Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Beruf & Karriere >

Arbeit lohnt sich doch mehr als Hartz IV

Studie offenbart  

Arbeit lohnt sich doch mehr als Hartz IV

| dpa-AFX, dapd, t-online.de

Arbeit lohnt sich doch mehr als Hartz IV. Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes: Arbeit lohnt sich doch (Foto: dpa)

Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes: Arbeit lohnt sich doch (Foto: dpa)

Vollzeit-Beschäftigte haben nach einer Studie des Paritätischen Wohlfahrtsverbandes selbst bei geringem Verdienst mehr Geld zur Verfügung als Hartz-IV-Empfänger. Dies gelte auch bei einem Stundenlohn von knapp unter sechs Euro, sagte Hauptgeschäftsführer Ulrich Schneider bei der Präsentation von 196 Beispielrechnungen. Er trat damit anderslautenden Darstellungen entgegen. Ein führender FDP-Politiker forderte unterdessen die Kürzung von Hartz-IV-Leistungen.

Arbeit lohnt sich in Deutschland

Die von Schneider kritisierten Berechnungen stammen vom Bund der Steuerzahler. Nach seiner Einschätzung sollen sie den falschen Eindruck vermitteln, der sogenannte Lohnabstand - die Differenz zwischen Sozialleistungen und Erwerbseinkommen - sei bei zahlreichen Anlerntätigkeiten zu gering oder fehle ganz, sodass es für manche Hartz-IV-Empfänger keinerlei Anreiz zur Annahme einer Arbeit gebe. Dies sei aber nicht der Fall, widersprach Schneider.

Anreiz zur Arbeitsaufnahme

In insgesamt 196 Fallbeispielen rechnet der Verband vor, dass für Hartz-IV-Bezieher selbst bei Löhnen von 5,90 Euro in der Stunde noch ein Anreiz zur Arbeitsaufnahme besteht. Je nach Haushaltstyp beträgt der Abstand zwischen Nichtarbeit und bezahlter Beschäftigung zwischen 260 und 900 Euro. Eine besondere Rolle spielen dabei das Wohngeld und der Kinderzuschlag, die häufig ein Aufstocken durch Hartz IV überflüssig machen. Anders kann es im Haushalt eines Paares mit nur einem Verdiener im Niedriglohnbereich aussehen: Die Betroffenen sind als Aufstocker vielfach auf zusätzlichen Hartz-IV-Bezug angewiesen.

FDP will Hartz-IV-Leistungen kürzen

Der baden-württembergische Justizminister und stellvertretende Ministerpräsident Ulrich Goll (FDP) forderte Leistungskürzungen. "Wenn ein Ehepaar im Hartz-IV-Bereich sämtliche Möglichkeiten ausnützt, bekommen sie schon ein gutes Stück mehr als die unteren Einkommensgruppen des öffentlichen Dienstes. Das Lohnabstandsgebot wird schon lange nicht mehr eingehalten", sagte Goll der dpa.

Jobcenter sollen gegen Lohnwucher vorgehen

Stundenlöhne von weniger als drei Euro sind nach Ansicht der Bundesagentur für Arbeit (BA) sittenwidrig und deshalb Lohnwucher. "Erhalten Hartz-IV-Empfänger als Aufstocker solche Löhne, sind die Jobcenter angewiesen, diese genauer zu prüfen", sagte eine BA-Sprecherin. Damit solle vermieden werden, dass Unternehmen auf Kosten des Steuerzahlers ihre Löhne drücken. Bislang reagieren viele Jobcenter mitunter nicht auf Lohnwucher durch Unternehmen und verweisen darauf, sie seien dafür nicht zuständig. Betroffene Aufstocker sollten selbst juristisch dagegen vorgehen.

Leserbrief schreiben

Für Kritik oder Anregungen füllen Sie bitte die nachfolgenden Felder aus. Damit wir antworten können, geben Sie bitte Ihre E-Mail-Adresse an. Vielen Dank für Ihre Mitteilung.

Name
E-Mail
Betreff
Nachricht
Artikel versenden

Empfänger

Absender

Name
Name
E-Mail
E-Mail

Madeleinetchibo.deOTTOWeltbildbonprix.deLIDLBabistadouglas.deKlingel
Mehr zum Thema
Sie sind hier: Home > Wirtschaft & Finanzen > Beruf & Karriere

shopping-portal

Hinweis:

Der Internet Explorer wird nicht länger von t-online unterstützt!

Um sicherer und schneller zu surfen, wechseln Sie jetzt auf einen aktuellen Browser.

Wir empfehlen unseren kostenlosen t-online-Browser: