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Riester-Rente hilft vor allem Gutverdienern

Kaum Geringverdiener profitieren  

Riester-Rente hilft vor allem Gutverdienern

07.07.2015, 19:14 Uhr | dpa, t-online.de

Riester-Rente hilft vor allem Gutverdienern. Studie: Riester-Rente kommt eher Gutverdienern zugute. (Quelle: imago images/südraumfoto)

Studie: Riester-Rente kommt eher Gutverdienern zugute. (Quelle: südraumfoto/imago images)

Die Riester-Rente soll eigentlich Bürger mit kleinen und mittleren Einkommen unterstützen und sie vor Altersarmut bewahren. Doch jüngsten Untersuchungen zufolge kommt diese Form der Altersvorsorge eher jenen zugute, die finanziell ohnehin schon gut abgesichert sind.

Die Riester-Rente scheint weitgehend das Ziel zu verfehlen, Geringverdiener vor Altersarmut zu bewahren. Einer Studie zufolge profitieren vor allem Gutverdiener von dieser Form der Altersvorsorge - weniger hingegen die unteren Einkommensgruppen. Diese Forschungsergebnisse präsentierten nun Wissenschaftler der Freien Universität Berlin und des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW).

Unteres Fünftel erhält nur sieben Prozent

Die oberen 20 Prozent der Einkommensskala erhalten demnach etwa 38 Prozent der staatlichen Fördersumme. Auf die unteren 20 Prozent entfallen dagegen nur sieben Prozent des Geldes.

Riester-Sparer müssen jährlich vier Prozent ihres Einkommens einzahlen, wenn sie in den Genuss der staatlichen Zulage von 154 Euro kommen wollen. Schon seit Jahren wird aber beobachtet, dass Geringverdiener vergleichsweise selten einen solchen Rentenvertrag abschließen. Eher Wohlhabende riestern häufiger.

Prompt hagelt es Kritik von Seiten der Politik. Die Linke sieht die Studie als weiteren Beweis dafür, dass das Drei-Säulen-Prinzip von gesetzlicher, betrieblicher und privater Altersvorsorge gescheitert sei. Die Parteivorsitzende Katja Kipping beklagte: "Die Riester-Rente ist sozialpolitisch unsinnig und privilegiert die ohnehin Privilegierten."

Neustart der Riester-Rente gefordert

Die Grünen forderten einen Neustart bei der Riester-Rente: "Geringverdiener brauchen eine Option, die sich für sie auch lohnt", sagte ihr Finanzexperte Gerhard Schick. "Die viel zu hohen Kosten der Riester-Produkte müssen runter." Der rentenpolitische Sprecher der Grünen-Fraktion, Markus Kurth, warb für die Einführung einer öffentlich-rechtlich verwalteten Basisrente als Alternative zu den Riester-Produkten: "Für Menschen mit geringem Einkommen birgt die geförderte private Altersvorsorge mehr Risiken als Chancen."

Die Bundesregierung und die Versicherer widersprachen den Zahlen der Forscher. Der Gesamtverband der Deutschen Versicherungswirtschaft betonte, mehr als 60 Prozent der Versicherten, die eine Zulage bekommen, lägen unter dem Einkommensdurchschnitt. Ähnlich argumentierte das Sozialministerium: Den Angaben einer Sprecherin zufolge verdient fast die Hälfte der Zulagen-Empfänger im Jahr weniger als 20.000 Euro. Laut Gesamtverband der Versicherungswirtschaft existieren in Deutschland etwa elf Millionen Riester-Verträge.

Kaum lohnendere Alternativen

Die Riester-Rente steht immer wieder in der Kritik. "Riestern ist eine Form der Altersvorsorge, die viel Arbeit macht", sagt Katharina Henrich von der Zeitschrift "Finanztest". Denn Riester-Sparer müssen sich beispielsweise um die Zulagen kümmern und immer darauf achten, genügend einzuzahlen, um die volle Förderung zu erhalten. "Wer schon eine gute Betriebsrente hat, kann sich überlegen, ob er sich durch die Riester-Vorschriften gängeln lässt", sagt die Expertin für Altersvorsorge. Wer allerdings die Lücke in der gesetzlichen Rente noch füllen muss, wird kaum lohnendere andere Alternativen finden, die genauso sicher sind.

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