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Rente: Andrea Nahles peilt Beitrag von über 22 Prozent an

Neues Konzept im November  

Nahles peilt Rentenbeitrag von über 22 Prozent an

05.10.2016, 11:08 Uhr | rtr

Rente: Andrea Nahles peilt Beitrag von über 22 Prozent an. Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) erläutert ihre Rentenpläne. (Quelle: dpa)

Bundessozialministerin Andrea Nahles (SPD) erläutert ihre Rentenpläne. (Quelle: dpa)

Damit die Rente sicher bleibt, werden Arbeitnehmer und Arbeitgeber langfristig über 22 Prozent des Bruttolohns an die Rentenversicherung überweisen müssen. Das sagte Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles am Abend in der ARD und plädierte für eine Haltelinie beim Rentenniveau. "Und die müssen wir jetzt festlegen", sagte die SPD-Politikerin.

Bei einer Stabilisierung des Niveaus blieben "die Beiträge nicht bei den 22 Prozent stehen", die derzeit per Gesetz als Höchstgrenze bis zum Jahr 2030 festgelegt seien. Aktuell beträgt der Beitragssatz 18,7 Prozent des Bruttolohns. Davon zahlen Arbeitnehmer und Arbeitgeber je die Hälfte.

Neues Konzept soll im November kommen

Nahles will im November ein Rentenkonzept vorlegen. Sie führt dazu derzeit mit Verbänden und Interessenorganisationen einen Rentendialog. Am Dienstag fand in Berlin das zweite Treffen statt.

In der vorigen Woche hatte das Arbeitsministerium erstmals Berechnungen verbreitet, die über das Jahr 2030 hinaus reichen. Demnach könnte das Rentenniveau bis 2045 von 47,8 Prozent eines Durchschnittslohns auf etwa 41,6 Prozent sinken, wenn nicht gegengesteuert wird. Gesetzlich festgelegt ist, dass das Rentenniveau bis 2030 nicht unter 43 Prozent sinken soll.

Ausweitung der Mütterrente fraglich

Die Arbeitsministerin zeigte sich skeptisch gegenüber der Forderung von CSU-Chef Horst Seehofer, die Mütterrente für vor 1992 geborene Kinder nochmals auszuweiten. Die Kosten lägen laut Nahles bei 6,6 Milliarden Euro jährlich. "Das müsste dann über Steuern aufgebracht werden", sagte Nahles. "Das ist ein Riesenbatzen."

Es gebe dringendere Aufgaben wie etwa die Reform der Erwerbsminderungsrente. Daher "weiß ich noch nicht, ob das am Ende in einem Gesamtkonzept vorkommt". Darüber werde am Donnerstag auch im Koalitionsausschuss beraten.

Union und SPD haben die Mütterrente in dieser Wahlperiode bereits erhöht. Für vor 1992 geborene Kinder bekommen Mütter nun zwei statt bisher ein Beitragsjahr in der Rentenversicherung gutgeschrieben. Die jährlichen Kosten von über sechs Milliarden Euro werden nicht aus Steuern, sondern von der Rentenversicherung und damit den Beitragszahlern aufgebracht.

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