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Arbeitsmarkt: Finanzkrise beendet deutschen Job-Boom

Arbeitsplatz  

Job-Boom: Das Ende eines Beschäftigungs-Märchens

20.08.2009, 13:29 Uhr | cs, dapd, dpa, t-online.de

Arbeit in Deutschland: Zahl der Erwerbstätigen geht wieder zurück (Foto: imago)In Deutschland geht die Zahl der Erwerbstätigen erstmals wieder zurück (Foto: imago) Jähes Ende einer Erfolgsgeschichte: Mit dem Job-Boom in Deutschland ist vorerst Schluss. Erstmals seit vier Jahren ging im zweiten Quartal 2009 die Zahl der Erwerbstätigen im Jahresvergleich zurück, wie das Statistische Bundesamt mitteilte. Im Frühjahr hatten den Angaben zufolge 40,2 Millionen Menschen in Deutschland einen Job. Im Vergleich zum zweiten Quartal 2008 bedeutet das einen Rückgang um 25.000 Menschen oder 0,1 Prozent. Vor allem die Zahl der Selbstständigen nahm deutlich ab - um 40.000 auf 4,4 Millionen. Dagegen stieg die Zahl der Arbeitnehmer.

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Mehr Arbeitnehmer in Deutschland

Die Zahl der Arbeitnehmer dagegen kletterte um 15.000 auf 35,7 Millionen. Im Vergleich zum ersten Vierteljahr 2009 kam es dabei zum saisonal üblichen Anstieg der Erwerbstätigkeit. Dieser sei jedoch geringer ausgefallen als in den Vorjahren. So war der Zuwachs im zweiten Quartal 2009 mit einem Plus von 215.000 Personen um rund die Hälfte geringer als im zweiten Quartal des vergangenen Jahres (plus 416.000 Personen). Es ist damit der geringste Zuwachs seit 1994 in einem zweiten Quartal.



Wirtschaftsbereiche höchst unterschiedlich betroffen

Die Statistiker erklärten, eine wesentliche Ursache des Wegfalls vieler Selbständiger sei der Rückgang bei der geförderten Selbstständigkeit. Zuletzt war die Zahl der Erwerbstätigen im dritten Quartal 2005 in Deutschland zurückgegangen. In den Wirtschaftsbereichen entwickelte sich die Situation unterschiedlich. Während bei den Dienstleistungen sowie in der Land- und Forstwirtschaft die Beschäftigtenzahlen stiegen, bauten das Produzierende Gewerbe wie auch der Bau deutlich ab.

Zahl der Arbeitsstunden geht zurück

Die Wirtschaftskrise zeigte sich auch in den Kennzahlen für die tatsächlich geleistete Arbeit. So ging die Zahl der durchschnittlich geleisteten Arbeitsstunden pro Beschäftigten um 4,8 Prozent auf 328,8 im Quartal zurück. Wesentliche Gründe sind dem Bundesamt zufolge die starke Nutzung der Kurzarbeit in der Industrie und der Umstand, dass im zweiten Quartal 2009 drei Arbeitstage weniger zur Verfügung standen als im Jahr zuvor.



Viele Jobs im Billig-Lohn-Bereich

Den Höchststand der Erwerbstätigkeit hatte der deutsche Arbeitsmarkt im vierten Quartal 2008 mit 40,68 Millionen Menschen erreicht. Eine Vielzahl der neuen Jobs ist auf ungesicherte Beschäftigungsverhältnisse gegründet. Die "klassische" Festanstellung geht nach Langzeit-Untersuchungen des Bundesamtes zurück.

Experten erwarten mehr Arbeitslose

Immer mehr Wirtschaftsfachleute haben in den vergangenen Tagen darauf hingewiesen, dass in Folge der weltweiten Wirtschaftskrise ein weiterer Anstieg der Arbeitslosigkeit in Deutschland drohen dürfte. So erwartet auch Bundesbankpräsident Axel Weber den Tiefpunkt am Arbeitsmarkt erst für den Winter 2010/2011. Dann dürfte es voraussichtlich deutlich mehr als vier Millionen Arbeitslose geben, erklärte er in einem Interview der "Zeit". Im Juli dieses Jahres lag die Zahl der Arbeitslosen bei 3,5 Millionen.

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