auch südeuropäische Euro-Staatsanleihen als vollkommen risikolos eingestuft, im Gegensatz zu Aktien auch von soliden Konzernen - das sei "sehr schablonenhaft". Allianz-Chef Michael Diekmann sagt es ähnlich. "Die Zeche zahlen die Sparer", erklärte er bei der Vorlage seiner Jahresbilanz.

Langfristige Garantien gefragt

"Normal müsste man bei dem Zinsumfeld ein Drittel mehr sparen, um das gleiche Ergebnis zu erhalten. Aber wer kann sich das eigentlich noch leisten? Wir haben eine Welle von Leuten, die sagen: Das lohnt sich ja gar nicht mehr!" Gleichzeitig aber gebe es ein lebhaftes Interesse an langfristigen Garantien mit Blick auf die Altersvorsorge: "Die Nachfrage nach den klassischen Produkten ist ungebrochen", sagte der Allianz-Chef.

Im Augenblick sieht es für die Allianz und für die Versicherten noch ganz gut aus. Finanzvorstand Maximilian Zimmerer legt den größten Teil der annähernd 425 Milliarden Euro für die Lebens- und Krankenversicherungen in Staatsanleihen, Pfandbriefen und Unternehmensanleihen an.

Vier Prozent Rendite erwirtschaftet

Bei den Staatsanleihen streut er inzwischen breit - außer Italien sind die Euro-Krisenländer im Depot fast nicht mehr vertreten. Die Rendite seiner festverzinslichen Wertpapiere brachte im vergangenen Jahr eine laufende Verzinsung von 4,0 Prozent - im Vergleich zu den 1,3 Prozent der Bundesanleihen. Und selbst die Neuanlagen für die Lebensversicherungen werfen 3,6 Prozent ab.

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