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SAP kündigt die Entlassung von 3300 Mitarbeitern an

Deutsches Vorzeigeunternehmen  

SAP steckt in Schwierigkeiten

28.01.2009, 10:40 Uhr | mash/lgs, dapd, dpa, t-online.de

Europas größtes Softwareunternehmen kündigt drastische Sparmaßnahmen an (Foto: dpa)Europas größtes Softwareunternehmen kündigt drastische Sparmaßnahmen an (Foto: dpa) Nun reagiert auch SAP auf die sich verschärfenden Konjunkturkrise. Das Walldorfer Software-Unternehmen kündigte an, 3000 Stellen streichen zu wollen. Ab 2009 wird das Unternehmen weltweit nur noch 48.500 Mitarbeiter beschäftigen. Damit sollen ab 2010 jährlich bis zu 350 Millionen Euro eingespart werden. #

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Keine Kündigungen geplant

Co-Vorstands-Chef Leo Apotheker stellte im Fernsehsender n-tv klar, dass keine betriebsbedingten Kündigungen geplant seien. "Es geht nicht darum, Mitarbeiter entlassen zu wollen." Freiwerdende Stellen sollen nicht wieder besetzt werden. Auch SAP sei von der Wirtschaftskrise betroffen. Im Mai wird Apotheker nach dem Ausscheiden von Henning Kagermann alleiniger Chef von Europas größten Softwareunternehmen. Konkrete Angaben zu den Auswirkungen des Stellenabbaus auf Deutschland machte das Unternehmen zunächst nicht.



SAP-Aktie steigt deutlich

An der Börse werden die Pläne hingegen mit Wohlwollen aufgenommen. Am Mittwoch-Vormittag notierte die SAP-Aktie zeitweise bei gut 18 Euro - ein Gewinn zum Vortag von über sieben Prozent.

Schwieriges Jahr für SAP

Ein seit Oktober des letzten Jahres aufgelegtes Sparprogramm werde fortgesetzt, hieß es weiter. SAP geht von einem schwierigen Jahr 2009 aus. Die Entwicklung aller variablen Kosten einschließlich der Ausgaben für externe Dienstleistungen und Investitionen würden weiterhin konsequent überwacht. Der SAP-Vorstand wird heute im Lauf des Vormittags in Frankfurt am Main bei der Bilanzpressekonferenz die Einzelheiten des Geschäftsjahres 2008 erläutern.

Positive Zahlen erwartet

Analysten erwarten für das vierte Quartal einen deutlichen Umsatzanstieg - nicht zuletzt aufgrund der Einsparungen. Sie gehen davon aus, dass sich SAP wieder etwas vom Auftragseinbruch erholt hat, der im Herbst im Zuge der Finanzkrise über die Walldorfer hereingebrochen war. Auch im Gesamtjahr steht die Softwareschmiede ganz gut da - SAP habe den Vorjahresumsatz deutlich übertroffen: Für das Gesamtjahr rechnen die Experten im Schnitt mit einem Umsatzanstieg von 10,2 auf rund 11,7 Milliarden Euro. Der Gewinn vor Zinsen und Steuern (EBIT) dürfte von 2,7 auf 3,2 Milliarden Euro anschwellen. Unterm Strich soll der Überschuss von 1,96 auf 2,14 Milliarden Euro zulegen.

Auftragseinbruch im Herbst

Im Herbst hatte SAP eine straffe Kostenkur angekündigt. "Die Entwicklung der Finanzmärkte in den letzten Wochen ist für viele Unternehmen dramatisch und beunruhigend", sagte SAP-Chef Henning Kagermann damals. "Diese Sorgen führten zu einem sehr abrupten und unerwarteten Abschwung unseres Geschäftes unmittelbar vor Ende des dritten Quartals." Die Börse strafte den damals bekanntgewordenen Auftragseinbruch ab - die Papiere brachen im Oktober von rund 39 Euro auf ein Jahrestief von 23,45 Euro ein.

Keine Prognose für 2009

Vor einigen Tagen wurde dann bekannt, dass SAP keine Umsatzprognose für 2009 abgeben wird. Als Grund gab der Konzern das "anhaltende unsichere wirtschaftliche Umfeld" an. Ebenso werden konkrete Renditeziele verschoben: Dem Magazin "Capital" sagte CO-Chef Leo Apotheker, das bislang angepeilte Ziel einer Erhöhung der operativen Marge auf 35 Prozent zu erhöhen, gelte erst dann weiter, "sobald die Wirtschaftskrise ausgestanden ist."



Verwirrung um Führungs-Duo

Zudem berichtete das Magazin "Capital", dass ein frühzeitiger Machtwechsel in der Führungsriege bevorstehen könnte. Angeblich übernimmt Co-Vorstandschef Leo Apotheker mit sofortiger Wirkung allein die operative Führung des Konzerns. SAP hingegen teilte mit, dass Co-Chef Henning Kagermann seine Amtszeit wie vorgesehen bis Mai vollende.

Sparaufrufe an die Belegschaft

Apotheker sprach im Interview mit der Zeitschrift von einem Kulturwandel. SAP müsse "viel schneller werden und mit der Bürokratie aufräumen". Der Konzern strebe die Internationalisierung an, jeder Standort stehe in Wettbewerb mit den anderen. Die Belegschaft machten den Sparkurs und die neuesten Aussagen unruhig - wie sich jetzt herausstellte, nicht ohne Grund.

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