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Rente: Erst mit 69 Jahren in den Ruhestand - positive Auswirkungen für alle

Rente  

Studie: Entweder noch länger arbeiten oder Rentenbeiträge kräftig rauf

19.06.2013, 11:39 Uhr | t-online.de, mmr

Rente: Erst mit 69 Jahren in den Ruhestand - positive Auswirkungen für alle. Entweder Rente mit 69 oder Beiträge kräftig rauf (Quelle: picture alliance/ Bildagentur-online/ Tetra-Images)

Bis 69 weiterarbeiten oder Beiträge kräftig rauf (Quelle: picture alliance/ Bildagentur-online/ Tetra-Images)

Die meisten der heute arbeitenden Menschen werden erst mit 67 Jahren in Rente gehen können, um staatliche Altersbezüge ohne Abschläge zu bekommen. Eine neue Studie des Rheinisch-Westfälischen Instituts für Wirtschaftsforschung (RWI) untersuchte die Effekte des demografischen Wandels in Deutschland. Das ernüchternde und zugleich mutmachende Ergebnis: Wir sollten nicht nur bis 67, sondern bis 69 arbeiten. Denn die Rente mit 69 würde sich positiv auf alle Bürger auswirken. Was das spätere Renteneintrittsalter für die Rentenbeitragssätze und das Rentenniveau bedeutet, fasst t-online.de im folgenden für Sie zusammen.

Wenn Ältere länger arbeiten, bekommen alle mehr Rente

Im Auftrag der Initiative Neue Soziale Marktwirtschaft (INSM) analysierte das RWI vor dem Hintergrund der zunehmenden Alterung der deutschen Bevölkerung in verschiedenen Szenarien insbesondere, welche Auswirkungen verschiedene Entwicklungen der Erwerbsbeteiligung älterer Personen voraussichtlich auf das Rentensystem haben werden. Dabei ergab sich: Die Erwerbsbeteiligung älterer Personen hat einen bedeutenden Einfluss auf die zukünftige Entwicklung des Rentenniveaus und der Rentenbeiträge.

Höhere Beiträge, niedrigere Renten

Unabhängig davon, welches Szenario zugrunde gelegt wurde - der Trend blieb stets derselbe: Die Beiträge werden steigen, das Rentenniveau wird sinken. Verantwortlich für diesen Prozess zeichne keineswegs die Lohnhöhe, sondern einzig die demographische Entwicklung in Deutschland, sagte Ronald Bachmann vom RWI. Die Tatsachen scheinen für die Wirtschaftsforscher zu sprechen: Bei einer niedriger werdenden Geburtenrate und gleichzeitig wachsender Lebenserwartung zahlen immer weniger Lohnabhängige in die Rentenkasse ein, deren Gelder immer mehr Rentner beanspruchen.

Clement: "Frühverrentung einstellen"

"Die Zukunft unseres Rentensystems hängt am Arbeitsmarkt, wir müssen deshalb die staatliche Förderung der Frühverrentung einstellen", forderte der INSM-Kuratoriumsvorsitzende und Ex-SPD-Mitglied Wolfgang Clement bei der Präsentation der Studie. "Außerdem setzt sich die INSM dafür ein, das Renteneintrittsalter an die steigende Lebenserwartung zu koppeln. So kann ein Teil der hinzugewonnenen Lebensjahre aktiv am Arbeitsmarkt verbracht werden."

Rentenbeitragssatz wird auf jeden Fall steigen

Im Best Case Szenario der Studie wurde angenommen, dass sich Erwerbsbeteiligung, Arbeitslosigkeit und die Arbeitszeit Älterer (54 plus) in günstiger Weise entwickeln. Dann werde sich der Rentenbeitragssatz bei einer Anpassung des Rentenniveaus bis zum Jahr 2030 von derzeit 18,8 Prozent auf lediglich 20,9 Prozent (bzw. 2050: 23,3 Prozent) erhöhen.

Künftig mehr als ein Viertel des Lohns für die Rentenversicherung?

Besonders deutlich wird die Auswirkung unterschiedlicher Erwerbsbeteiligungen Älterer, wenn man das Rentenniveau von heute konstant hält (46 Prozent des durchschnittlichen Bruttolohns). Hierbei ergibt sich für das Jahr 2030 im Best Case Szenario ein Rentenbeitragssatz von 22,6 Prozent (2050: 27,2 Prozent). Dem stehen 29,1 Prozent bzw. haarsträubende 33,5 Prozent für die heutigen Berufsanfänger im Jahr 2050 im Stillstands-Szenario gegenüber.

Bruttorentenniveau könnte auf 39 Prozent fallen

Des Weiteren zeigen die Modellrechnungen der Ökonomen, dass die "Rente mit 69" einen deutlichen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung des Rentensystems leisten könnte. Hierfür wurde in der Modellberechnung das Renteneintrittsalter ab dem Jahre 2030 von 67 auf 69 Jahre angehoben. Mit dieser Maßnahme könnte der Rentenbeitragssatz bei Anwendung der Nachhaltigkeitsformel ab 2030 bei knapp unter 23 Prozent stabil gehalten werden. Gleichzeitig könnte das Bruttorentenniveau bei knapp unter 40 Prozent stabilisiert werden (heute 46 Prozent).

Die Wissenschaftler empfehlen aufgrund der Studienergebnisse die wirtschaftspolitischen Anstrengungen zu erhöhen, um insbesondere die Erwerbsquote älterer Personen zu steigern.

Die INSM fordert resultierend drei Veränderungen:

  • Alle Formen staatlich geförderter Frühverrentung sind einzustellen.
  • Das Renteneintrittsalter ist kontinuierlich mittels eines Automatismus an die steigende Lebenserwartung anzupassen. So kann ein Teil der hinzugewonnenen Lebensjahre aktiv am Arbeitsmarkt verbracht werden.
  • Es muss darüber nachgedacht werden, das faktisch einmalige Kündigungsrecht der Arbeitgeber bei Erreichen des gesetzlichen Rentenalters um ein jährlich wiederkehrendes Sonderkündigungsrecht zu erweitern.

Unternehmen suchen erfahrene Mitarbeiter

Bereits heute können arbeitswillige Arbeitskräfte über das Rentenalter hinaus in Beschäftigung bleiben. So bringt beispielsweise ein neues Social Network namens "Masterhora" Fach- und Führungskräfte, die kurz vor oder in der Rente stehen, mit Unternehmen zusammen. Die Plattform soll helfen, dass wertvolles Expertenwissen nicht mit dem Renteneintritt der Beschäftigten verloren geht.

"Masterhora" richtet sich vor allem an kleine und mittlere Unternehmen, denen oft die Kapazitäten fehlen, um mit älteren Experten in Kontakt zu bleiben, erläuterte Marion Kopmann, Gründerin des Online-Portals. "Warum auf die Rente mit 69 schielen, wenn ich jetzt schon maximale Flexibilität und sinnvollen Einsatz von Wissen und Erfahrung haben kann?", so die Geschäftsführerin.

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