Sie sind hier: Home > Finanzen > Altersvorsorge > Riester-Rente >

Riester-Rente: Millionen Sparer schöpfen Zulagen nicht aus

Regeln zu kompliziert?  

Millionen Riester-Sparer schöpfen Zulagen nicht aus

20.07.2015, 15:24 Uhr | AFP, t-online.de

Riester-Rente: Millionen Sparer schöpfen Zulagen nicht aus. Sparen für's Alter: Für viele ein Thema, das sie überfordert. (Quelle: ddp)

Sparen für's Alter: Für viele ein Thema, das sie überfordert. (Quelle: ddp)

Um die Riester-Rente ist es in den vergangenen Jahren still geworden. Und dennoch: Rund 15,3 Millionen Riester-Verträge gibt es derzeit. Jetzt berichtet die "Süddeutsche Zeitung" (SZ): Millionen Riester-Sparer lassen sich Fördergeld vom Staat entgehen. Sie zahlten entweder nichts mehr in ihren Vertrag ein oder würden nicht genug sparen und könnten die staatlichen Zulagen deshalb gar nicht oder nicht vollständig ausschöpfen. Die "SZ" beruft sich auf Zahlen der Deutschen Rentenversicherung (DRV).

Der schon im April vorgelegte Bericht der DRV analysiert die Zahlen für das Jahr 2011: Ende 2011 gab es nach damaligen Angaben des Bundesarbeitsministeriums die besagten 15,3 Millionen Riester-Verträge - die staatliche Zulage bekamen laut DRV-Statistik aber nur rund 10,9 Millionen Menschen mit 11,4 Millionen Verträgen. Lediglich rund die Hälfte von ihnen - 56,4 Prozent - erhielt demnach die volle Zulage.

Wer weniger als vier Prozent einzahlt, verliert

Fast zwei Drittel - rund 63 Prozent - bekamen zwischen 90 und 100 Prozent der Zulage. Die volle Förderung - jährlich 154 Euro Grundzulage plus bis zu 300 Euro je Kind - erhält nur, wer vier Prozent seines sozialversicherungspflichtigen Vorjahres-Einkommens investiert. Bei 30.000 Euro wären das also 1200 Euro pro Jahr. Wer weniger einzahlt, erhält entsprechend weniger Zuschüsse.

Ausbezahlt an staatlicher Förderung wurden laut dem DRV-Bericht im Schnitt 125 Euro. "Es gibt leider nach wie vor zu viele Sparer, die dem Fiskus quasi Geld schenken", sagte Peter Schwark, Mitglied der Hauptgeschäftsführung des Gesamtverbandes der Deutschen Versicherungswirtschaft (GDV), der "Süddeutschen Zeitung".

Verbraucher sind oft überfordert

Viele Anbieter würden ihre Kunden regelmäßig darauf hinweisen, dass sie für den Erhalt der vollen Zulage ihren Beitrag aufstocken müssten, wenn sich ihr Einkommen erhöht habe. "Leider verschwinden aber solche Schreiben manchmal im Papierkorb."

Niels Nauhauser, Finanzexperte der Verbraucherzentrale Baden-Württemberg, hält die Regeln für zu komplex. "Ich stelle bei Beratungen immer wieder fest, dass Verbraucher damit überfordert sind, den richtigen Beitrag für sich zu ermitteln - erst recht, wenn es sich um Eheleute handelt", sagte Nauhauser der Zeitung.

Die nach dem ehemaligen Bundesarbeitsminister Walter Riester (SPD) benannte Riester-Rente gibt es seit 2002. Die geförderte Privatvorsorge soll das sinkende Niveau der gesetzlichen Renten ausgleichen.

Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Anzeige
Nur dieses Wochenende versandkostenfrei bestellen!
Code: GRATISVERSAND19 bei MADELEINE

shopping-portal