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Senioren-WGs: Nicht im Heim, trotzdem nicht allein

Wohnen im Alter  

Senioren-WGs: Nicht im Heim, trotzdem nicht allein

12.05.2013, 10:17 Uhr | t-online.de - jbü

Senioren-WGs: Nicht im Heim, trotzdem nicht allein. Altern in familiärer Atmosphäre - mit diesem Versprechen locken viele Senioren-WGs (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Altern in familiärer Atmosphäre - mit diesem Versprechen locken viele Senioren-WGs (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Senioren-Wohngemeinschaften (WGs) haben gegenüber Alten- und Pflegeheimen einige Vorteile. Eine Großraumatmosphäre wie in manchen Heimen gibt es nicht, eine WG für Ruheständler ähnelt eher dem Leben daheim. Oft sparen Bewohner und Angehörige Kosten, weil sie manches noch selbst erledigen können. Rein privat organisierte WGs werden zudem kräftig gefördert. Vor dem Wechsel in diese Art von Alterssitz gilt es aber einiges zu beachten.

Immer wieder stoßen Interessierte bei dem Thema auch auf den Begriff "Demenz-WG". Das ist ein Hinweis, dass der spezielle Alterssitz auch für körperlich gesunde, aber geistig eingeschränkte Menschen interessant sein kann. Wird bei Demenz die unterste Pflegestufe 0 wegen "erheblich eingeschränkte Alltagskompetenz" festgestellt, erhalten Betroffene seit Januar 2013 erstmals auch Pflegegeld oder Sachleistungen.

Bewohner müssen sich selbst einbringen

Im Unterschied zu Alten- oder Pflegeheimen sind bei selbstverwalteten Wohngruppen die Bewohner in der Pflicht, die Organisation ihres Zuhauses aktiv zu begleiten. Dabei spielt es keine Rolle, ob mehrere Senioren eine Wohngemeinschaft gründen, ob sie sich einer bestehenden Gemeinschaft anschließen und ob diese von einem Anbieter geführt wird, erklärt Anne Kronzucker von der D.A.S.-Rechtsschutzversicherung.

Jeder hat Anspruch auf kostenlose Beratung

Die große Verantwortung kann abschreckend wirken. Die D.A.S. empfiehlt daher Recherchen beim "Forum für Gemeinschaftliches Wohnen" unter www.fgw-ev.de und beim Bundesministerium für Senioren, Familie, Frauen und Jugend unter www.wg-qualitaet.de. Die Ministeriumsseite bietet viele Anfangsinformationen sowie Kontakt zu den Fachstellen für ambulant betreute Wohngemeinschaften in den Bundesländern. Die gibt es bisher aber nur in Brandenburg, Hamburg, Rheinland-Pfalz, Schleswig-Holstein und Bayern.

Ebenso informiert das Bundesgesundheitsministerium auf seinem Online-Portal zu Senioren-Wohngemeinschaften. Ein Pressesprecher empfiehlt außerdem das Pflege-Bürgertelefon (030/340606602) und noch eine andere Anlaufstelle: Die Pflegekasse, deren Kontakt die jeweilige Krankenkasse vermittelt, ist verpflichtet, eine Pflegeberatung anzubieten - das sei am besten, um bei dem verzweigten Thema individuelle Ratschläge zu erhalten.

Ist es ein Heim oder nicht?

Alten- und Pflegeheime unterliegen dem Heimgesetz oder entsprechenden Landesgesetzen und damit einer staatlichen Kontrolle, Senioren-WGs dagegen nur unter bestimmten Umständen. Greift die behördliche Aufsicht nicht, müssen die Bewohner folglich selbst die Dienstleister prüfen. Hier hilft wieder die Pflegekasse oder eine Nachfrage beim ambulanten Dienst, ob und wie er schon vom Medizinischen Dienst der Krankenkassen bewertet wurde.

"Entscheidend ist hier, wie stark die Bewohner auf Betreuung angewiesen sind beziehungsweise ihr Zusammenleben eigenständig organisieren", erklärt Kronzucker. "Eine durchgehende 24-Stunden-Betreuung entspricht den Leistungen eines Pflegeheims. Dann gelten die Anforderungen des Heimgesetzes – und damit dessen Vorschriften über die Räumlichkeiten, Dienstleistungen, aber auch über die Beschäftigten und die Heimleitung."

Unterschied in finanzieller Hinsicht

Der Unterschied "Heim oder nicht" ist aus finanzieller Sicht wichtig: Gilt die WG als Heim mit entsprechender Zulassung und einem Versorgungsvertrag mit der Pflegekasse, erhalten Bewohner die gleichen Leistungen wie in einer klassischen Seniorenresidenz.

Andernfalls gibt es, gestaffelt nach der Pflegestufe, wahlweise Geld oder Sachleistungen für die ambulante Betreuung. Die Sätze für Pflegegeld sind deutlich geringer als für Sachleistungen, die aber auch nicht dem Wert der vollstationären Betreuung entsprechen.

Mehr Geld durch die Pflegereform 2013

Kräftig profitieren können selbstverwaltete WGs von der Pflegereform, die seit Januar 2013 gilt. Oft sind Umbauten nötig, damit die neue Bleibe auch altersgerecht genutzt werden kann. Mit dem Pflege-Neuausrichtungs-Gesetz (PNG) gibt es dafür 2500 Euro pro Bewohner, maximal sind es 10.000 Euro pro Wohngemeinschaft.

Eine dritte Fördermöglichkeit besteht schon seit Oktober 2012: Bewohner einer autarken WG mit Anspruch auf Pflegegeld oder -sachleistungen erhalten eine zusätzliche Pauschale von 200 Euro. Sowohl für diese Pauschale als auch für die Unterstützung durch das PNG ist wieder die Pflegekasse der richtige Ansprechpartner.

Ambulante Dienste: Bewohner können Kosten teilen

Das „Poolen“ von Leistungen ist eine weitere Förderoption: Seit 2008 können Wohngruppen-Mitglieder ambulante Pflegedienste oder -kräfte gemeinsam in Anspruch nehmen, also in einem "Pool" zusammenfassen. "Dann steht beispielsweise ein Pfleger während seiner vereinbarten Arbeitszeit in einer Senioren-WG allen Mitbewohnern zur Verfügung", erklärt die Rechtsexpertin der D.A.S. Alternativ müsste jeder Bewohner seinen eigenen Pfleger beauftragen und bezahlen.

Mietvertrag muss besondere Umstände berücksichtigen

Ein weiterer wichtiger Punkt, den die zukünftigen WG-Mitglieder besprechen müssen, ist das gemeinsame Zuhause. Entscheiden sie sich für Mietshaus oder -wohnung, müssen sie den Mietvertrag klären. Wichtig bei Senioren-WGs: eine klare Regelung über das Ausscheiden einzelner Mitglieder. Kronzucker empfiehlt daher einen Vertrag pro Mieter, für das eigene Zimmer sowie die Mitbenutzung gemeinschaftlich genutzter Räume.

Der Einzelne haftet dann nur für die eigene Miete und von ihm verursachte Schäden. Zieht ein Bewohner aus, bedeutet das für die verbleibenden WG-Mitglieder den geringsten Aufwand. Zusätzlich kann vereinbart werden, dass die Gemeinschaft ein Mitspracherecht bei der Auswahl eines neuen Mitbewohners hat. Wie bei allen Seniorenwohnungen kann darüber hinaus ein vertraglicher Ausschluss der Eigenbedarfskündigung sinnvoll sein.

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