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Skandal um Bonus-Zahlungen für Bank-Manager

Managergehälter  

Skandal um Bonus-Zahlungen für Bank-Manager

28.11.2008, 12:33 Uhr | mmr, dpa, t-online.de

Die Dresdner wird von der Commerzbank geschluckt (Foto: dpa)Die Dresdner wird von der Commerzbank geschluckt (Foto: dpa) Ein neuer Skandal um Bonus-Zahlungen für Bank-Manager deutet sich an: Die Investmentbanker der Dresdner Bank sollen kurz vor der Übernahme durch die Commerzbank Extra-Boni in Höhe von 400 Millionen Euro bekommen - obwohl sie seit Ausbruch der Finanzkrise 2,5 Milliarden Euro Verlust verursacht haben. Laut "Frankfurter Allgemeine Zeitung" (FAZ) habe Stefan Jentzsch, der im Vorstand der Dresdner Bank für die Investmentbank Dresdner Kleinwort zuständig ist, die Bonus-Zahlungen in seiner jüngsten Videobotschaft an seine Mitarbeiter angedeutet.

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Drittes Quartal mit hohen Verlusten

Die Dresdner Bank, die nun an die Commerzbank verkauft wird, hat in den ersten neun Monaten 2008 unterm Strich einen Verlust von knapp 2,4 Milliarden Euro verzeichnet. Dies teilte die Allianz-Tochter am Montag mit. Im Vorjahreszeitraum war dagegen noch ein Gewinn von 858 Millionen Euro verbucht worden. Aus Handelsaktivitäten seien Wertkorrekturen in Höhe von 2,1 Milliarden Euro angefallen. Bereinigt um Effekte aus der Finanzmarktkrise habe die Dresdner Bank in den drei Quartalen ein positives operatives Ergebnis in Höhe von rund 600 Millionen Euro erzielt.



Übernahme noch nicht vollzogen

Eine Anfrage an die Pressestelle der Dresdner Bank bezüglich der Bonus-Zahlungen blieb ohne konkrete Hinweise: "Gehalts- und Bonuszahlungen können wir nicht kommentieren, denn für diese Fragen ist der Aufsichtsrat zuständig." In der Commerzbank wird bezüglich der Bonus-Zahlungen darauf verwiesen, dass die im September vereinbarte Übernahme der Dresdner Bank noch nicht vollzogen sei. Bis dahin hat die Commerzbank keine Handhabe, auf die Gehaltszahlungen in der Dresdner Bank einzuwirken.

Halteprämien mit fadem Beigeschmack

Die Bonuszahlungen in Höhe von 400 Millionen Euro wurden laut "FAZ" schon im Sommer von dem Eigentümer Allianz zugesagt und sollen auch von ihr gezahlt werden. Es handelt sich um Halteprämien, die die Allianz vereinbarte, weil sie dem Käufer der Dresdner Bank versichern wollte, dass die angeblich wertvollsten Mitarbeiter auch bei einem Eignerwechsel vorerst bleiben. Die anderen Mitarbeiter werden vor den Kopf gestoßen. Wer nicht auf Boni hoffen darf, wird fragen, welche Leistung hier belohnt werden soll.

Durch Fusion wackeln 9000 Jobs bei Dresdner Bank

Zudem müssen viele nicht im Investmentbanking tätige Dresdner-Bank-Mitarbeiter um ihren Job bangen. Wegen der Übernahme der Dresdner Bank durch die Commerzbank gilt es als wahrscheinlich, dass der vorgesehene Abbau von 9000 Arbeitsplätzen vorrangig Dresdner-Bank-Mitarbeiter treffen wird, schreibt die "FAZ".


Dresdner-Chef verdient mehr als sein künftiger Vorgesetzter

Der Aufsichtsrat wird sich wohl auch noch mit einem weiteren Ärgernis beschäftigen müssen: Noch-Dresdner-Bank-Chef Herbert Walter dürfte jetzt mehr verdienen als sein künftiger Vorgesetzter, Commerzbank-Chef Martin Blessing. Weil die Commerzbank vom Staat Eigenkapital aus dem Rettungspaket bekommt, werden Blessings Bezüge auf maximal 500.000 Euro begrenzt. Solange die Dresdner Bank nicht Staatshilfe vom Bund annimmt oder der Noch-Eigentümer Allianz Walters Bezüge kürzt, bleibt es beim zuletzt gezahlten Grundgehalt von 745.000 Euro.

Einige Banker geben Boni zurück

Es geht auch anders. Mitte Oktober hatte Deutsche Bank-Chef Josef Ackermann angekündigt, in diesem Jahr auf seinen Millionen-Bonus zu verzichten. Und nach massiver öffentlicher Kritik gibt nun erstmals auch ein Schweizer Topmanager einen Teil seiner Millionenlöhne zurück. Bei der tief gefallenen Schweizer Grossbank UBS verzichtet der im Sommer 2007 zurückgetretene ehemalige Konzernchef Peter Wuffli auf 12 Milionen Franken.

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