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Berlin prüft Senkung des Garantiezinses

Entscheidung noch 2014  

Berlin prüft Senkung des Garantiezinses

08.01.2014, 16:10 Uhr | dpa-AFX, AFP, t-online.de

Berlin prüft Senkung des Garantiezinses. Bei der Entscheidung über den Garantiezins auf Lebensversicherungen liegt die Entscheidung bei der Regierung (Quelle: dpa)

Bei der Entscheidung über den Garantiezins auf Lebensversicherungen liegt die Entscheidung bei der Regierung (Quelle: dpa)

Der Garantiezins auf Lebensversicherungen könnte zum 1. Januar 2015 deutlich schrumpfen: Das Bundesfinanzministerium will diese gestern von den wichtigsten deutschen Versicherungsmathematikern empfohlene Option jetzt prüfen. Die Entscheidung dürfte jedoch noch etwas auf sich warten lassen.

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Der entsprechende Bericht der Deutschen Aktuarvereinigung (DAV) sei eingegangen und die Empfehlung, den Zins - offiziell Höchstrechnungszins genannt - anzupassen, werde nun geprüft, sagte eine Sprecherin des Ministeriums in Berlin. Es liege aber im Ermessen des Finanzministeriums, "ob wir dem Vorschlag folgen oder nicht".

Senkung auf 1,25 Prozent empfohlen

Die DAV empfiehlt in ihrem Bericht "vor dem Hintergrund einer unveränderten Niedrigzinsphase", den Zinssatz 2015 auf 1,25 Prozent zu senken. Derzeit müssen Versicherer bei neuen Verträgen eine Verzinsung von 1,75 Prozent garantieren.

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Die Aktuarvereinigung regt außerdem an, die jetzige Empfehlung im Laufe des Jahres erneut zu überprüfen. Grund dafür seien die derzeit schwer abschätzbaren Entwicklungen in der Eurozone. In der DAV sind Versicherungsmathematiker zusammengeschlossen.

Berlin hat das letzte Wort

Die Ministeriumssprecherin sagte in Berlin, die Prüfung der Empfehlung werde "einige Zeit in Anspruch nehmen". Das Ministerium werde aber "im Laufe des Jahres" reagieren. Der Zinssatz wird stets von der Bundesregierung festgesetzt. Allerdings gilt das Votum der Experten im Allgemeinen als wichtige Richtschnur.

Grund für den Vorstoß sind die niedrigen Zinsen an den Finanzmärkten. Sie machen es für Versicherungsunternehmen immer schwerer, die versprochenen Renditen für ihre Kunden zu erwirtschaften. Zudem besteht für die Politik Handlungsdruck: Für Verträge aus früheren Jahren müssen die Versicherer noch Zinsgarantien von bis zu vier Prozent ausschütten. Die laufend erwirtschaftete Verzinsung deckt dies aber nur noch in seltenen Fällen ab.

Assekuranzen werden unattraktiver

Zuletzt hatte die Bundesregierung den Garantiezins für neue Verträge zum 1. Januar 2012 von 2,25 auf 1,75 Prozent herabgesetzt. Die Aktuare hatten sich damals für eine weniger starke Senkung auf 2,0 Prozent ausgesprochen. Eine weitere Senkung des Garantiezinses droht das Produkt Lebensversicherung immer unattraktiver zu machen.

Die Versicherungsbranche zeigte sich angesichts der Niedrigzinspolitik in Europa zwar wenig überrascht von der Empfehlung der Aktuare. "Den Höchstrechnungszins bereits zum 1.1.2015 um 0,5 Prozentpunkte zu reduzieren, wäre jedoch übereilt", mahnte eine Sprecherin des deutschen Branchenverbands GDV. Gerade angesichts der starken Schwankungen an den Finanzmärkten solle man nichts überstürzen.

Keine höhere Verzinsung erlaubt

Die Festsetzung des Höchstrechnungszinses durch den Staat soll sicherstellen, dass Unternehmen sich bei den Garantiezusagen nicht übernehmen und ihre Versprechen auch in ferner Zukunft erfüllen können. Versicherer dürfen ihren Kunden zwar eine geringere, aber keine höhere Verzinsung fest zusagen. Faktisch unterbietet aber kaum ein Unternehmen die staatliche Vorgabe.

Das Ministerium wie auch die Experten der DAV stützen sich bei ihren Beschlüssen auf die Rendite europäischer Staatsanleihen in der Eurozone. Grundlage sind Papiere mit einem Spitzenrating und zehn Jahren Laufzeit in den vergangenen zehn Jahren. Deren durchschnittliche Rendite ist in den vergangenen Jahren stark gesunken.

Der Garantiezins in der Lebensversicherung darf höchstens 60 Prozent dieses Werts betragen. Wegen der Schwankung hat die DAV diesmal auch die Zinsentwicklung für fünf Jahre berücksichtigt.

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