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Altersarmut: Sozialverband verlangt Mindestlohn von 11,60 Euro

Milliardenpaket gegen Altersarmut  

Sozialverband verlangt Mindestlohn von 11,60 Euro

19.09.2016, 10:53 Uhr | dpa, AFP, t-online.de

Altersarmut: Sozialverband verlangt Mindestlohn von 11,60 Euro. Millionen Deutsche sind im Alter von Armut bedroht. (Quelle: dpa)

Millionen Deutsche sind im Alter von Armut bedroht. (Quelle: dpa)

Im Kampf gegen die wachsende Altersarmut jagt derzeit ein Vorschlag den nächsten. Auch der Sozialverband Deutschland (SoVD) hat nun ein Positionspapier vorgelegt. Die dort gemachten Vorschläge würden Milliarden kosten. 

Um Armut im Alter vorzubeugen, muss der Mindestlohn nach Ansicht des Sozialverbands auf 11,60 Euro angehoben werden. Nur so sei nach 45 Arbeitsjahren eine angemessene Rente über der Grundsicherung von derzeit 773 Euro monatlich zu erreichen, erklärte der Verband in Berlin bei der Vorstellung seines Positionspapiers "Bekämpfung von Altersarmut". Die im nächsten Jahr geplante Anhebung von derzeit 8,50 auf 8,84 Euro reiche dafür nicht aus. 

Die Grundsicherung ist eine Sozialleistung, die aus Steuermitteln finanziert wird. Nach Ansicht der SoVD sollte der Bundeszuschuss aus Steuern für versicherungsfremde Leistungen in der Rente um mindestens 20 Milliarden Euro angehoben werden. Das würde ein bereits bestehenden Rückstau beim Bundeszuschuss von 13 Milliarden Euro abdecken und die Anerkennung der Mütterrente von derzeit zwei Jahren bei Kindern, die vor 1992 geboren wurden, um ein weiteres Jahr anheben.

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Für Anhebung des Rentenniveaus

Auch sollte das Rentenniveau, also das Verhältnis der Rente nach 45 Jahren Arbeit zum Durchschnittseinkommen, sollte von derzeit 47,7 auf 50 Prozent angehoben werden. Gleiches hatte zuletzt auch der Sozialverband VdK gefordert. Summiert belaufen sich die SoVD-Forderungen auf 30 bis 35 Milliarden Euro. "Es geht um eine Frage der sozialen Gerechtigkeit", erklärte SoVD-Präsident Adolf Bauer.

Während die Linkspartei das SoVD-Papier begrüßte, warnte das Institut der deutschen Wirtschaft (IW) vor hohen Kosten für die Generation der Kinder und Enkel. Schon eine Beibehaltung des Renten-Niveaus von derzeit 47,5 Prozent würde demnach im Jahr 2030 Mehrausgaben von über 28 Milliarden Euro verursachen. Stattdessen müssten die Versorgungsinteressen der Älteren ins Verhältnis gesetzt werden zu den Einkommens- und Beschäftigungschancen der Jüngeren.

Auch prekäre Beschäftigungsverhältnisse im Visier

Neben den genannten Vorschlägen empfiehlt der Verband auch weitere Einschränkungen bei sogenannten prekären Beschäftigungsverhältnissen wie Leiharbeit oder Minijobs. So sollten die Beitragszahlungen zur gesetzlichen Rentenversicherung ausgebaut werden. Etwa 25 Prozent der Arbeitnehmer seien laut SoVD geringfügig beschäftigt, ähnlich hoch dürfte der Anteil der von Armut betroffenen älteren Menschen sein.

Die wachsende Altersarmut in Deutschland hat zuletzt immer wieder hitzige Debatten ausgelöst. Gerade erst nannte Wirtschaftsminister Sigmar Gabriel den Vorschlag der Bundesbank, das Renteneinstiegsalter auf 70 Jahre anzuheben, eine "bekloppte Idee".

Die CSU wiederum sprach sich gegen die eigentlich im Koalitionsvertrag vereinbarte Solidar-Rente aus, wonach Kleinrenten von Menschen, die ihr Leben lang gearbeitet haben, mit Steuermitteln aufgestockt werden sollen. Diese Maßnahme hält im übrigen auch Verdi-Chef Frank Bsirske für nicht ausreichend. Stattdessen wollten die Gewerkschaften nach der Sommerpause mit Kampagnen Druck für ein höheres Rentenniveau machen. Es ticke eine "soziale Zeitbombe", sagte Bsirske zuletzt.

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