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Managergehälter: DAX-Vorstandsgehälter deutlich gestiegen

Managergehälter  

DAX-Vorstandsgehälter deutlich gestiegen

30.03.2010, 19:48 Uhr | apn, dpa

Die Gehälter der deutschen Topmanager sind im vergangenen Jahrzehnt deutlich gestiegen. Selbst im Krisenjahr 2009 verdienten die Topmanager der DAX-Konzerne durchschnittlich 35 Prozent mehr als im Boomjahr 1999. Das geht aus einer am Dienstag vom "Handelsblatt" veröffentlichten Analyse des Vergütungsberaters Heinz Evers hervor. Auch eine andere Gehaltstudie der Unternehmensberatung Towers Watson zeigt, dass die Rezession bei den Gehältern der DAX-Chefs kaum Spuren hinterlassen hat.

Allianz: Vorstandsbezüge haben sich in zehn Jahren verfünffacht

Wie die Analyse von Vergütungsberater Heinz Evers belegt, sind die Vergütungen für die Spitzenkräfte geradezu explodiert: So stiegen die Vorstandsbezüge beim größten Versicherer in Deutschland, der Allianz, in den vergangenen zehn Jahren um 401 Prozent, bei der Deutschen Post um 383 Prozent und beim Stromkonzern RWE um 372 Prozent. Beim Spitzenreiter, dem DAX-Neuling Kali+Salz (K+S), lag das Plus sogar bei 483 Prozent.

Deutsche Bank gab 2009 am meisten für Vorstände aus

Am meisten gab der Studie zufolge 2009 die Deutsche Bank für ihren Vorstand aus. Insgesamt kassierte das achtköpfige Führungsgremium 39 Millionen Euro. Auf Platz zwei folgte SAP mit 34,8 Millionen Euro, vor Allianz, Siemens und RWE, die zwischen 22 und 30 Millionen Euro zahlten.

Ackermann bleibt Spitzenreiter

Bestverdiener unter den DAX-Konzernlenkern ist nach wie vor Deutsche-Bank-Chef Josef Ackermann. Laut Vergütungsstudie von Towers Watson erhielt der Schweizer im Jahr 2009 9,4 Millionen Euro Direktbezüge ohne Altersvorsorge. 70 Prozent des Gehalts von Ackermann werden allerdings erst später ausgezahlt. Auf den weiteren Plätzen folgen RWE-Boss Jürgen Großmann (7,1 Millionen Euro) und Siemens-Lenker Peter Löscher (7 Millionen Euro).

Blessing bekommt am wenigsten unter DAX-Vorstandsvorsitzenden

Am schlechtesten bezahlter DAX-Chef war der Vorstandsvorsitzende der Commerzbank, Martin Blessing, der sich wegen der staatlichen Milliardenhilfe für sein Institut mit 500.000 Euro Grundgehalt begnügen musste. Immerhin gut doppelt so viel erhielten die Vorstandsvorsitzenden des Chipherstellers Infineon, Peter Bauer (1,1 Millionen Euro), und des Industriekonzerns ThyssenKrupp, Ekkehard Schulz (1,2 Millionen Euro).

Bezüge der DAX-Bosse stiegen um zehn Prozent

Ohne die Altersbezüge verdienen die DAX-Bosse im Schnitt rund 3,6 Millionen Euro. Das sind zehn Prozent mehr als noch 2008. Bei den einfachen Vorständen gab es dagegen keine Steigerungen. Sie verdienen mit 1,9 Millionen Euro in etwa genauso so viel wie im Vorjahr.

Höhere Bezahlung wegen verbesserte Lage von DAX-Konzernen

"Die Vergütungssysteme greifen auch in der Krise", urteilten die Experten von Towers Watson über die Entwicklung der Manager-Gehälter. Erfolg oder Misserfolg schlage sich sehr wohl in der Bezahlung der Manager nieder. "Dass die Vergütungen wieder steigen, ist den verbesserten Kennzahlen der DAX-Unternehmen geschuldet", erklärte das Beratungsunternehmen. In der Folge flossen bei vielen Unternehmen die Boni wieder kräftig: Im Schnitt strichen Konzernlenker auf kurze Sicht 1,6 Millionen Euro zusätzlich ein.

Vergütung deutlich unter internationalem Niveau

Insgesamt liegen die Gehälter nach Towers-Watson-Berechnungen aber noch unter dem Niveau von 2005, ehe die Finanz- und Wirtschaftskrise die Märkte durcheinanderwirbelte und etliche Konzerne Verluste machten. Auch im internationalen Vergleich fällt die Bezahlung in Deutschland deutlich geringer aus: Die Chefs der 50 im Dow Jones EuroStoxx 50 gelisteten europäischen Konzerne - darunter etliche DAX-Unternehmen - kamen für 2009 auf eine durchschnittliche Direktvergütung von 5,3 Millionen Euro. In den USA kassierten die Bosse führender Unternehmen trotz teils deutlicher Rückgänge im Schnitt rund zehn Millionen Euro.


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