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IW schockiert mit Prognose - Ökonomen sagen Rente mit 73 voraus

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IW mit Schock-Prognose  

In 25 Jahren können wir erst mit 73 in Rente gehen

27.05.2016, 17:54 Uhr | mmr, t-online.de, dpa

IW schockiert mit Prognose - Ökonomen sagen Rente mit 73 voraus. Institut der deutschen Wirtschaft befürchtet: Wir müssen uns auf Rente mit 73 einstellen. (Quelle: imago/Symbolfoto/Andreas Prost)

Institut der deutschen Wirtschaft befürchtet: Wir müssen uns auf Rente mit 73 einstellen. (Quelle: Symbolfoto/Andreas Prost/imago)

Die Rente ist sicher. Aber viele von uns werden sie kaum genießen können, da das Renteneintrittsalter bis auf 70 Jahre weiter angehoben werden soll. Nun schockt das Kölner Institut der deutschen Wirtschaft (IW) mit einer neuen Prognose: In 25 Jahren können die Bürger in Deutschland wohl erst mit 73 Jahren in Rente gehen.

Derzeit können die Arbeitnehmer mit 65 Jahren in den Ruhestand gehen und gesetzliche Rente beziehen. Unter bestimmten Voraussetzungen geht auch die Rente mit 63. Die Regelaltersgrenze wird aber seit dem Jahr 2012 schrittweise erhöht: Ab 2029 wird das Rentenalter dann bei 67 Jahren liegen. Das bedeutet: Arbeitnehmer ab dem Jahrgang 1964 können künftig erst mit 67 Jahren in Rente gehen.

Diskrepanz zwischen Rentenansprüchen und Finanzierbarkeit

Weil künftig immer weniger Arbeitnehmer (Rentenbeitragszahler) immer mehr Rentenbeziehern gegenüber stehen und gleichzeitig die Rentenzahlungen des Staates steigen, wankt das staatliche Rentensystem beträchtlich. 

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Das IW hat diese Diskrepanz zwischen staatlichen Rentenansprüchen und ihrer Finanzierbarkeit untersucht. Um ein Finanz-Desaster oder drastische Rentenkürzungen zu vermeiden, müsste das heutige Verhältnis von drei Beitragszahlern, die einen Rentner finanzieren, konstant bleiben. 

Zuwanderung hilft nur wenig

Die Realität sieht jedoch anders aus: Steigende Lebenserwartung, eine zu niedrige Geburtenrate und das Altern der geburtenstarken Jahrgänge führen dazu, dass der Anteil der 67-Jährigen und älteren bereits bis 2030 um etwa ein Drittel zunimmt, schreibt das IW in seiner Analyse. Selbst die gegenwärtig höhere Zuwanderung kann dies nicht kompensieren.

In Zukunft müssen also weniger Erwerbstätige die Rentenansprüche der Älteren finanzieren. Um diese nicht übermäßig zu belasten, hat die Politik bereits reagiert und mit dem Nachhaltigkeitsfaktor in der Rentenanpassungsformel und einem Anheben der Regelaltersgrenze die notwendige Beitragssatzerhöhung abgedämpft. 

Renteneintrittsalter könnte weiter verschoben werden

Ersterer führt dazu, dass das Rentenniveau langfristig sinkt, wenn zunehmend mehr Rentner einer abnehmenden Anzahl an Beitragszahlern gegenüber stehen. Arbeiten die Menschen aber länger und wechseln später in die Rente, wirkt dies dieser Entwicklung entgegen.

Das Renteneintrittsalter könnte so weit nach hinten verschoben werden, dass das Größenverhältnis zwischen Erwerbstätigen- und der Rentnergeneration konstant bliebe. Dann würde der Nachhaltigkeitsfaktor keine Senkung des Rentenniveaus bewirken.

Wäre es also möglich, beides zu haben - keine Beitragssatzsteigerung und ein stabiles Rentenniveau - und dafür ein bisschen länger zu arbeiten? Aber wie viel wäre "ein bisschen"? 

Rente mit 73 wohl ab dem Jahr 2041

Dazu bringt das IW ein sehr einfaches Gedankenexperiment: Würde sich das Größenverhältnis zwischen der Erwerbstätigen- und der Rentner-Generation nicht ändern, könnte das Rentenniveau mindestens gehalten werden oder sich sogar verbessern - vorausgesetzt, die wirtschaftlichen Bedingungen und damit die Lohnentwicklung blieben weiterhin günstig. Und: Wie hoch müsste in diesem Fall die Regelaltersgrenze gesetzt werden? 

Die Antwort - hier verkürzt: Das Renteneintrittsalter müsste weiter ansteigen - von derzeit 65 Jahren, über 69 im Jahre 2030 auf 71 Jahre in 2035. Ab 2041 könnte es dann bei 73 Jahren konstant gehalten werden.

Das IW kommt zum ernüchternden Fazit, dass die demografische Entwicklung keinen großen Handlungsspielraum lässt. Ein stabiles Rentenniveau in der Gesetzlichen Rentenversicherung bei gleichbleibender Beitragsbelastung lässt sich nur mit einem starken Anheben der Regelaltersgrenze verwirklichen.

Aktuelle Rechnung der Politik zu optimistisch

Soll die Regelaltersgrenze also nicht extrem ansteigen, bleibt nur eine Kombination aus beidem: ein höheres Renteneintrittsalter und ein Absenken des allgemeinen Rentenniveaus. Ersteres lässt sich auch erreichen, ohne dass die Regelaltersgrenze stark angehoben werden muss. Denn das durchschnittliche Renteneintrittsalter kann auch erhöht werden, wenn Konzepte, die zu einer längeren Lebensarbeitszeit beitragen, weiter verbessert werden.

Umgekehrt heißt das aber: Ein stabiles Rentenniveau bei gleichbleibendem Renteneintrittsalter lässt sich nur zu Lasten der künftig Erwerbstätigen erreichen. Rente mit 67, ein stabiles Rentenniveau und beides bei gleichbleibenden Beitragssätzen - das ist politisches Wunschdenken, dem die Demografie einen Strich durch die Rechnung machen wird. 

Die Schock-Prognose des IW bedeutet auch: Mit dem steigenden Renteneintrittsalter wird uns auch weniger Zeit bleiben, den Ruhestand zu genießen. Ein heute 40-jähriger Mann hat eine Lebenserwartung von 79 Jahren. Wenn er bis 73 arbeiten muss, bleiben ihm also noch sechs Jahre, um seine Rente zu verprassen. Frauen haben mit einer aktuellen Lebenserwartung von 83 Jahren vier Jahre mehr Zeit, um das Rentenalter zu genießen. 

Hier finden Sie den aktuellen IW-Kurzbericht.

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