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Fachkräfte gehen: Rente mit 63 ist "schlichtweg Wahnsinn"

Fachkräfte gehen  

Rente mit 63 ist "schlichtweg Wahnsinn"

22.03.2014, 13:46 Uhr | dpa , t-online.de

Fachkräfte gehen: Rente mit 63 ist "schlichtweg Wahnsinn". Durch die Pläne der Großen Koalition können viele Facharbeiter plötzlich viel früher in den Ruhestand gehen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Durch die Pläne der Großen Koalition können viele Facharbeiter plötzlich viel früher in den Ruhestand gehen (Quelle: Thinkstock by Getty-Images)

Wohl kein Projekt der Großen Koalition muss so viel Kritik einstecken wie die abschlagfreie Rente mit 63. In den Chor der Unzufriedenen reiht sich nun der Arbeitgeberverband ein. Er sieht einen Aderlass bei Deutschlands Fachkräften.

"Für viele Unternehmen kommt die Rente mit 63 schon in diesem Jahr plötzlich und unerwartet", sagte der Geschäftsführer der Bundesvereinigung der Deutschen Arbeitgeberverbände (BDA), Alexander Gunkel, dem "Focus". Der Präsident des Verbands der Familienunternehmer, Lutz Goebel, monierte: "Wir verlieren die besten Leute. Das ist vor dem Hintergrund unserer Demografie schlichtweg Wahnsinn." Vor dem Hintergrund dieses Arguments hatte die Union einen Vorschlag gemacht, wie Rentner auch nach der Altersgrenze eine Beschäftigung finden können.

Die schwarz-rote Bundesregierung will es Versicherten mit 45 Beitragsjahren ermöglichen, mit 63 Jahren ohne finanzielle Abschläge in Rente zu gehen. Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) rechnet dadurch mit 50.000 zusätzlichen Frührentnern. Dies sei eine Größenordnung, die Deutschland als reiches Land gut verkraften könne, sagte sie Anfang März.

Kritik von allen Seiten

Schon seit Wochen steht das SPD-Herzensprojekt am Pranger. Das Kieler Institut für Weltwirtschaft (IfW) bemängelte, dass dadurch die Altersbezüge der jetzigen Rentner weniger stark steigen werden. Zudem können sich Ältere, die mit 63 Jahren die geforderten 45 Beitragsjahre aufweisen, schon mit 61 arbeitslos melden und zwei Jahre später nahtlos die Rente antreten. Des Weiteren sind durch das Konzept Frauen offenbar massiv benachteiligt.

Der Direktor des Instituts zur Zukunft der Arbeit (IZA), Klaus Zimmermann, sagte dem "Focus": "Wer nicht unbezahlbar hohe Beiträge oder drastisch gekürzte Renten will, muss das Volk auf das einzige Mittel einschwören, das wirklich hilft. Und das ist eher die Rente mit 70 als die mit 63."

Das Rentenpaket kostet nach Angaben der Großen Koalition allein bis 2020 60 Milliarden Euro, bis 2030 sogar 160 Milliarden Euro. Außer der Rente mit 63 umfasst es eine verbesserte Mütter- und Erwerbsminderungsrente sowie die sogenannte Solidarische Lebensleistungsrente von rund 850 Euro für Geringverdiener, die aber langjährig in die Rentenkasse eingezahlt haben.

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