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Riester-Rente "hochgradig ineffizient": Experten fordern Abschaffung

Ineffizient und für Gutverdiener  

Experten fordern die Abschaffung der Riester-Rente

21.02.2016, 10:25 Uhr | t-online.de

Riester-Rente "hochgradig ineffizient": Experten fordern Abschaffung. Die Riester-Rente stößt bei Wirtschaftsforschern nicht auf Gegenliebe. (Quelle: dpa)

Die Riester-Rente stößt bei Wirtschaftsforschern nicht auf Gegenliebe. (Quelle: dpa)

Führende Wirtschaftsforscher haben die staatlich subventionierte Riester-Rente angegriffen und gefordert, sie abzuschaffen. Sie solle durch andere Formen der Sparförderung ersetzt werden.

"Die Riester-Rente ist hochgradig ineffizient. Ein Großteil der Beiträge geht für Verwaltung und Provisionen drauf", sagte Marcel Fratzscher, Präsident des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) dem "Spiegel". Auch der künftige Chef des Ifo-Instituts, Clemens Fuest, sagte dem Nachrichtenmagazin, die private Altersvorsorge sei "grundlegend falsch aufgestellt."

Fuest weiter: "Wir subventionieren durch die Riester-Rente die Ersparnisse von Leuten, die sowieso sparen. Es ist eine Umverteilung zugunsten der Gutverdienenden und Finanzdienstleister."

Stattdessen fordern die Ökonomen im "Spiegel", andere Formen der privaten Altersvorsorge zu fördern. Der Würzburger Wirtschaftsprofessor Peter Bofinger schlägt vor, einen "Schäuble-Bond" aufzulegen: "eine Staatsanleihe mit ein bis zwei Prozentpunkten Zinsaufschlag, aber nur für Sparer, die in diese Anleihe für die private Altersvorsorge investieren". Finanziert werden solle dies zum Teil mit den Haushaltsüberschüssen, die der deutsche Staat derzeit auch aufgrund der Niedrigzinsen erzielt.

DIW-Chef Fratzscher kann sich eine Reform nach US-Vorbild vorstellen: "Dort erhält jeder Arbeitnehmer attraktive staatliche Anreize, aber er kann weitgehend selbst bestimmen, wie er die Vorsorge gestaltet."

Deutsche relativ unvermögend

Wie der "Spiegel" weiter schreibt, haben die Deutschen im europäischen Vergleich nur relativ geringe Privatvermögen. Das gehe aus einer noch unveröffentlichten Studie der Bundesbank hervor. Auch die Eurokrise habe daran in den vergangenen Jahren nichts Wesentliches geändert. Bereits in einer älteren Studie der Europäischen Zentralbank (EZB) habe sich gezeigt, dass mittlere deutsche Haushalte über weniger Vermögen verfügten als die entsprechenden Haushalte in Frankreich, Spanien oder Italien.

Der "Spiegel" zitierte Zahlen des DIW, wonach die durchschnittlichen Nettovermögen pro Haushalt in Deutschland preisbereinigt von 2003 bis 2013 um 15 Prozent gesunken sind, während gleichzeitig das Bruttoinlandsprodukt (BIP) um zehn Prozent und die Exporte um 45 Prozent stiegen.

Obwohl die deutsche Sparquote mit 27,3 Prozent zu den höchsten in Europa gehört - nur die Niederländer sparen mit 27,5 Prozent des BIP noch etwas mehr - liegt Deutschland beim Privatvermögen im Vergleich mit elf anderen Ländern auf dem letzten Platz. Ein mittlerer deutscher Haushalt kommt demnach auf rund 50.000 Euro Nettovermögen. In Frankreich ist es mehr als doppelt so viel, in Spanien und Italien das Drei- und in Belgien sogar mehr als das Vierfache.

Unternehmensgewinne gehen ins Ausland

Wirtschaftsforscher Fratzscher nimmt sich laut "Spiegel" bei den schlechten deutschen Spargewohnheiten übrigens nicht aus: Er besitze zwar schon seit Jahren einige Auslandsaktien, aber keine Immobilie. Dafür habe er noch mehrere Lebensversicherungen, von denen er am liebsten möglichst wenig höre.

Dass die Deutschen so ungern Aktien halten, hat bei der Vermögensbildung einen unangenehmen Effekt: Kursgewinne und Dividenden heimsen andere Anleger ein - und die sitzen oft im Ausland.

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