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Mütterrente ausgezahlt: Deutsche schätzen Rentenpaket-Folgen falsch ein

Repräsentative Umfrage  

Deutsche schätzen die Folgen des Rentenpakets falsch ein

16.10.2014, 10:57 Uhr | t-online.de

Mütterrente ausgezahlt: Deutsche schätzen Rentenpaket-Folgen falsch ein. Die negativen Auswirkungen des Rentenpakets werden unterschätzt (Quelle: imago/ Metodi Popov)

Die negativen Auswirkungen des Rentenpakets werden unterschätzt (Quelle: imago/ Metodi Popov)

In diesen Tagen erhalten hunderttausende Eltern gute Nachrichten von der Deutschen Rentenversicherung. Erstmals wird die sogenannte Mütterrente ausgezahlt. Sie sieht eine zusätzliche Anerkennung von Erziehungszeiten vor und bedeutet damit bares Geld. Die Maßnahme ist Folge des im Juli verabschiedeten Rentenpakets. Doch so erfreulich der Geldsegen für Eltern, langjährige Beitragszahler und Frührentner ist, so unklar sind vielen Deutschen die Folgen: Die künftigen Renten dürften sinken, der selbstständige Aufbau von privatem Altersvermögen wird immer dringender.

Das Rentenpaket ist teuer. Auf insgesamt 160 Milliarden Euro summieren sich die Mehrausgaben des Staates laut Hochrechnungen von Sachverständigen bis zum Jahr 2030 - das ist eines der teuersten Vorhaben der Wahlperiode. "Eine solche Zusatzbelastung kann selbst bei steigenden Steuereinnahmen lediglich über höhere Rentenbeiträge und sinkende Renten im Alter ausgeglichen werden", sagt Thomas Richter, Hauptgeschäftsführer des deutschen Fondsverbands BVI.

Rentenbeiträge werden steigen, Renten sinken

Das Arbeitsministerium rechnet damit, dass der Rentenbeitragssatz (nach kurzfristig rückläufiger Tendenz) ab dem Jahr 2019 auf 19,7 Prozent und ab 2025 auf 20,8 Prozent steigen wird. Die Deutsche Rentenversicherung geht aufgrund des Rentenpakets zudem von einem künftig niedrigeren Rentenniveau aus. Vor allem derzeit Jüngere müssen mit Einschnitten rechnen.

Bürger unterschätzen die negativen Folgen

Doch die negativen Auswirkungen des teuren Pakets sind den Bürgern offenbar nicht bewusst. Das ergab eine repräsentative Umfrage des Forschungsinstituts TNS Infratest im Auftrag des BVI. Demnach rechnen 63 Prozent der Befragten entweder mit keinen Folgen für ihre spätere Rente oder sogar mit einer höheren Auszahlung im Alter.

Lediglich ein Viertel der Befragten ist der Ansicht, dass ihre persönliche Rente aufgrund der Mehrausgaben sinken wird. Entsprechend halten es die Wenigsten für erforderlich, ihre private Altersvorsorge wegen des Rentenpakets anzupassen: 82 Prozent planen, ihre Sparanstrengungen entweder gar nicht zu ändern oder sogar zu reduzieren. Lediglich 16 Prozent wollen mehr sparen.

Stärkere staatliche Unterstützung gefordert

Die Mehrbelastungen werden vielmehr gedanklich auf die nächste Generation geschoben: Über die Hälfte der Befragten (rund 60 Prozent) glaubt, dass die Kosten des Rentenpakets die Jüngeren tragen müssen. "Das Rentenpaket trifft mittelfristig jedoch alle. In unserem heutigen umlagefinanzierten Rentensystem schmälern nun mal die Mehrausgaben die Renten von morgen. Wir fordern daher eine stärkere staatliche Unterstützung der Bürger beim Aufbau von privatem Altersvermögen", so BVI-Chef Richter.

Zwar liege die Sparquote der Deutschen konstant bei etwa zehn Prozent des verfügbaren Einkommens pro Jahr. Beim Vermögenswachstum rangieren die Deutschen im weltweiten Vergleich jedoch auf den hinteren Plätzen.

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"Schuld ist eine falsche, geradezu aktienfeindliche, staatliche Vorsorgepolitik", kritisiert Richter. "Während in den USA oder Schweden große Teile der betrieblichen Altersvorsorge in Aktien stecken, wird diese Art der Vorsorge in Deutschland immer noch systematisch benachteiligt."

Staatliche Rente wird nicht reichen

Dass die staatliche Rente im Alter – unabhängig vom jüngsten Rentenpaket – nicht ausreichen wird, davon zeigte sich immerhin eine knappe Mehrheit der Befragten überzeugt (53 Prozent). Diese machen sich auch über das Ausmaß einer drohenden Rentenlücke wenig Illusionen: Knapp 70 Prozent davon schätzten ihre Rentenlücke auf mindestens 250 Euro pro Monat. Drei Viertel sorgen deswegen auch schon mit eigenen Ersparnissen vor (77 Prozent), rund ein Drittel setzt im Alter auf die Unterstützung von Familienangehörigen (33 Prozent) und ebenso viele auf die Leistungen aus der betrieblichen Altersversorgung. 13 Prozent hoffen auf eine Erbschaft.

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