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Oetker: Europas größter Pizzabäcker wird 65

Oetker  

Europas größter Pizzabäcker wird 65

16.03.2009, 15:56 Uhr | mash

Eines der seltenen Fotos von August Oetker (Foto: imago)Eines der seltenen Fotos von August Oetker (Foto: imago) Er ist der König des Backpulvers, Europas größter Pizzabäcker, Deutschlands größter Bierbrauer und Herr über zahlreiche Schifffahrtslinien: August Oetker, der Chef des gleichnamigen Bielefelder Familienimperiums. Am (morgigen) Dienstag feiert der am in Bielefeld geborene Unternehmer seinen 65. Geburtstag. Seit fast 30 Jahren leitet er inzwischen das vor 118 Jahren gegründete Unternehmen, das mit seinem Backpulver weltberühmt wurde und inzwischen längst darüber hinausgewachsen ist.

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Vom kleinen Unternehmen zum Weltkonzern

Das Jubiläumsjahr ist gleichzeitig auch ein Abschiedsjahr für Oetker. Ende Dezember wird er den Chefsessel räumen und Platz machen für seinen jüngeren Bruder Richard Oetker, der als Student 1976 Opfer einer spektakulären Entführung geworden war. August Oetker, der 1981 die Leitung des Familienunternehmen von seinem Vater übernahm, hat in den vergangenen Jahrzehnten den Konzern aus der westfälischen Provinz konsequent internationalisiert.

Backartikel und Reedereigeschäft

Unter seiner Führung stieg das Unternehmen zum europäischen Marktführer in den Bereichen Backartikel, Backmischungen, Dessertprodukten und Tiefkühlpizzen auf. Auch das zweite große Standbein des Konzerns, das Reedereigeschäft, wurde in den vergangenen Jahren konsequent ausgebaut.

Ein aufregendes Abschiedsjahr

Die weltweite Wirtschaftskrise sorgt jetzt dafür, dass das Abschiedsjahr für August Oetker noch einmal eine große Herausforderung wird. Dies betrifft weniger den Lebensmittelbereich, der als relativ konjunkturresistent gilt, als vielmehr die Schifffahrt, die längst zum größten Geschäftsbereich der Oetker-Gruppe geworden ist. Weltweit sind durch den Konjunktureinbruch die Frachtraten unter Druck geraten.

Wirtschaftskrise beflügelt den Unternehmer

Schwere Zeiten also für Reeder. Doch Oetker hat schon in der Vergangenheit bewiesen, dass er solche Herausforderungen durchaus als Chance begreift. In der vorausgegangenen Schifffahrtskrise in den 90er Jahren nutzte er die Gelegenheit, um die eigene Marktposition durch günstige Zukäufe zu stärken. Auch jetzt scheint die Wirtschaftskrise den Tatendrang des Unternehmers eher zu beflügeln. Erst kürzlich sicherte sich Oetker eine Sperrminorität an der Parfümerie- und Buchhandelskette Douglas. Auch im Brauereigeschäft wird der Firmengruppe Interesse an weiteren Zukäufen nachgesagt.

Familienvermögen von fast sieben Milliarden Euro

Das Familienunternehmen profitiert dabei davon, dass es sich nie von der Börse oder von Banken abhängig gemacht hat. "Wir sind froh, nicht an der Börse zu notieren", sagte Oetker in einem seiner seltenen Interviews und lobte die Vorteile eines Familienunternehmens: "Wir identifizieren uns mit dem Unternehmen, haben kurze Entscheidungswege und eine andere Einstellung zum Risiko." Das Familienvermögen wird vom "Manager Magazin" auf fast sieben Milliarden Euro geschätzt.

Gewinne fließen zum größten Teil wieder ins Unternehmen

Für August Oetker und seine Geschwister gelte der Grundsatz: "Unternehmensinteressen kommen vor Familieninteressen", heißt es in Bielefeld. Die Ausschüttungen seien bescheiden. Lieber würden die Gewinne zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit des Unternehmens genutzt. Mit einem Umsatz von mehr als 7,7 Milliarden Euro und 22.700 Beschäftigten gehört die Oetker-Gruppe zu den großen Familienunternehmen in Deutschland.

Wechsel in den Konzernbeirat

August Oetker wird zum Jahreswechsel allerdings nicht alle Zügel aus der Hand geben. Als Mitglied des fünfköpfigen Konzernbeirats wird er weiterhin wesentlichen Einfluss auf die Strategie des Unternehmens nehmen können. Doch wird der Vater von sechs Kindern wohl in Zukunft etwas mehr Zeit haben für seine Hobbys: das Fahren von Oldtimern und das Segeln.

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