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IW-Berechnungen: Viele Senioren haben mehr Geld als gedacht

IW-Berechnungen  

Viele Senioren haben mehr Geld als gedacht

27.05.2015, 11:34 Uhr | t-online.de

Älteren Menschen droht verstärkt Altersarmut, wird immer wieder gewarnt. Doch wenn man nicht nur das Einkommen, sondern auch das angesparte Vermögen berücksichtigt, sieht die Sache anders aus. Das ergaben Berechnungen des Instituts der deutschen Wirtschaft Köln (IW).

Andere Quellen schüren geradezu eine Armutspanik. Der Paritätische Gesamtverband etwa spricht in seinem Jahresgutachten zur sozialen Lage Deutschlands von einer "stetig tiefer werdenden sozialen Spaltung". Als "Verlierer" werden neben Langzeitarbeitslosen und Kindern in einkommensschwachen Haushalten auch Rentner ausgemacht. Sein Urteil untermauert der Wohlfahrtsverband mit dem Mikrozensus des Statistischen Bundesamts. Demnach ist der Anteil der armutsgefährdeten älteren Bundesbürger in den Jahren 2005 bis 2013 von elf auf 14,2 Prozent gestiegen - und damit stärker als im Durchschnitt der Bevölkerung (14,7 auf 15,5 Prozent).

Weniger Ältere fallen unter die Armutsgefährdungsquote

Dieser Befund sei allerdings weniger alarmierend, als es auf den ersten Blick aussieht, meint das IW. Längst seien nicht so viele ältere Menschen von Armut betroffen wie von der amtlichen Statistik ausgewiesen. Die Armutsgefährdungsquote im Mikrozensus messe nicht Armut im Sinne von materieller Entbehrung. Vielmehr gehe es darum festzustellen, wer weniger als 60 Prozent des mittleren Pro-Kopf-Einkommens (derzeit 892 Euro pro Monate) verdient. Und das sind weniger Menschen als gedacht.

Zudem sorge die Befragungstechnik des Mikrozensus dafür, dass die Einkommen zu niedrig angesetzt sind. Denn es wird nach dem monatlichen Nettoeinkommen gefragt - Sonderzahlungen wie das Weihnachts- oder Urlaubsgeld sowie Zinsen werden dann oft nicht angegeben oder vergessen.

SOEP-Daten sind aussagekräftiger

Verteilungsforscher greifen deshalb lieber auf die Haushaltsbefragungen des Sozio-oekonomischen Panels (SOEP) zurück. Hier werden einzelne Einkommensbestandteile abgefragt - angefangen vom Gehalt über Renten und Kindergeld bis hin zu Miet- und Zinseinkünften.

Die SOEP-Daten sind zwar nicht so aktuell sind wie die des Mikrozensus. Doch sie können genauer abgebildet werden. Viele Einkommensteile - zum Beispiel Gewinne aus Beteiligungen - landen erst mit Zeitverzögerung beim Empfänger - jeder kennt das vom eigenen Sparbuch. Und diese Daten fragt das SOEP einzeln ab.

Weniger als ein Sechstel der Senioren armutsgefährdet

Das Panel berücksichtigt auch selbst genutztes Wohneigentum. Gerade Ältere, die ihr Haus bereits bezahlt haben und nur noch wenig in seine Instandhaltung investieren, sparen im Vergleich zu Mietern eine Menge Geld. Dieser Nettomietvorteil wird im SOEP als Einkommen verbucht.

Aus all diesen Gründen weist das SOEP für die Bundesbürger - gerade für die älteren - eine geringere Armutsgefährdungsquote aus als der Mikrozensus (siehe Grafik): Der Anteil der Bevölkerung, der 2012 über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens verfügte, beträgt laut SOEP 14,4 Prozent und der Anteil der armutsgefährdeten Senioren 13,5 Prozent.

Keine Kleckerbeträge

Wenn man wissen möchte, wie es wirklich finanziell um die Senioren bestellt ist, darf man aber nicht nur die Einkommen betrachten, sondern muss auch die Vermögen berücksichtigen, so das IW. Denn Immobilien oder Wertpapiere können im Alter als finanzielles Polster dienen. Und dabei geht es nicht nur um Kleckerbeträge: Jeder 65- bis 74-Jährige hat laut IW im Schnitt 136.000 Euro auf der hohen Kante, bei den über 74-Jährigen sind es immerhin noch 109.000 Euro.

Gegen diese Durchschnittswerte wird immer wieder vorgebracht, dass sie wenig über die tatsächliche Verteilung der Vermögen aussagen - es könnte ja sein, dass einige wenige Vermögensmillionäre vielen Habenichtsen gegenüberstehen. Dem ist aber nicht so.

Jeder Vierte kann sich mit Erspartem lange über Wasser halten

Denn bei den Älteren ist das Vermögen wesentlich gleichmäßiger verteilt als im Bevölkerungsdurchschnitt: Die Hälfte der über 64-Jährigen verfügt über ein Nettovermögen von mindestens 55.000 Euro und ein Drittel über mehr als 120.000 Euro.

Dabei können auch viele von jenen Älteren, die nur eine geringe Rente oder Pension bekommen, auf finanzielle Reserven zurückgreifen: Immerhin hat jeder Vierte im Alter über 64, der 2011 einkommensarm war, so viel gespart, dass er sich damit für mindestens zehn Jahre finanziell über Wasser halten kann.

Bei der kombinierten Betrachtung von Einkommen und Vermögen betrug die Armutsquote der über 64-Jährigen deshalb 2011 nur 9,4 Prozent. Sie liegt damit deutlich unter der Gesamtquote, da im Durchschnitt der Bevölkerung weitaus weniger Personen auf nennenswerte Vermögen zurückgreifen können.

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