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Renten weltweit unter Druck: Senioren droht Rentendesaster

Rentensysteme in Schieflage  

Senioren weltweit droht Rentendesaster

08.01.2014, 17:07 Uhr | t-online.de, AP

Renten weltweit unter Druck: Senioren droht Rentendesaster. Überall auf der Welt müssen Senioren um ihre finanzielle Sicherheit fürchten (Quelle: dpa)

Überall auf der Welt müssen Senioren um ihre finanzielle Sicherheit fürchten (Quelle: dpa)

Hohe Staatsschulden, die Zahl der Beschäftigten nimmt ab, die der älteren Bürger zu: Nicht nur in Deutschland sorgen sich Senioren um ihre Altersbezüge. Weil die Rentensysteme weltweit immer mehr in Schieflage geraten, müssen Regierungen gegensteuern.

Suche nach preiswertem Lebensraum

Gerade einmal 7500 Euro Rente im Jahr werden Mikio Fukushima voraussichtlich bleiben, wenn der 52-Jährige aus Tokio mit 70 in Rente geht. Um mit den staatlichen Zahlungen und dem, was seine Investitionen abwerfen, über die Runden zu kommen, werde er wohl irgendwo hinziehen müssen, wo es billiger ist, sagt er. Er denkt an Malaysia.

Der goldene Lebensabend entwickelt sich für immer mehr Menschen zu einem unerreichbaren Traum. Viele werden auch nach ihrer Verrentung noch jahrelang arbeiten müssen. Die Unterdeckung der Rentenkassen ist kein rein deutsches Problem. Sie wird weltweit die nächsten Jahrzehnte Thema sein und weitreichende negative Folgen haben.

Nicht jeder kann sich Renteneinstieg leisten

"Die erste Welle ungenügend vorbereiteter Arbeitnehmer versucht, jetzt in Rente zu gehen. Sie werden feststellen, dass sie es sich nicht leisten können", sagt Norman Dreger, Rentenexperte der Beraterfirma Mercer in Frankfurt.

Der Lebensstandard der Rentner sinkt, die Altersarmut in den Industrienationen nimmt zu. Nach dem Zweiten Weltkrieg bauten reichere Länder Sicherheitsnetze für ältere Bürger auf, was auch kompensieren sollte, dass sich immer weniger Kinder um ihre Eltern kümmern, wenn diese alt geworden sind. Doch jetzt, wo die nach dem Zweiten Weltkrieg geborene Generation ins Rentenalter kommt, ist absehbar, dass die Erwartungen der Menschen enttäuscht werden.

Immer früher in den Ruhestand

Als weltweit erste Nation führte Deutschland 1889 ein staatliches Rentensystem ein, andere Länder zogen nach. In den fetten Jahren nach 1945 erweiterten die Regierungen die Leistungen. Betrug 1949 das Durchschnittsalter, in dem Männer aus OECD-Ländern mit vollen Bezügen in Rente gehen können, 64,3 Jahre, sank es 1999 um fast zwei Jahre auf 62,4 Jahre.

Als der Jahrtausendwechsel näher rückte, zeigten die Versicherungsstatistiken immer deutlicher, dass sich Regierungen und Firmen die versprochenen Rentenzahlungen nicht würden leisten können. Die Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) nahm in 30 ihrer Mitgliedsstaaten Untersuchungen vor und stellte fest, dass die Männer nach der Pensionierung durchschnittlich noch 19 Jahre leben. 1958 waren es noch 13 Jahre gewesen. Um die Kosten einzufangen, müsse das durchschnittliche Renteneintrittsalter von derzeit 63 auf 66 oder 67 ansteigen, errechnete die OECD.

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Mit den Einkommen sinken die Renten

Verschlimmert wurde die Lage durch die globale Bankenkrise, die die Weltwirtschaft in die schlimmste Rezession seit den 1930er-Jahren stürzte. Viele Millionen Menschen verloren ihre Arbeit. Wer seinen Job behielt, musste nicht selten auf eine Gehaltserhöhung verzichten, wodurch es schwerer wurde, Geld fürs Alter beiseitezulegen. Damit nicht genug: Weil die staatlichen Renten auf dem Einkommen basieren, werden sie weniger wachsen.

Für die USA hat das Forschungsinstitut NIRS errechnet, dass den Amerikanern für ein sorgloses Rentenleben mindestens 6,8 Billionen Dollar (knapp fünf Billionen Euro) fehlen. Bei den Amerikanern im Alter von 55 bis 64 liegt die Unterdeckung dem NIRS zufolge bei umgerechnet rund 82.000 Euro pro Haushalt.

Asiens Alte können nicht mehr auf Kinder setzen

Andere Probleme zeichnen sich in Asien ab. In China und Südkorea beispielsweise konnten Eltern bislang immer davon ausgehen, dass sich im Alter ihre Kinder um sie kümmern werden. Doch der frisch zu einigem Wohlstand gekommene Nachwuchs zieht da nicht mehr mit und will sein eigenes Leben leben.

Noch stehen Chinas Beamte und die Arbeitnehmer in den Städten vergleichsweise gut da: Männer können mit 60 die volle Rente einstreichen, Frauen mit 50 bis 55. Doch wegen der 1979 eingeführten und erst kürzlich etwas aufgeweichten Ein-Kind-Politik altert Chinas Bevölkerung rasch.

Leistungen werden deutlich gekürzt

Die Staaten haben auf die Entwicklung mit Kürzungen der Rente und einem späteren Renteneintrittsalter reagiert. In 30 OECD-Ländern mit hohem oder mittlerem Einkommen wird das durchschnittliche Alter, ab dem Männer volle Rente beziehen können, bis 2050 auf 64,6 Jahre steigen, für Frauen auf 64,4 Jahre. Die Leistungen, die die wohlhabenden Staaten ausschütten, werden durch die Reformen der vergangenen Jahre um durchschnittlich 20 Prozent sinken, errechnete die OECD.

Auch auf Unternehmensebene entwickeln sich die Dinge für künftige Rentner negativ. Früher boten Firmen ihren Mitarbeitern Betriebsrenten an, die zusätzlich zu staatlichen Leistungen ausgezahlt wurden. Derartige, meist leistungsorientierte Systeme, sind inzwischen größtenteils Sparzwängen zum Opfer gefallen. Bei den neuen Modellen liegt die Sparverantwortung viel stärker beim Arbeitnehmer.

Beschäftigte verschenken Geld

Auch nutzen nicht alle Arbeitnehmer die Angebote und wenn, dann zahlen sie oftmals nicht ausreichend ein oder greifen in Zeiten finanzieller Not auf ihre Rücklagen zurück. Und selbst das ist nicht immer eine Option: Frühere Jahrgänge konnten im Alter von ihrem Ersparten zehren, aber die Rezession hat bei vielen Haushalten einen Großteil der Ersparnisse und des Vermögens vernichtet.

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