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Teilzeitarbeit: Jede elfte Frau ist von Armut bedroht

Gefangen in der Teilzeitfalle  

Jede elfte Frau ist von Armut bedroht

02.03.2015, 11:21 Uhr | dpa, ebs

Teilzeitarbeit: Jede elfte Frau ist von Armut bedroht. Altersarmut von Frauen: heute Familie und Teilzeitjob - morgen geringe Rente (Quelle: imago/westend61)

Altersarmut von Frauen: heute Familie und Teilzeitjob - morgen geringe Rente (Quelle: imago/westend61)

Die gute Nachricht: Immer mehr Frauen haben einen Job. Die Schlechte: Meist handelt es sich dabei nur um eine Teilzeitstelle oder einen Minijob. Das gehe aus der Antwort des Bundesarbeitsministeriums auf eine Kleine Anfrage der Linksfraktion hervor, schreibt die "Passauer Neue Presse".

Linken-Fraktionsvize Sabine Zimmermann sagte dem Blatt, der Zuwachs finde vor allem in Branchen mit geringen Verdiensten statt. "Weil zugleich die Zahl der Vollzeitbeschäftigten zurückgegangen ist, steigt der Anteil der weiblichen Beschäftigten, die von Armut gefährdet sind." Jede elfte Frau sei inzwischen betroffen.

Trend zur Teilzeit ungebrochen

So zeigt der Bericht des Arbeitsministeriums zwar, dass die Zahl der Frauen mit Job zwischen 2001 und 2014 um 1,7 Millionen auf aktuell rund 13,93 Millionen gewachsen ist. Ihre Erwerbsquote nahm von 63,0 Prozent auf 72,4 Prozent zu.

Das große Aber lautet: Zugleich sank die Zahl der vollzeitbeschäftigten Frauen um knapp eine Million auf 7,5 Millionen. Parallel kletterte die Zahl der Frauen in sozialversicherungspflichtigen Teilzeitjobs im Jahr 2014 auf 6,3 Millionen Frauen - ein Zuwachs von 2,5 Millionen.

Nicht immer freiwillig

Circa 13,7 Prozent der teilzeitbeschäftigten Frauen tut dies unfreiwillig - zum Beispiel, weil sie keinen Vollzeit-Arbeitsplatz gefunden haben. Das Gros der Frauen entscheidet sich jedoch wegen der Betreuung von Kindern und häuslicher Pflege für eine geringere Stundenzahl.

5,3 Millionen weibliche Beschäftigte übten ausschließlich einen Minijob aus. Gemessen an allen Beschäftigungsverhältnissen von Frauen fiel die Vollzeitquote von 55 Prozent im Jahr 2001 auf 40 Prozent im Jahr 2014.

Die Branchen, die in den vergangenen Jahren die stärksten Zuwächse für Frauen verzeichneten, sind die Erbringung von freiberuflichen, wissenschaftlichen und technischen Dienstleistungen; wirtschaftliche Dienstleistungen; das Gesundheits- und Sozialwesen; Erziehung und Unterricht und das Gastgewerbe.

Traditionelles "Zuverdienermodell"

Auch eine aktuelle Studie des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) hat den Trend zur Teilzeit bestätigt. So waren im Jahr 2014 doppelt so viele Frauen teilzeitbeschäftigt wie 1991. Ihr Anteil lag bei 58 Prozent, der von Männern nur bei 20 Prozent.

Vor allem wenn Kinder da sind, verfestige sich das traditionelle "Zuverdienermodell" mit vollzeitbeschäftigtem Mann und teilzeitbeschäftigter Frau. Die Folgen für die Frauen sind gravierend: Oft bleiben sie in der Teilzeitfalle hängen. Sie profitieren nicht im gleichen Maße wie Vollzeitbeschäftigte von Lohnzuwächsen. "Daraus ergeben sich für Frauen auch geringere eigenständige Rentenansprüche und eine Differenz bei den Alterseinkommen von über 50 Prozent gegenüber den Männern", heißt es in der Studie.

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