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Experte befürchtet eine "Diktatur der Rentner"

Experte warnt  

"Deutschland droht eine Diktatur der Rentner"

23.02.2015, 13:42 Uhr | t-online.de

Experte befürchtet eine "Diktatur der Rentner". Experte warnt vor zu großem Einfluss der älteren Generation, der zu Lasten der Jungen gehe. (Quelle: imago)

Experte warnt vor zu großem Einfluss der älteren Generation, der zu Lasten der Jungen gehe. (Quelle: imago)

Das oft beklagte Problem der Altersarmut in Deutschland hält Spitzen-Ökonom Thomas Straubhaar für einen Mythos. Zumindest derzeit existiere dieses Problem hierzulande nicht, sagte er im Interview mit "Bild am Sonntag" (BamS). Stattdessen warnt der ehemalige Direktor des Hamburger Instituts für Weltwirtschaft wegen des gestiegenen Einflusses der Wählergruppe der Rentner vor einer "Diktatur der Alten".

"Altersarmut existiert in Deutschland praktisch nicht", sagte der Experte dem Blatt. Der heutigen Rentnergeneration gehe es besser als jeder anderen zuvor. So benötige der überragende Teil der Menschen über 65 jenseits von Rente, betrieblicher und eigener Altersvorsorge keine Mittel vom Staat, um über die Runden zu kommen.

Erste große Lawine an Erbschaften

Die gesetzliche Durchschnittsrente der 20,62 Millionen Rentner in Deutschland beträgt derzeit 734 Euro im Westen und 896 Euro im Osten. Die Durchschnittspension der Bundes-Pensionäre beläuft sich auf 2870 Euro.

Gerade die erste Zahl klingt zunächst nicht hoch. Laut "BamS" gehe aus weiteren Statistiken aber hervor, dass das durchschnittliche Nettoeinkommen eines Rentnerhaushalts inklusive Betriebsrenten und privater Vorsorge unterm Strich 2165 Euro betrage und bei Pensionären 3973 Euro. Dazu komme, dass 45 Prozent der Rentner Wohneigentum hätten, bei Pensionären seien dies sogar 70 Prozent.

Angesichts dessen gehe es Rentnern im Vergleich zu jungen Familien oder Alleinerziehenden laut Straubhaar geradezu "rosig": "Wie erfolgreich die deutsche Wirtschaft und der deutsche Sozialstaat in den vergangenen 60 Jahren waren, zeigt sich nirgends so deutlich wie bei den Rentnern."

"Jüngere Generation in der Defensive"

Aber damit nicht genug. Der große Einfluss der Wählergruppe der Rentner, der bei den letzten Bundestagswahlen durch die Rente mit 63 und die Mütterrente deutlich wurde, wird sich Straubhaar zufolge künftig noch verstärken: "Es ist dramatisch: In Deutschland kann schon heute keine Politik mehr gegen die Interessen der Senioren gemacht werden. Wer an den Privilegien der Älteren rüttelt, wird abgestraft. Wahlsiege sind nur noch mit den Stimmen der Rentner möglich."

Die jüngere Generation gerate dabei politisch zunehmend in die Defensive. Am Ende drohe "die Diktatur der Alten", warnt der Experte. Seine These begründet er auch damit, dass "die Grauen Panther heute ja - zum Glück - gebildet, interessiert, motiviert" seien und einfach mehr Zeit hätten, "sich politisch zu engagieren als die Sandwich-Generation der 20- bis 60-Jährigen, die zwischen Beruf, Kindern und Kümmern um die eigenen Eltern aufgerieben wird".

"Goldene Generation wird die letzte sein"

Gleichzeitig prognostiziert Straubhaar, dass kommende Generationen im Alter deutlich schlechter gestellt sein werden. "Diese goldene Generation wird die letzte sein, die vergleichsweise jung in Ruhestand gehen konnte und diesen auch finanzieren kann. Wer in den 60er Jahren oder danach geboren ist, muss schon länger arbeiten und wird trotzdem am Ende weniger Rente bekommen", sagte er.

Um den Einfluss der jüngeren Generation zu stärken, schlägt Straubhaar ein Familienwahlrecht vor, bei dem Eltern für jedes Kind eine zusätzliche Stimme bekommen sollten. Um ein ausreichendendes Rentenniveau auch in Zukunft zu gewährleisten müsste das Renteneintrittsalter dem Experten nach alle zehn Jahre um ein Jahr steigen. "Heute könnte man mit 65 in Rente gehen, 2025 mit 66 und so weiter."

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