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Rente: Viele Rentner müssen ab Juli Steuern zahlen

Erhöhung der Bezüge  

Viele Rentner müssen künftig Steuern zahlen

25.04.2016, 13:41 Uhr | dpa

Rente: Viele Rentner müssen ab Juli Steuern zahlen. Weil sie mehr Rente erhalten, müssen viele Ältere künftig Steuern bezahlen. (Quelle: dpa)

Weil sie mehr Rente erhalten, müssen viele Ältere künftig Steuern bezahlen. (Quelle: dpa)

Ab dem 1. Juli steigen die Renten kräftig - doch das satte Plus wird für viele Rentner nicht ganz so hoch ausfallen: Rund 160.000 ältere Menschen müssen aufgrund der Erhöhung der Altersbezüge Einkommenssteuer bezahlen.

Das geht aus einem Schreiben des Bundesfinanzministeriums an den Bundestag hervor, aus dem die Zeitungen der Funke Mediengruppe zitieren. Im kommenden Jahr wird die Zahl der steuerpflichtigen Rentner sogar deutlich zunehmen: 2017 würden insgesamt etwa 4,4 Millionen Ruheständler zur Einkommensteuer herangezogen - also jeder fünfte der rund 20 Millionen Rentner.

Mehreinnahme an Steuern

Die Renten steigen zum 1. Juli um 4,25 Prozent im Westen und 5,95 Prozent im Osten. Der Staat nehme allein durch diese Erhöhung im kommenden Jahr 720 Millionen Euro zusätzlich an Steuern ein, heißt es in dem Schreiben den Angaben zufolge weiter.

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Die Rentenbesteuerung trat zum 1. Januar 2005 in Kraft. Wer 2005 in Rente ging, musste diese nur zu 50 Prozent versteuern. Aus den verbleibenden 50 Prozent wird der Rentenfreibetrag errechnet. Der steuerpflichtige Teil der Rente steigt bis 2020 um zwei Prozentpunkte pro Jahr an. Wer also 2016 in Rente geht, muss 72 Prozent seiner Bezüge versteuern. Danach klettert er bis zum Jahr 2040 um je einen Prozentpunkt pro Jahr - bis eine 100-prozentige Besteuerung erreicht ist.

Im Gegenzug für die Rentenbesteuerung werden die von Arbeitnehmern eingezahlten Rentenbeiträge über die Jahre immer stärker von der Einkommensteuer freigestellt.

Immer mehr Rentner zahlen Steuern

Die Steuerpflicht betrifft eine jährlich wachsende Gruppe Ruheständler. Grund dafür sind auch Rentenerhöhungen, durch die ihre Einkünfte über dem Grundfreibetrag in Höhe von 8652 Euro im Jahr 2016 liegen. Vom steuerpflichtigen Teil können die Rentner jedoch noch Werbungskosten, Sonderausgaben und außergewöhnliche Belastungen (beispielsweise Krankheitskosten) abziehen.

Unklar ist es, wie es angesichts der unterschiedlichen Positionen in der Rentendebatte der Koalition weitergeht. Es gebe Gesprächs- und Handlungsbedarf, sagte Vize-Regierungssprecherin Christiane Wirtz. Einen Fahrplan könne sie dazu aber nicht vorstellen.

SPD-Chef Sigmar Gabriel hatte sich für eine Stabilisierung des gesetzlichen Rentenniveaus ausgesprochen, Sozialministerin Andrea Nahles (SPD) für ein stabiles Sicherungsniveau inklusive betrieblicher und privater Vorsorge. Einen Dissens zu Gabriel gebe es aber nicht, sagte eine Sprecherin. Finanzminister Wolfgang Schäuble (CDU) hatte ein Koppelung des Rentenalters an die steigende Lebenserwartung befürwortet. Das lehnen Gabriel und Nahles ab.

"Nicht herumdoktern"

SPD-Fraktionsvize Carsten Schneider warnte vor überhasteten Entscheidungen. "Ich warne davor, jetzt groß an diesem System herumzudoktern und Dinge zu versprechen, die man am Ende nicht halten kann", sagte Schneider im ZDF. Das System aus staatlicher Rente, Betriebsrente und privater Vorsorge sei ausgewogen. Die private Riester-Rente müsse für Geringverdiener attraktiver gemacht werden.

Geplant ist auch eine Lebensleistungsrente zur Aufstockung kleiner Renten. Laut Bundessozialministerium würden davon zunächst etwa 66.000 Menschen profitieren, berichten die "Ruhr Nachrichten" über eine Antwort auf eine Linken-Anfrage. So viele Versicherte erfüllten die im Koalitionsvertrag von Union und SPD vereinbarten Kriterien. Allerdings gibt es dazu noch keinen Gesetzentwurf.

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