Sie sind hier: Home > Finanzen > Beruf & Karriere > Beruf >

Schlechte Chancen für Migranten am Arbeitsmarkt

OECD-Studie  

Schlechte Chancen für Migranten am Arbeitsmarkt

16.10.2009, 09:00 Uhr | AFP, AFP, t-online.de

OECD-Studie zeigt schlechtere Chancen von Migranten auf dem Arbeitsmarkt (Foto: ddp)OECD-Studie zeigt schlechtere Chancen von Migranten auf dem Arbeitsmarkt (Foto: ddp) Selbst bei gleichem Bildungsniveau haben Kinder von Migranten in Deutschland schlechtere Chancen auf dem Arbeitsmarkt. Das geht aus einer von der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD) in Berlin vorgestellten Studie hervor. So haben in Deutschland 90 Prozent der 20- bis 29-jährigen hochqualifizierten Männer ohne Migrationshintergrund einen Arbeitsplatz, während es in der Gruppe der jungen Männer mit Migrationshintergrund nur 81 Prozent sind.

Kellner und Co. - So feudal arbeiten die Großbanker

Integration von Migranten analysiert

Für die Studie wurde die Situation von in Deutschland aufgewachsenen Kindern von Migranten mit derjenigen von jungen Menschen verglichen, die zumindest ein im Inland geborenes Elternteil haben. Dieser Vergleich ist laut OECD ein wichtiger Indikator für den Integrationserfolg, da sowohl die Nachkommen von Migranten als auch die Gruppe ohne Migrationshintergrund ihre gesamte Sozialisation und Ausbildung im gleichen Land erfahren haben. Die OECD analysierte die Integration von Migrantenkindern in 16 OECD-Ländern.

Chancen für Geringqualifizierte Migranten noch schlechter

Die Untersuchung zeigte mit Blick auf die Ausbildung von Migranten ein ähnliches Bild wie die PISA-Schulstudien. Unter den 20- bis 29-Jährigen mit Migrationshintergrund ist der Anteil der Geringqualifizierten ohne Abitur oder abgeschlossene Berufsausbildung doppelt so hoch wie in der gleichen Altersgruppe ohne Migrationshintergrund.

Experte: Bildungserfolge werden nicht ausreichend honoriert

Überrascht zeigten sich OECD-Experten aber vor allem darüber, dass die Nachkommen von Migranten auch bei gleichem Bildungsstand schlechtere Chancen haben. Dieser Befund überrasche, da beide Gruppe ihre Bildungsabschlüsse in der Regel im Inland erworben hätten, erklärte OECD-Migrationsexperte Thomas Liebig. Eine Erklärung könnte seiner Ansicht nach sein, dass auf dem Arbeitsmarkt die Erwartung vorherrsche, dass Migranten und deren Nachkommen eher gering qualifiziert seien. Deren Bildungserfolge würden noch nicht ausreichend honoriert, kritisierte Liebig.

Schweiz integriert besser

Im Nachbarland Schweiz sind hingegen, unabhängig vom Bildungsniveau, kaum Unterschiede in den Beschäftigungsquoten festzustellen. Damit sind die Intregationsergebnisse diesbezüglich deutlich besser als in den übrigen europäischen OECD-Ländern.


Geringer Anteil von Migranten in der öffentlichen Verwaltung

Betrachtet man die Verteilung auf die verschiedenen Wirtschaftszweige, so sind Nachkommen von Migranten in Deutschland, Österreich und der Schweiz im Handel überrepräsentiert. In Deutschland ist das auch im verarbeitenden Gewerbe der Fall. Unterrepräsentiert sind junge Menschen mit Migrationshintergrund in Deutschland dagegen in der öffentlichen Verwaltung. Hier sind nur drei Prozent der 20 bis 29-Jährigen mit Migrationshintergrund beschäftigt. Bei jungen Erwachsenen ohne Migrationshintergrund sind es dagegen zehn Prozent. In keinem anderen untersuchten Land waren die Unterschiede ähnlich groß, schreibt die OECD.


Mehr Themen:
Beschäftigung - Experten sehen Arbeitsmarkt am Wendepunkt
Arbeitsmarkt - Jobkrise trifft Menschen mit Abitur besonders hart
Manpower - Arbeitsmarkt erholt sich langsam
Konjunkturkrise - Zahl der Überstunden auf historischem Tiefstand


Liebe Leserinnen und Leser,

Leider können wir Ihnen nicht zu  allen Artikeln einen Kommentarbereich zur Verfügung stellen. Mehr dazu erfahren Sie in der Stellungnahme der Chefredaktion.

Eine Übersicht der aktuellen Leserdebatten finden Sie hier.

Gerne können Sie auch auf Facebook und Twitter zu unseren Artikeln diskutieren.

Ihr Community-Team

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Ulla Popkentchibo.deOTTOmyToysbonprix.deLIDLBabistadouglas.deXXXLutz

shopping-portal