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Deutsche in Sachen betrieblicher Altersversorgung zu bequem

Automatische Gehaltsumwandlung  

Deutsche in Sachen betrieblicher Altersversorgung zu bequem

17.10.2015, 09:34 Uhr | mmr, t-online.de

Deutsche in Sachen betrieblicher Altersversorgung zu bequem. Arbeitnehmer würden einer steuersparenden Entgeltumwandlung zustimmen, wenn sie automatisch geschehe (Quelle: dpa)

Arbeitnehmer würden einer steuersparenden Entgeltumwandlung zustimmen, wenn sie automatisch geschehe (Quelle: dpa)

Seit Jahren können Arbeitnehmer im Rahmen einer Entgeltumwandlung steuer- und sozialabgabenfrei fürs Alter vorsorgen - doch sie tun es nicht. Jedenfalls nicht oft.

Rund 60 Prozent der Bürger besitzen keine betriebliche Altersversorgung (bAV). Nun ergab jedoch eine repräsentative Umfrage von TNS Infratest im Auftrag des deutschen Fondsverbandes BVI: Die Bürger würden betrieblich sparen, wenn es automatisch von ihrem Gehalt abgebucht wird. Sind Deutschlands Sparer zu bequem?

Die Infratest-Umfrage zeigte, dass knapp 70 Prozent der Bürger es gut oder sehr gut fänden, wenn ihnen der Arbeitgeber automatisch einen bestimmten Betrag vom Gehalt steuer- und sozialabgabefrei für die Altersvorsorge abziehen würde. Vor allem die jüngere Generation ist von einer Entgeltumwandlung begeistert. Über 80 Prozent der 18- bis 29-Jährigen heißen das sogenannte "Opting Out" gut. Demnach erhielte jeder neue Arbeitnehmer eine betriebliche Altersversorgung (bAV), wenn er sie nicht ausdrücklich ablehnt.

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Appell an Arbeitgeber und Politik

Bisher müssen die Mitarbeiter diese Vorsorgemöglichkeit noch aktiv anfordern. Denn das "Opting Out" ist in Deutschland umstritten. Besonders die Arbeitgeber kleiner und mittlerer Unternehmen fürchten durch die Ausstiegsoption zusätzliche bürokratische und finanzielle Belastungen.

Das sieht der Fondsverband anders und fordert von Politik, Tarifparteien und Arbeitgebern, die bAV stärker zu verbreiten. "Der 2002 eingeführte Rechtsanspruch auf Entgeltumwandlung hat dieses Ziel nicht erreicht. Die bAV als 'zweite Säule' des deutschen Altersvorsorge-Systems ist ausbaufähig", kommentierte BVI-Hauptgeschäftsführer Thomas Richter. Offenbar könnten die Bürger mit der derzeitigen Ausgestaltung der bAV wenig anfangen.

Falsche Meinungen festgesetzt

Erschwerend komme hinzu, dass sich falsche Ansichten festgesetzt hätten, etwa zur Übertragbarkeit bei einem Wechsel des Arbeitgebers. Von den Befragten, die keine bAV besitzen, lehnt die Hälfte davon diese kategorisch ab mit der Begründung "lohnt nicht" (41 Prozent) oder "Vertrag nicht übertragbar" bei Arbeitgeberwechsel (22 Prozent). Beides sei aber nicht richtig.

Die Folgen in der Praxis: Arbeitgeber beklagen eine mangelnde bAV-Nachfrage seitens der Mitarbeiter, Arbeitnehmer ein fehlendes aktives Angebot ihres Unternehmens. Das ist eine Erkenntnis aus der bAV-Machbarkeitsstudie im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales (BMAS).

"Geradezu aktienfeindliche staatliche Vorsorgepolitik"

"Ein Opting-Out-Modell könnte diesem Missstand abhelfen. Es muss jedoch nicht zwangsläufig den Gesetzgeber auf den Plan rufen, sondern kann von den Tarifparteien forciert werden", sagt Richter. "Wichtig ist dabei, Alternativen in der bAV zu schaffen. Sie muss einfacher, flexibler und renditestärker werden."

Derzeit dominieren bei den externen bAV-Durchführungswegen versicherungsförmige Strukturen. Ein gesunder Wettbewerb zwischen Versicherungs- und Fondslösungen fehlt noch völlig. "Der Grund dafür ist eine geradezu aktienfeindliche staatliche Vorsorgepolitik in Deutschland.

Während in den USA große Teile der betrieblichen Altersvorsorge über Opting-Out-Modelle in Aktien stecken, wird diese Anlageform in der Vorsorge in Deutschland immer noch systematisch benachteiligt", kritisiert Richter.

Vorsorge stärker auf Sachwerte fokussieren

Diese Aktien-Aversion manifestiert sich auch in der privaten Altersvorsorge: Die Bürger sparen fürs Alter laut der aktuellen BVI-Umfrage mit Bausparverträgen (45 Prozent) – ein ursprünglich nicht für die Altersvorsorge konzipiertes Sparprodukt – und Kapitallebensversicherungen (37 Prozent).

Doch festverzinslich gestaltete Versicherungsprodukte erwirtschaften in einer Niedrigzinsphase kaum Renditen. Richter: "Zinsgarantien sind heute keine valide Option mehr für langfristiges Sparen. Damit sich die Altersvorsorge rentiert, muss sie stärker Sachwerte einbeziehen und flexibler werden."

Links: Von den knapp 60 Prozent, die bereits für den Ruhestand sparen, wollen 16 Prozent die Beiträge erhöhen; rechts die Sparmaßnahmen. (Angaben in Prozent) (Quelle: BVI)Links: Von den knapp 60 Prozent, die bereits für den Ruhestand sparen, wollen 16 Prozent die Beiträge erhöhen; rechts die Sparmaßnahmen. (Angaben in Prozent) (Quelle: BVI)

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