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Lebensversicherungen: Allianz und Co. wollen Deckel für Provisionen

Wende bei Allianz, Ergo und Co.?  

Lebensversicherer wollen Deckel für Provisionen

20.08.2013, 13:23 Uhr | t-online.de , rtr

Lebensversicherungen: Allianz und Co. wollen Deckel für Provisionen . Mit dem Vorstoß auf eine Obergrenze für Provisionen für Lebens- und Rentenversicherungen will sich die Branche absichern (Quelle: picture alliance)

Mit dem Vorstoß auf eine Obergrenze für Provisionen für Lebens- und Rentenversicherungen will sich die Branche absichern (Quelle: picture alliance)

Wende bei Allianz, Ergo und Co.? Die deutschen Lebensversicherer wollen der nächsten Bundesregierung vorschlagen, eine Höchstgrenze für Provisionszahlungen bei Lebens- und Rentenversicherungen festzusetzen. Das berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ). Die Selbstbeschränkung hat demnach allerdings einen triftigen Grund, Versicherungsmakler laufen gegen den Vorstoß Sturm.

Plan könnte Großbetriebe gefährden

Der Plan der Lebensversicherer eines Limits für Provisionen gehe aus einem Schreiben des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV) an Mitgliedsunternehmen hervor, meldet die Zeitung vorab. Die vorgeschlagenen Höchstgrenzen seien so knapp, dass sie vor allem manche Großvertriebe wie DVAG, MLP oder Swiss Life Select sowie zahlreiche Maklerfirmen in ernsthafte Schwierigkeiten bringen dürfte.

Der GDV bestätigte der "SZ" zufolge, es gebe diese Diskussion im Verband. Anlass seien das Niedrigzinsumfeld und die Kritik von Verbrauscherschützern und Politik an der Höhe der Kosten von kapitalbildenden Altersvorsorgeprodukten. Der Verband Deutscher Versicherungsmakler kritisierte das Vorhaben indes heftig. "Dass die Versicherer den Gesetzgeber anrufen, ist ein Armutszeugnis", zitiert die Zeitung den geschäftsführenden Vorstand Georg Jenssen.

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Angst vor Provisions-Verbot

Hinter dem Vorstoß steckt offenbar die Angst vor einem generellen Provisions-Verbot: In einigen Ländern - etwa den Niederlanden, Großbritannien und in mehreren nordischen Ländern - sind Provisionen auf Lebensversicherungen und andere Altersvorsorgeverträge bereits untersagt, heißt es in dem Bericht. Die Berater erhielten dort vom Kunden ein Honorar.

Die deutsche Branche müsse fürchten, dass eine neue Bundesregierung eine ähnliche Regelung anstrebe, und biete daher von sich aus eine Obergrenze an, schreibt die "SZ". Ein weiterer Grund sei, dass das Geschäft mit klassischen Lebensversicherungen schlecht liefe. Die derzeit auf maximal 1,75 Prozent festgelegte garantierte Verzinsung für Neukunden schreckt diese oft ab.

Zwei Möglichkeiten im Visier

Der erste Vorschlag eines Provisionsdeckels sieht laut "SZ" eine Begrenzung der Auszahlungen an die Vermittler auf 3,5 Prozent bis vier Prozent der Beitragssumme mit einer "Stornohaftung" von zehn statt bisher fünf Jahren vor. Die Stornohaftzeit bezeichnet den Zeitraum, in dem Vermittler im Falle einer Kündigung des Versicherungsvertrags durch den Kunden ihre Provision komplett oder zum Teil zurückzahlen müssen.

Die zweite Möglichkeit des GDV schlage eine Grenze von zwei Prozent bis 2,5 Prozent der Kundenbeiträge mit einer Haftung von fünf Jahren vor, sowie weitere zwei Prozent während der gesamten Laufzeit des Vertrags. Bei beiden Optionen soll die Provision einen Jahresbeitrag nicht überschreiten.

Zu Vergleich: Unabhängige Versicherungsmakler kassieren der Zeitung zufolge derzeit eine Provision von rund 4,5 bis 4,8 Prozent der Beitragssumme. Für Versicherungsvertreter, die nur für eine Gesellschaft als freie Handelsvertreter tätig sind, liege die Provision bei 2,6 Prozent des Kundenbeitrags. Arbeiten Agenten für mehrere Unternehmen, erzielten sie eine Provision von etwa 3,5 Prozent - eine Obergrenze würde für sie wenig ändern.

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