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Oettinger hält Rente mit 63 für fragwürdig - DGB will mehr Flexibilität

Rentenreform  

Oettinger hält Rente mit 63 für fragwürdig - DGB will mehr Flexibilität

27.04.2014, 15:48 Uhr | dpa-AFX , AFP

Oettinger hält Rente mit 63 für fragwürdig - DGB will mehr Flexibilität. EU-Energiekommissar Günther Oettinger hält Rente mit 63 für fragwürdig (Quelle: dpa)

EU-Energiekommissar Günther Oettinger (Quelle: dpa)

Knapp drei Monate vor dem geplanten Inkrafttreten der Rente mit 63 bleibt die Reform weiter umstritten. Nun äußerte sich auch EU-Energiekommissar Günther Oettinger (CDU) kritisch zu den Plänen der schwarz-roten Bundesregierung. Jedes Blinkzeichen in die Richtung sei fragwürdig, sagte der frühere baden-württembergische Regierungschef beim Landesparteitag der Jungen Union in Backnang (Rems-Murr-Kreis). Die Metallarbeitgeber warnten vor einem Schaden für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit. Und der DGB will mehr Flexibilität beim Renteneintritt.

Älter werden - länger arbeiten

Sein Jahrgang werde als Mann im Durchschnitt 83 Jahre alt, als Frau 89 Jahre. Wenn man von Generation zu Generation drei Lebensjahre hinzugewinne, müssten auch ein bis zwei Arbeitsjahre mehr drin sein. Oettinger sprach sich dafür aus, das Thema Weiterbildung stärker in den Vordergrund zu rücken. Wenn zum Beispiel ein Dachdecker körperlich nicht mehr fit sei, könnte er in der Kundenbetreuung arbeiten und damit im Berufsleben bleiben.

Vor einigen Tagen hatte Oettinger in einem Interview gar die Rente mit 70 gefordert. Aufgrund des Fachkräftemangels müsse man in den nächsten Jahren über eine Rente mit 70 sprechen, sagte er der Zeitung "Die Welt". "Wir müssen Menschen mit beruflicher Weiterbildung fit machen für eine längere Lebensarbeitszeit."

DGB fordert mehr Flexibilität

Am Wochenende warnten zudem die Metall-Arbeitgeber vor einem Schaden für die deutsche Wettbewerbsfähigkeit. Der Deutsche Gewerkschaftsbund (DGB) warf den Arbeitgebern indes vor, selbst Ältere aus den Betrieben zu verdrängen. Derweil will sich der DGB daran beteiligen, Strategien für ein längeres Arbeitsleben zu entwerfen.

Der designierte Vorsitzende des DGB, Reiner Hoffmann, setzt sich für mehr Flexibilität beim Renteneintrittsalter ein. "Ich bin nicht dagegen, dass die Menschen länger arbeiten, wenn sie wollen, und ich bin auch nicht für Frühverrentung", sagte Hoffmann der "Welt am Sonntag".

Sommer: Rentenzeit soll eigene, schöne Lebenszeit werden

Der scheidende DGB-Chef Michael Sommer, der nun mit 62 in den Ruhestand geht, plädierte in einem "Spiegel"-Gespräch dafür, "die Rente nicht nur als Vorbereitung auf den Tod zu betrachten, sondern als eigene, schöne Lebenszeit". Er forderte die Bundesregierung auf, weitere Absenkungen des Rentenniveaus zu stoppen: "Die zentrale Frage der Sozialpolitik ist auch mit dem Rentenpaket noch nicht gelöst." Entscheidend sei, auf Dauer ein Rentenniveau zu sichern, das Altersarmut verhindere.

Warnung vor Aufweichung

Sommer warnte die große Koalition vor einer Aufweichung der geplanten Rente mit 63. Die Gewerkschaften hätten schweren Herzens akzeptiert, dass das Eingangsalter für die abschlagsfreie Rente bis zum Jahr 2029 schrittweise von 63 auf 65 Jahre steigen solle. "Wenn die Union jetzt einen Stichtag bei der Anrechnung von Arbeitslosenzeiten diskutiert, widerspricht das dem Kompromiss", sagte der DGB-Vorsitzende.

Die große Koalition will eine abschlagsfreie Rente mit 63 Jahren ermöglichen, wenn 45 Jahre lang in die Rentenversicherung eingezahlt wurde. Unterschiedliche Auffassungen gibt es zwischen Union und SPD vor allem über die Anrechnung von Zeiten der Arbeitslosigkeit.

Das Rentenpaket, zu dem auch die Mütterrente und die Erwerbsminderungsrente gehören, soll Ende Mai im Bundestag beschlossen werden und im Juli in Kraft treten.

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